Music Review | verfasst 21.11.2019
Gülistan
Oriental Groove
Hot Mule, 2019
Text Stefan Mertlik
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6.8
Redaktion
Cover Gülistan - Oriental Groove

Im Grunde fasst es der Titel »Oriental Groove« perfekt zusammen: »Jazz meets the Orient.« Die Herkunft dieser Platte mag exotisch klingen, ist sie aber nicht. Gülistan (türkisch für Rosengarten) besteht – abgesehen von einem türkischen Mitglied – aus Österreichern. Reisen und ein generelles Interesse an der türkischen Kultur führten 1984 zur Bandgründung. »Oriental Groove« erschien zwei Jahre später und entwickelte sich in Kennerkreisen zum Dauerbrenner mit zahlreichen Nachpressungen. Die sieben darauf enthaltenen Stücke klingen erst einmal wie ein Klischee. Darbuka-Trommeln, Saz-Gitarren und Flöten erinnern an »Tausendundeine Nacht«. Durch die Verbindung mit Funk, Jazz und Popmusik aus den 1980er Jahren entwickelt sich jedoch ein Klang, der anders ist. »Nazmiye« beginnt mit einem exotischen Rhythmus, wird im Laufe des Songs aber durch ein vertrautes Jazz-Schlagzeug und einen Synthesizer ergänzt. Auch wenn sich das Album an den Grundrhythmen der orientalischen Tanzmusik orientiert, bricht es immer wieder aus. In »Plajda« bestimmt der Lockmarsch den Beat und bedient mit todtraurigen Geigen eine dunkle Klangästhetik. In Stücken wie »Cano, Cano« fehlen nur noch Nuancen, um sie in das Genre Klezmer einzuordnen. Gülistan sind sich ihres Alleinstellungsmerkmals jedoch zu bewusst. Auf »Oriental Groove« versuchen sie den gleichen Trick mit der Flöte immer wieder. Im Laufe der 46 Minuten treten daher Ermüdungserscheinungen auf.

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