Music Review | verfasst 08.08.2019
Why?
AOKOHIO
Joyful Noise, 2018
Text Christian Neubert
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7.7
Redaktion
Cover Why? - AOKOHIO

Psych Pop zwischen verschroben und hymnisch, mal kryptisch verklausuliert, mal mit der emotionalen Dampfwalze gefühliger Befindlichkeitsnudisten. Große Gesten und grobe Zoten, Coming of Age und Altersweitsicht. Pathos, Pubertät und professionelles Gebaren, Nonsens und Naivität natürlich auch. Klavier, vertrackte Percussion, Glöckchengeläut. Auch mal ein Saxophon. Samples, Singalong und Spoken Word. Rap. Wahn. Witz. Why? ist zurück, die Band um Yoni Wolf, Anticon und so. Anfang der 2000er wurde der Musiker in einem Juice-Artikel über das Anticon-Label als Elton John des Rap bezeichnet. Falls das jemals irgendwie zugetroffen hat, dann heute mehr denn je. Viel eher ist er allerdings der Brian Wilson des Garage Rock. Mit »AOKOHIO« manövrieren sich Yoni und seine Band ästhetisch in die Frühzeit ihrer Karriere. In die Phase nach dem bilderschwangeren Lo-Fi-Kaiserschnitt »Oaklandazulasylum«, als Why? endgültig zum festen Bandprojekt wurde und mit »Elephant Eyelash« und »Alopecia« genreübergreifend a) offene Münder hinterließ oder b) mit Schulterzucken quittiert wurde. Natürlich hatten erstere recht. Die freuen sich jetzt auf Studio LP Nummer 7. Stellen fest, dass »AOKOHIO« so klingt, als hätte Yoni Sounds aus den Kisten gepackt, die noch von der der »Friends«-LP-Session mit Homie Serengeti rumstehen und sie mal eben in »Hymies Basement« gebracht. Finden dabei Vertrautes und Unerwartetes in kaleidoskopischer Bruchstückhaftigkeit, mit szenischen Songskizzen im ewigen Drunterunddrüber zwischen elegisch und euphorisch. Die Spannungsbögen von »AOKOHIO« schlagen ungeahnte Richtungen ein und nehmen einen direkt mit. Fort von Ohio, woher Yoni Wolf kommt und wohin er doch eben erst von der Bay Area zurückkehrte.

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