Music Review | verfasst 22.11.2019
Danny Brown
Uknowhatimsayin¿
Warp, 2019
Text Martin Silbermann
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Redaktion
Cover Danny Brown - Uknowhatimsayin¿

»Kann das gut gehen?«, haben sich wohl einige gedacht, als verkündet wurde, dass das neue Album von Danny Brown von Q-Tip produziert werden soll. Wie soll die soulige, erdige Old-School-Produktion von Mr. Conscious Rap zu dem hysterisch-hohen Gekeife des Detroiter Skandal-MCs passen, das er auf seinen vier bisherigen Alben eher auf experimentelle, Hip-Hop-ferne Beats losließ? »Uknowhatimsayin¿« beweist: Klar geht das und es passt sogar wunderbar! Danny Brown hat sich zwar die Schneidezähne richten lassen und trägt nun weder freakige Frisuren noch Skinny Jeans, doch seinem Stil als Punchline-Rapper bleibt er weitestgehend treu. Neben bekannten Themen von Crack dealen und peinlichem Sex mit Prostituierten führt das zu Kracher-Lines wie »I ignore a whore like an email from LinkedIn« (in »Savage Nomad«). Zudem macht er nach zehn Jahren im Game deutlich, dass er die goldenen HipHop-Zeiten im Herzen trägt: gleich im ersten Song »Change Up« wird Nas‘ »Stillmatic« zitiert, dem verstorbenen Prodigy von Mobb Deep ein Shout-Out auf »Theme Song« gegeben und über das gesamte Album verteilt einige Wu-Tang-Referenzen eingestreut. Studioverstärkung von Flying Lotus, JPEGMAFIA und Paul White sorgt dafür, dass das Ganze nicht zu old-schoolig klingt, und Feature-Gäste von Run The Jewels (»3 Tearz«) bis Blood Orange (»Shine«) veredeln diese Tracks mit ihrer jeweils eigenen Note. Dass Danny Brown »Uknowhatimsayin¿« als sein Stand-Up-Comedy-Album bezeichnet hat, liegt wohl auch am Fehlen von bisherigen Tropen wie Drogensucht, Depression oder Selbstmordgedanken. Der Verzicht auf solch existentialistische Themen verringert zwar die Fallhöhe der elf Songs, sehr unterhaltsam sind sie dadurch aber trotzdem – und man muss sich weniger Gedanken um das Wohlergehen von Danny Brown machen.

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