Music Review | verfasst 18.07.2019
Michael Stearns
Planetary Unfolding
Emotional Rescue, 2019
Text Sebastian Hinz
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Redaktion
Cover Michael Stearns - Planetary Unfolding

1981 hätte New Age als musikalisches Genre zu seinem Ende kommen können. Das dachten bislang nur jene, die nichts mit dieser therapeutischen Seelenmusik anfangen können. Nun, da Emotional Rescue »Planetary Unfolding«, das zu Unrecht in Vergessenheit geratene Meisterstück des amerikanischen Komponisten Michael Stearns aus besagtem Jahr wiederveröffentlicht, und somit allen an esoterischer Synthesizermusik interessierten Schallplattensammlern wieder zur Verfügung stellt, wird sich der Kreis derer, die die Ansicht teilen wohl vermehren. Denn, so der plausible Gedanke, was bleibt in dieser Musik nach diesen 45 Minuten noch zu sagen? – So leicht ist es dann mit Musik dann doch wieder nicht, denn irgendwer a) findet in einem Schlupfloch dann doch noch eine unerschrockene Wendung, b) zäumt das Seepferd von hinten auf, c) kreiert Musik, die ist wie ein Peeling, mit dem man sich Waschen kann, ohne nass zu werden, d) erinnert sich an eine vor Jahren auf einem Flohmarkt bei Rüsselsheim erstandene Schallplatte, die er in einer meditativen Verwirrung versehentlich falsch eingeordnet hat. Das kann alles passieren. Doch bis dahin ist »Planetary Unfolding« die perfekte Schallplatte. Aufgenommen auf einem Serge Modular Synthesizer sind Teile dieses in sechs »Movements« aufgeteilten Opus in den letzten Jahren bereits auf Compilations aufgetaucht: »In The Beginning« (Movement 1) auf Soul Jazz‘ »Space, Energy & Light: Experimental Electronic and Acoustic Soundscapes 1961-88« und »As The Earth Kissed The Moon« (Movement 5) auf Light In The Attics‘ »I Am The Center: Private Issue New Age Music In America 1950-1990«. Das Entfalten dieses planetarischen Nebels in seiner Gesamtheit auf Schallplatte nachzuhören, war hingegen sehr lange nicht (seit 1985 nämlich) ohne weiteres möglich. Und so kommt dieser Text zu seinem Ende.

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