Music Review | verfasst 17.10.2019
Maleem Mahmoud Ghania & Pharoah Sanders
The Trance Of Seven Colors
Zehra, 2019
Text Andreas Schnell
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Redaktion
Cover Maleem Mahmoud Ghania & Pharoah Sanders - The Trance Of Seven Colors

Mit einer suchenden Saxophonmelodie beginnt es, im Hintergrund hören wir Stimmen, dann setzt Percussion ein. Nach einer Weile kommen die Töne archaischer Lauten hinzu und ein beschwörender Gesang. Man mag sich an die Meistermusiker von Joujouka erinnert fühlen, die Brian Jones einst in ihren Bann zogen, aber das hier ist dann doch noch mal etwas anderes. Nicht zuletzt, versteht sich, weil hier die marokkanische Gnawa-Tradition auf Pharoah Sanders trifft, einen der großen Meister des spirituellen Jazz. Dass es hier um höhere Dinge geht, daran lässt nicht nur Sanders’ Hommage an seinen einstigen Mitstreiter Sonny Sharrock keinen Zweifel. Für die Gnawa, Nachkommen von Sklaven aus dem Süden, dient ihre Musik, gespielt vor allem auf der Tbal-Trommel sowie den Langhalslauten Sintir und Guimbri, der Heilung durch Trance. Der 2015 gestorbene Maleem Mahmoud Ghania, Sohn von Maleem Boubker Ghania, hat im Laufe seines Musikerlebens immer wieder Schnittstellen zu anderen Musizierweisen gesucht und mit Musikern wie Robert Plant, Peter Brötzmann und Hamid Drake oder Carlos Santana gespielt. Die vielleicht schönsten Ergebnisse seiner musikalischen Reise sind wohl auf diesem Album zu hören, das Bill Laswell 1994 in Marokko aufgenommen hat. Kaum verständlich, warum das von der Kritik seinerzeit hoch gelobte Album »The Trance Of Seven Colors« jahrelang nur auf CD oder Tape zu erstehen gab. Das frisch gegründere Label Zehra sorgt jetzt endlich für die erste Vinyl-Edition.

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