Music Review | verfasst 29.10.2010
Brian Eno
Small Craft On A Milk Sea
Warp, 2010
Text Karim Chughtai
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Redaktion
Cover Brian Eno - Small Craft On A Milk Sea

Ein Filmsoundtrack ohne Film. Harmonisch, psychedelisch, schizophren. Der neueste und zugleich älteste Zugang bei Warp Records pinselt für sein Debüt beim persönlich hochgeschätzten Label ein klangmalerisches Gemälde, dessen Motiv irgendwo in den vierzig Jahren seiner Schaffenszeit schlummert. Seit den 1970er Jahren revolutioniert der heute 62-jährige die Popwelt. Weniger fortschrittlich aber mit genügend Stoff den Soundtrack für mindestens drei dazugehörige Filme vorlegen zu können, entfaltet sich Small Craft On A Milk Sea als klassische Warp-Hörerfahrung. Als Oper für den Kopfhörer. Als komplexes Akustikgebilde. Der Altmeister und Ambient-Erfinder tobt sich für seine Labelpremiere einfach nur aus. Sei es durch die eigene Dekonstruktion der Songfragmente, ominös-melodiösen Soundlandschaften oder den spannungsgeladenen Klangkollagen, die sich auf Small Craft On A Milk Sea wiederfinden. Mit seinen langjährigen Weggefährten Jon Hopkins und Leo Abrahams schustert Eno ein Instrumentalalbum, das nach ersten Skizzen erst durch den Flux-Kondensator der Zufälligkeit gejagt werden muss, um sich als Gesamtwerk den Stempel »Eno« und »Warp« zu verdienen. Irgendwo zwischen Besessenheit, Weirdness und Radikalität.

Das Album Small Craft On A Milk Sea von Brian Eno findest du bei hhv.de: CD | Special Vinyl Edition
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