Music Review | verfasst 30.05.2019
Weird Dust
Tribe 1.1
Crevette, 2019
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Weird Dust - Tribe 1.1

Dass die Belgier ein wenig schräg sind, ist ja so ein beliebtes Stereotyp. Wenn man sich dann mal darin bestätigt findet, wird das gern gleich zur Legitimierung herangezogen. Weird Dust, das Projekt des Brüsseler Produzenten Mike Crabbé, trägt seinen Namen programmatisch vor sich her. Da ist Seltsames zu erwarten, das aber halt auch schon Staub angesetzt oder vielmehr selbst die Form von Staub angenommen hat. Mithin ein Entwurf des Schrulligen, der mit viel Nostalgie behaftet ist. Ein wenig erinnern seine bearbeiteten Beats, tribalistischen Patterns und Klänge, die an Analoggerät mit mehr als 30 Jahren Laufzeit gemahnen, ja an retrofuturistische Ansätze wie die der Hauntologists. Wobei Weird Dust sich insgesamt eine Spur exzentrischer gibt. Seine sturen Figuren haben stets so einen zusätzlichen Dreh ins Unberechenbare an sich, ohne sich dabei vollends ins Schrullige zu verabschieden. Das macht Crabbé dann eher als eine Hälfte von Tav Exotic. Hier wahrt er die Form, aber eben nur so eben noch. Als Update von Stammesritualen (oder wie ist der Titel »Tribes 1.1« zu verstehen?) durchaus geeignet. Die in solchen Fällen dringend benötigte Ironie bekommt man dankenswerterweise gleich mitgeliefert.

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