Music Review | verfasst 14.08.2019
Odd Okoddo
Okitwoye
Pingipung, 2019
Text Kristoffer Cornils
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8.4
Redaktion
Cover Odd Okoddo - Okitwoye

Kaum jemand hat sich dermaßen konsequent dem kenianisch-deutschen Austausch verpflichtet wie Sven Kacirek. Seit seinem Album »The Kenya Sessions« im Jahr 2011 hat der Schlagwerker diesen aufrecht erhalten und präsentiert nun mit »Okitwoye« den ersten Vorgeschmack auf das kommende Album von Odd Okoddo. Benannt ist das Projekt nach dem Hauptinstrument von Kacireks musikalischem Partner Olith Ratego. Der ist nicht nur Sänger, der den traditionellen Dodo-Sound vom Viktoriasee als geupdatete Version konstant weiterentwickelt, sondern zugleich ein erfahrener Lautenist, der seine Instrumente glatt selbst baut. So auch die Okoddo. Auf »Okitwoye« lässt er damit dubbige Sounds durch den Mix schweben, während Kacirek mit Kickdrum und Hi-Hat einen minimalistischen Drive aufbaut, der Ratego eigentliches Talent in den Vordergrund bringt: Gleichermaßen klar, weich und kraftvoll singt er über den reduzierten Grooves und sorgt im Refrain des Stücks für ein dynamisches Stimmengewirr mit Ohrwurmpotenzial. Der Late-Night-Atmosphäre des Stücks wird auf der Flip von Peter Power, bekannt einerseits als Mitglied des brasilianischen Voodoohop-Kollektivs und im europäischen Kontext für seine Releases auf Multi Culti, durch einen sanften House-Beat etwas mehr Schwung injiziert. Der Dub, die Hintergründigkeit – das alles bleibt erhalten, wird aber in einen konstanteren Fluss gebracht, ohne die wunderbare Eigentümlichkeit des Originals darüber abzunutzen. Das liefert einen ersten, mehr als vielversprechenden Vorgeschmack auf ihr Debütalbum »Auma«. Möge der Austausch nicht abbrechen!

»Okitwoye« von Odd Okoddo findest du bei HHV Records: 7inch.
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