Music Review | verfasst 05.08.2019
Michael Orr And The Book Of Life
Love Will Rise
High Jazz, 2019
Text Lars Fleischmann
Deine Bewertung:
/
Nutzer
7.7
Redaktion
Cover Michael Orr And The Book Of Life - Love Will Rise

Es gibt ganz offensichtlich ein gesteigertes Interesse an Jazz. Und auch wenn Jazz in diesem Zusammenhang eher stumpf denn scharf umrissen erscheint, entstehen um den großen Trend ganz viele weitere kleine Mikro-Trends. Einer dreht sich um Spirituals, Gospel und Artverwandtes. Nicht nur die »Spiritual Jazz«-Reihe beweist seit längerem, dass sich Jazz und die Anrufung übernatürlicher, meist göttlicher Kräfte häufig bedingt haben; oder zumindest nicht nur per Zufall zusammenkamen. Eine dieser Platten, die innerhalb dieser durchaus positiven Marktbewegung nun nach oben an der Oberfläche gespült wird ist dieses Werk von 1981. 1975 hat Michael Orr sein Debüt »Spread Love« veröffentlicht (steht bei demnächst bei Tidal Waves als Reissue an), 1979 ging es dann wieder in das Studio für »Love Will Rise«, das Martin Luther King gewidmet ist. Martin Luther King tritt hier sowohl als Ikone der Bürgerrechtsbewegung, als auch als spiritueller Pfarrer auf. Die aufsteigende, aufstrebende Liebe des Titels ist eine christliche Nächstenliebe; vorerst recht weit weg von jener Liebe, die sonst in den Spätsiebzigern von Soul-Sänger*innen hoch- und runterbesungen wurden. Also nicht Al Jarreau, nicht Isaac Hayes, es gibt vermutlich gar nicht so viele Vorbilder von Bedeutung; zumindest die Intonation erinnert häufiger an einen jungen Gil Scott-Heron. Wie gesagt: Irgendwo zwischen Soul und Gospel, musikalisch-instrumental auch gerne mal in die aufstrebende Smooth Jazz-Ecke wandernd, George Benson als Bruder im Geiste akzeptierend. Nicht nur für New-Born-Christians, sondern auch abgesehen von der religiösen Aufladung echt ein Essential.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 05.08.2019
Michael Orr
Spread Love
Mit »Spread Love« von Michael Orr veröffentlicht Light In The Attic ein zu Unrecht vergessenes Album aus der Hochphase des R&B neu.
Music Review | verfasst 01.10.2010
Aloe Blacc
Good Things
Mit seinem zweiten Album besinnt sich Aloe Blacc auf die Wurzeln schwarzer Protestmusik im Pop.
Music Review | verfasst 18.08.2010
Sylvia Striplin
Give Me Your Love
Verheißungsvoll blitzt die nackte Schulter unter dem opulenten weißen Pelz auf dem Cover von Give Me Your Love hervor.
Music Review | verfasst 09.02.2010
Rufus Thomas
Walking The Dog
Rufus Thomas steht für die humorvollste und impulsivste Art des Rythm’n’Blues. Kein anderer verstand es wie er, Menschen durch Musik zu verbinden.
Music Review | verfasst 18.11.2010
Various Artists
Groove Merchant Turns 20
Der legendäre Plattenladen Groove Merchant in San Francisco wird 20 und Betreiber Chris Veltris feiert
Music Review | verfasst 30.01.2011
Forsch und Facette
Forsch und Facette
Die Kölner Sängerin Fleur Earth tut sich diesmal mit dem Produzenten Quo Vadis zusammen: Das passt!
Music Review | verfasst 14.03.2011
Charles Bradley & the Menahan Street Band
No Time For Dreaming
Mit 60 Jahren veröffentlicht Charles Bradley sein Debütalbum.
Music Review
Daso
Meine Idee
Daso ist tot, doch »Meine« bleibt für immer bei uns. Der Ghostly-Ableger Spectral Sound legt nun die gesamte »Meine Idee«-EP neu auf.
Music Review
Ghostface Killah
Ghostface Killahs
Mit »Ghostface Killahs« liefert Ghostface Killah was die Fans wollen. Mehr nicht. Am Ende bleibt nicht ein Track wirklich hängen.
Music Review
Nef
Mais Alors !!?... C'Est a L'Envers
»Mais Alors !!?… C’Est a L’Envers«, das erste und einzige Album der französischen Band Nef, wurde jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Matthew Halsall
Oneness
Ein Jahrzehnt lang hatte Matthew Halsall die Aufnahmen unter Verschluss gehalten. Jetzt ist »Oneness« veröffentlicht und das ist ein Segen.
Music Review
Various Artists
J-Jazz Deep Modern Jazz From Japan 1969-1983 Vol.2
Weiter 15 Jazzstücke aus dem Land der aufgehenden Sonne bietet die neue Compilation »J-Jazz Deep Modern Jazz From Japan 1969-1983 Vol.2«.
Music Review
Various Artists
Ilan Pdahtzur presents Night City Life
»Ilan Pdahtzur presents Night City Music« streicht Synthie-Fans die halbe Discogs-Wantlist aus. Aber sonst so? Recht wenig eigentlich.
Music Review
John Coltrane
Blue World
Wieder Unveröffentlichtes von John Coltrane. Auch wenn es sich bei »Blue World« »nur« um alternative Versionen bekannter Stücke handelt.
Music Review
Lee Hazlewood
400 Miles From L.A. 1955-56
»400 Miles From L.A. 1955-56« versammelt zahlreiches, unveröffentlichtes Material der frühen Schaffensphase von Lee Hazelwood.
Music Review
Pharoah Sanders
Moon Child
Klassisch? Auf jeden Fall. Aber durchgehend auf so hohem Niveau. Pharoah Sanders’ »Moon Child« aus dem Jahr 1990 wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Romare
Gone – 12"
Zwei Jahre nach seinem letzten Album meldet sich Romare mit etwas neuem zurücl. »Gone« ist dabei so offensiv wie noch nie tanzbar.
Music Review
Lloyd McNeill
Elegia
Soul Jazz setzen ihre verdienstvolle Arbeit fort, den Jazzmusiker Lloyd McNeill in Erinnerung zu halten und veröffentlichen »Elegia«.
Music Review
rRoxymore
Face To Phase
Auf ihrer Debüt-LP »Face To Phase« bietet rRoxymore eine stilistische Gemengelage, wie sie selten zu finden ist und noch seltener glückt.
Music Review
Tyler, The Creator
Igor
Tyler, the Creator nimmt das Scheitern einer Dreiecksbeziehung zum Anlass, ein neues abgefucktes Alter Ego zu füttern.
Music Review
Rhode & Brown
Nine To Shine
Auf »Nine To Shine« lassen die Münchener Rhode & Brown mit pfiffig, flockigem Haus die urbane Realität von Asphalt und Beton kurz vergessen.
Music Review
Animistic Beliefs
Mindset:Reset
Have you tried switching it on and off again? Animistic Beliefs wollen mit ihrem Debüt »Mindset:Reset« Electro neu definieren.
Music Review
Samo DJ
To Apeiron
Mit »To Apeiron« liefert Samo DJ alles andere als Peak-Time-Material ab. Sondern Axel-F-Melodien, New-Wave-Beats und BoC-Hommagen.
Music Review
Gyedu Blay Ambolley & Zantoda Mark III
Control
Bon Highlife, zu Reggae, zu Funk, zu Afrobeat und zurück: Mr Bongo veröffentlicht »Control« von Gyedu Blay Ambolley & Zantoda Mark III.
Music Review
Devendra Banhart
Ma
Je kürzer die Albumtitel bei Devendra Banhart, desto mehr Pop. Sein neues Werk heißt »Ma«. Aber diesmal gelingt der Versuch der großen Geste
Music Review
Various Artists
Esa Presents Amandla: Music To The People
DJ Esa Williams aus Kapstadt will mit seiner Compilation »Esa Presents Amandla: Music to the People« die Menschen zusammenbringen.
Music Review
Amelie Lens
Little Robot EP
Amelie Lens’ neueste EP »Little Robot« ist Big-Room-Techno auf der Höhe der Zeit. Nicht mehr und nicht weniger!
Music Review
Hugo Heredia
Mananita Pampera
Mit dem 1976 von Hugo Heredia und seinem Ensemble aufgenommenen »Mananita Pampera« ist ein weiteres Juwel des Jazz wiederveröffentlicht.
Music Review
Barker
Utility
Schon viele Jahre in Berlin als DJ und Produzent unterwegs, legt Sam Barker mit »Utility« nun auf Ostgut Ton sein Debütalbum »Utility× vor.
Music Review
Ebo Taylor
Palaver
Mit dem neu entdeckten »Palaver« von Ebo Taylor gibt es ein erstes richtiges Highlight in der neuen Tabansi Gold Series von BBE Africa.
Music Review
Ill Considered
8
Etwas urbaner als der eher atmosphärische Vorgänger, präsentiert »Ill Considered 8« eine weitere Schattierung der britischen Jazzer.
Music Review
Sampa The Great
The Return
Sampa The Great ist mit »The Return« ein unglaublich tolles, gar beeindruckendes Debütalbum gelungen.
Music Review
Velodrome
На Велодроме 141
Dark Entries hat den belgischen New Beat-Knüller »На Велодроме 141« von Velodrome ausgegraben und wiederaufgelegt.
Music Review
Toshifumi Hinata
Broken Belief
Gemeinsam mit Chee Shimizu arbeitet Music From Memory das Frühwerk von Toshifumi Hinata als Compilation neu auf.
Music Review
Ebo Taylor Jnr & Wuta Wazutu
Gotta Take It Cool
Mit »Gotta Take It Cool« veröffentlicht Mr Bongo Records ein rares Album von Ebo Taylor Jnr, dem Sohn des bekannten Highlife-Musikers.
Music Review
R°A
Space Melody EP
1988 war die Welt echt noch in Ordnung: Mothball Records veröffentlicht mit der »Space Melody EP« von R°A ein Italo-Disco-Highlight.
Music Review
Miles Davis
Rubberband
Natürlich ist das wiederentdeckte Album »Rubberband« von Miles Davis keine Revolution, kein Aufbruch. Es ist dennoch gut.
Music Review
Richard Lamb
Automatic Tango
»Automatic Tango« von Richard Lamb pickt am aktuellen Kanada-Sound wie Ahornsirup an Blueberry-Pancakes.
Music Review
Lower Dens
The Competition
Gebannt von diesen Neonfarben: Mit »The Competition« wagen sich Lower Dens so offensiv wie nie zuvor in den musikalischen Wettstreit.
Music Review
Reggie Andrews And The Fellowship
Mystic Beauty
Reggie Andrews hat als Mentor von Thundercat oder Kamasi Washington Musikgeschichte geschrieben. Jetzt kann er als Musiker entdeckt werden.
Music Review
Bon Iver
i,i
Andpruchsvolle Musik, die nicht überfordern soll: mit »i,i« entfernen sich Bon Iver ein Stück von dem verträumten Folk der ersten Jahre.
Music Review
Dawl
Time To Throw Down EP
Es werden keine Gefangenen gemacht: Dawl ist DJ seit den Anfangstagen von Rave und das hört man seiner »Time To Throw Down EP« dann auch an.
Music Review
Moose Dawa
The Swap
»The Swap« ist eiine Hommage an das Sampling und den schwedischen Beatmaker Moose Dawa gilt es zu entdecken.
Music Review
!!! (Chk Chk Chk)
Wallop
Mit »Wallop« wagen !!! einen wilden Ritt durch die Jahrzehnte, ohne ihre Kernkompetenz der schrägen Dancefloor-Killer zu vernachlässigen.
Music Review
Gareth Quinn Redmond
Laistigh Den Ghleo
Der irische Komponist Gareth Quinn Redmond hat mit »Laistigh Den Ghleo« dem Ambientwerk »Still Way« von Satoshi Ashikawa Tribut gezollt.
Music Review
Satoshi Ashikawa
Still Way (Wave Notation 2)
Das 1982 entstandene, fantastische Album »Still Way « von Satoshi Ashikawa, an dem auch Midori Takada mitwirkte, wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Whitney
Forever Turned Around
»Forever Turned Around« ist der Nachfolger zu Whitneys gefeiertem »Light Upon The Lake«. Es ist dann nette sommerliche Popmusik geworden.
Music Review
Wu-Tang Clan
OST Of Mics And Men
Die Dokuserie „Of Mics and Men“ erzählt die Wu-Tang Saga. Den Soundrack zum faktenbasierten Vierteiler übernahm der Clan selbst.