Music Review | verfasst 29.04.2019
Kyoto/Zoe Sinatra
Venetian Blinds / Mais Qu’Est-Ce Que Tu Fumes
Stroom, 2019
Text Franziska Finkenstein
Deine Bewertung:
7.5
Nutzer (2)
7.6
Redaktion
Cover Kyoto/Zoe Sinatra - Venetian Blinds / Mais Qu’Est-Ce Que Tu Fumes

Mit der neuesten Veröffentlichung hat Stroom-Labelboss Ziggy Devriendt aka Nosedrip zwei alte, romantische Schmankerl aus seiner Heimat Belgien herausgekramt (und wieder bezahlbar gemacht). Die A-Seite nimmt die Zuhörer_innen mit auf eine perkussive Synth-Pop-Klangreise der belgischen Band Kyoto. Der Song »Venetian Blinds« (1984) manifestiert ihre einzige Veröffentlichung, was bedauerlich ist, da er mit den catchy-obskuren Lyrics »I see no evil, I hear no evil, I speak no evil« so FM-Hit-kompatibel klingt. (Background-Fakt: erst kürzlich meldete sich die bis zur Wiederentdeckung der Platte durch Onkole Y Trompa unerwähnte Vokalistin Belinda De Bruyn über die Produzenten zu Wort und beanspruchte Credits.) Die B-Seite ziert ein ähnlich Hit-verdächtiges französisch-englisches Chanson (1990) von Zoë Sinatra, die mit einer leicht lasziv-flüsternden Intonation »Cold shower is running down my head. Mais qu’est-ce que tu fumes?« singt. Produziert wurde es von der 80er-New-Beat-Bekanntheit Gery François. Lieberhaber_innen des Retro-Synth-Pops werden an dieser Platte Freude finden.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 10.05.2017
Jan Van Den Broeke
1100 Dreams
Ein Album irgendwo zwischen gerade aufgewacht und Mittagsschlaf, halb sediert und ganz sicher noch nicht draußen gewesen.
Music Review | verfasst 16.02.2018
Keysha/Fg's Romance
Stop It!/What Is Love Today
Zum Valentinstag veröffentlicht das beglische Label Stroom eine Maxi mit austauschbarem Disco-Pop, die viele gerne hören werden.
Music Review | verfasst 30.07.2018
Ingus Baušķenieks
Spoki
Stroom holt den nächsten Letten aus der Schublade: Die Soundästhetik von Ingus Baušķenieks auf »Spoki« wirkt fremd und ist deshalb so gut.
Music Review | verfasst 05.02.2019
Pablo's Eye
Dark Matter
Im letzten Teil eines Triptychons an Releases mit Musik von Pablo’s Eye kommt auf »Dark Matter« die kontemplative Seite der Band zutrage.
Music Review | verfasst 13.03.2019
Aponogeton
A Place Of Solace
Der Belgier Aponogeton debütiert mit »A Place Of Solace« und referenziert auf Andrej Tarkowskijs meditatives Meisterwerk »Stalker«.
Music Liste | verfasst 10.07.2017
Halbjahresrückblick 2017
Best Organic Grooves so far
Das Jahr ist noch halb leer, aber schon vollgepackt mit super Releases. Wir haben grob in vier Genres aufgeteilt, je 20 Platten. Hier unsere Lieblinge aus dem Bereich Organic Grooves.
Music Review
George Otsuka Quintet
Physical Structure
Mit »Physical Structure« vom George Otsuka Quintet wurde jetzt via Le Trés Jazz Club ein mächtiger Fusion-Wurf aus dem Jahr 1976 geborgen.
Music Review
Upperground Orchestra
Euganea
Nach sieben Jahren Ruhepause kehrt das von Rabih Beaini geführte Upperground Orchestra mit dem neuen Album »Euganea« zurück.
Music Review
EABS & Tenderlonious
Slavic Spirits
Die polnische Jazzformation EABS haben mit »Slavic Spirits« einen tollen Zweitling vorgelegt. Tenderlonious war auch daran beteiligt.
Music Review
Too Smooth Christ
Density Of Horizon
Sicherlich wird auf Too Smooth Christ’s »Desntiy Of Horizon« das Rad nicht neu erfunden, aber das alte Rad wird neu in Schwung gebracht.
Music Review
Gwakasonné
Vwayajé
Séance Centre veröffentlichen mit »Vwayajé« eine Zusammenstellung mit Highlights der aus Guadeloupe stammenden Band Gwakasonné.
Music Review
Amato & Adriani
Presence Du Futur
Michel Amato, bekannt als The Hacker, und Alessandro Adriani, bekannt als Labelboss von Mannequin, veröffentlichen »Presence Du Futur«.
Music Review
Wilson Tanner
II
Wilson Tanner sind angetreten, um dem Hörer eine gewisse Ruhe zu injizieren. Auf »II« ist ihnen das noch mal besser gelungen.
Music Review
Stereo Total
Ah! Quel Cinéma!
Stereo Total bleiben Stereo Total. Unvergleichlich und sehr, sehr kurzweilig. So auch auf ihrem zwölften Album »Ah! Quel Cinéma!«.
Music Review
Bill Ryder-Jones
Yawny Yawn
Bill Ryder-Jones macht den Brian Wilson und veröffentlicht mit »Yawny Yawn« eine alternative Version seines Albums »Yawn«.
Music Review
Various Artists
Scores
Jordan GCZ, Upsammy, Suzanne Kraft und Parrish Smith liefern die »Scores« für vier kurze Stummfilme aus dem Jahr 1921 nach.
Music Review
S. Moreira
It All Comes Back To Patterns
»It All Comes Back in Patterns«, das Debüt von S. Moreira, ist nichts für Deep House-Apologeten, aber für alle anderen.
Music Review
Bella Vista
Mister Wong
Michel Esteban hat Punk über den Ärmelkanal gebracht, ZE Records gegründet und genau einen Song, »Mister Wong«, als Bella Vista aufgenommen.
Music Review
Nepumuk
Fuereinbreiterespublikum
Auf »Fuereinbreiterespublikum« mag der Rapper Nepumuk kleinlich sein, seiner Kunst schadet es allerdings nicht.
Music Review
Pedro Ruy-Blas
Cyber Dolores
Mit »Cyber Dolores« veröffentlicht Jazzaggression überwiegende instrumentale Aufnahmen des in Spanien populären Sängers Pedro Ruy-Blas.
Music Review
Broken English Club
White Rats II
»White Rats II« ist der zweite Teil einer Trilogie, die der Brite Oliver Ho unter dem Pseudonym Broken English Club veröffentlicht.
Music Review
Sachiko Kanenobu
Misora
Folk aus Japan hat noch keinen großen Verbreitungsgrad. Light In The Attic versuchen dem mit »Misora« von Sachiko Kanenobu entgegenzuwirken
Music Review
Sun Ra
Media Dreams
Unter all den eigenartigen Schallplatten von Sun Ra gehört das 1978 aufgenommene »Media Dreams« zu den eigenartigeren.
Music Review
Trans-4M
Sublunar Oracles
1992 legten Tranns-4M mit »Sublunar Oracles« so etwas wie das belgische »Selected Ambient Works« vor. Jetzt wurde es wiederveröffentlicht.
Music Review
Brief Encounter
We Want To Play
Auf »We Want To Play«, dem 1981er Album von Brief Encounter, trifft melodischer Reichtum auf triefenden Pathos.
Music Review
Identified Patient
Signals In Snakes
Mit »Signals In Snakes« ist Identified Patient bei Dekmantel gelandet und präsentiert auf der Vinyl 12" alles, was den Niederländer ausmacht
Music Review
The Bees
She's A Witch - Tikoloshi
The Bees haben Kwaito antizipiert. Ihr 1988 erschienenes Debüt »She’s A Witch – Tikoloshi« wurde nun auf Afrosynth wiederveröffentlicht.
Music Review
The Black Keys
›Let's Rock‹
Fünf Jahre haben sich The Black Keys Zeit gelassen, um mit »›Let’s Rock‹« Musik vorzulegen, dass wieder so roh wie ihre ersten Alben klingt.
Music Review
Nkono Teles
Party Beats
Beginnend mit »Party Beats« von Nkono Teles veröffentlicht BBE Africa eine Reihe von Releases des nigerianischen Labels Tabansi Records.
Music Review
Prince
Originals
Besser als die »Originale«: »Originals« versammelt eigene Fassungen von Stücken von Prince, die Prince für andere geschrieben hat.
Music Review
DJ Python
Derretirse
»Deep Reggaeton« nennt der New Yorker DJ Python seinen karibisch angehauchten Downtempo. Seine neue EP »Derretirse« ist jetzt erschienen.
Music Review
Sandy B
Qhum Qhaks
»Amajovi Jovi«, sein Debüt von 1994, wurde gerade wiederentdeckt. Nun legt Sandy B, 25 Jahre später, mit »Qhum Qhaks« neues Material vor.
Music Review
Call Super
All We Have Is Speed / All We Have Is Glue – 12"
Simpel, doch voller Details: Die Vinyl 12" »All We Have Is Speed / All We Have Is Glue« ist das erste musikalische Hallo seit 2017.
Music Review
Quantic
Atlantic Oscillations
Sein Sound bleibt vielfältig: Soul, Jazz, Cumbia, Disco und jede Menge Trommeln insd auf »Atlantic Oscillations« von Quantic zu hören.
Music Review
Jean-Luc
Des Litres D'essence
Die neueste Entdeckung von Knekelhuis ist die Band Jean-Luc. Ihre Debüt-EP »Des Litres D’essence« macht Lust auf mehr.
Music Review
Kate Tempest
The Book Of Traps & Lessons
Die Veränderung der Welt geschieht nicht über Manifeste: Mit »The Book Of Traps & Lessons« kehrt Kate Tempest in ihr Inneres ein.
Music Review
Awon
Soulapowa
Die LP zeigt sich als ein Reisebericht des inneren und äußeren Herumkommens, ausgemalt in gedeckten Klangfarben, organisch und warmherzig.
Music Review
The Raconteurs
Help Us Stranger
Nach zehn Jahren kommen The Raconteurs mit ihrem neuen Album »Help Us Stranger« doch noch einmal aus der Versenkung zurück.
Music Review
Glen Velez
Sweet Season
Glen Velez gilt als Meister der Rahmentrommel. Mit »Sweet Season« legt das Label Emotional Rescue jetzt eine Auswahl seiner Arbeiten vor.
Music Review
I Hate Models
L'Age Des Metamorphoses
Darauf haben Raver rund um den Globus jahrelang gewartet: Zum Debüt »L’Age Des Metamorphoses« des französischen Produzenten I Hate Models.
Music Review
Kevin Richard Martin
Sirens
Erstmals veröffentlicht The Bug ein Album als Kevin Richard Martin. Das macht Sinn, denn »Sirens« ist ein sehr persönliches Statement.
Music Review
Mort Garson
Mother Earth's Plantasia
Angenehm blödsinnig vitalisierend: »Mother Earth’s Plantasia« war Mort Garsons musikalischer Kommunikationsversuch mit Zimmerpflanzen.
Music Review
Georgia
Immute
Diese Musik gönnt einem alles und gibt einem nichts: mit »Immute« legen Georgia den Wahnsinn in Form einer Schallplatte vor.
Music Review
Kris Baha
My Master
Klingt wie eine Reissue auf Dark Entries, ist aber einfach nur Kris Baha in Höchstform. Zu seiner neuen Vinyl 12" »My Master« auf Pinkman.
Music Review
Sunn O)))
Life Metal
Sunn O))) sind zurück mit neuem Album und erfüllen sich auf »Life Metal« den Traum einer Zusammenarbeit mit Produzentenlegende Steve Albini.
Music Review
Emily A. Sprague
Water Memory / Mount Vision
RVNG Intl veröffentlicht »Water Memory« und »Mount Vision«, die ersten beiden Alben der amerikanischen Musikerin Emily A. Sprague.
Music Review
Biosphere
The Senja Recordings
Mit »The Senja Recordings« legt Biosphere eine Art klangliches Tagebuch ab, das drei Jahre auf der norwegischen Insel dokumentiert.