Music Review | verfasst 09.02.2011
Ghostface Killah
Apollo Kids
Def Jam, 2010
Text Ulf Puntschuh
Deine Bewertung:
7.5
Nutzer (2)
7.0
Redaktion
Cover Ghostface Killah - Apollo Kids

Wer im Jahre 2011 noch auf der Suche nach einem Rap-Abum ist, das ohne Elektrogeplänkel und effektverzerrte Stimmen auskommt, wird an Apollo Kids von Wu-Tang-Urgestein Ghostface Killah nicht vorbei kommen. Was der Zuhörer hier auf die Ohren bekommt, ist auf funkigen Vocalsamples basierendes Beatwerk verziert mit dem Who is Who des Wu-Tang-Dunstkreises. So gesehen ist Apollo Kids eigentlich gar kein richtiges GFK-Soloalbum, es könnte auch locker als Allstar-Album durchgehen: GZA, Raekwon, Method Man, Redman, Killah Priest, U-God, Cappadonna, Joell Ortiz, Black Thought, Sheek Louch, Jim Jones, Busta Rhymes. Kein kleines Line-Up zwölf Songs. Doch die Gäste machen ihren Job größtenteils solide, allenfalls The Game fällt auf Drama etwas ab. Sein Rap kann im Gegensatz zur gewaltigen Mikrofon-Präsenz von Ghostface Killah nicht überzeugen. Thematisch geht Ghostface hier gewohnte Wege: Viel Mafia-Talk, Drogen dealen und Frauen abschleppen, das ändert sich offensichtlich auch mit 40 Lenzen nicht. Auffälliger ist hingegen die Produktion. Nicht etwa The RZA, sondern größtenteils unbekannte Produzenten wie Frank Dukes verpassen dem Album einen sampleverliebten, soullastigen 1970er-Jahre-Sound. Da klingt hinter den scheppernden Schlagzeugen schon mal E-Orgel oder E-Gitarre durch. Apollo Kids ist kein typisches Wu-Album, und überzeugt dennoch.

Das Album Apollo Kids von Ghostface Killah findest du bei hhv.de: CD
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 30.08.2019
Wu-Tang Clan
OST Of Mics And Men
Die Dokuserie „Of Mics and Men“ erzählt die Wu-Tang Saga. Den Soundrack zum faktenbasierten Vierteiler übernahm der Clan selbst.
Music Review | verfasst 23.12.2011
Ol' Dirty Bastard
Return To The 36th Chambers
Das erste Soloalbum von ODB aus dem Jahre 1995 ist nun in einer aufwendig designten Deluxe-Edition erhältlich.
Music Review | verfasst 21.05.2013
Ghostface Killah & Adrian Younge
Twelve Reasons To Die
Ganz kann »Twelve Reasons To Die« die Erwartungen nicht erfüllen. Es ist dennoch ein guter und in jedem Fall obligatorischer Wu-Release.
Music Review | verfasst 29.08.2013
Ghostface Killah & Apollo Brown
Twelve Reasons To Die: The Brown Tape
Apollo Brown’s Nachbearbeitung von »Twelve Reasons To Die« besteht neben Adrian Younges Originalmusik auf Augenhöhe.
Music Review | verfasst 12.12.2014
Ghostface Killah
36 Seasons
Nach dem neuen Clan-Album schickt Ghostface Killah mit »36 Seasons« nun unmittelbar im Anschluss seinen elften Solo-Langspieler in die Spur.
Music Review
Daso
Meine Idee
Daso ist tot, doch »Meine« bleibt für immer bei uns. Der Ghostly-Ableger Spectral Sound legt nun die gesamte »Meine Idee«-EP neu auf.
Music Review
Ghostface Killah
Ghostface Killahs
Mit »Ghostface Killahs« liefert Ghostface Killah was die Fans wollen. Mehr nicht. Am Ende bleibt nicht ein Track wirklich hängen.
Music Review
Nef
Mais Alors !!?... C'Est a L'Envers
»Mais Alors !!?… C’Est a L’Envers«, das erste und einzige Album der französischen Band Nef, wurde jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Matthew Halsall
Oneness
Ein Jahrzehnt lang hatte Matthew Halsall die Aufnahmen unter Verschluss gehalten. Jetzt ist »Oneness« veröffentlicht und das ist ein Segen.
Music Review
Various Artists
J-Jazz Deep Modern Jazz From Japan 1969-1983 Vol.2
Weiter 15 Jazzstücke aus dem Land der aufgehenden Sonne bietet die neue Compilation »J-Jazz Deep Modern Jazz From Japan 1969-1983 Vol.2«.
Music Review
Various Artists
Ilan Pdahtzur presents Night City Life
»Ilan Pdahtzur presents Night City Music« streicht Synthie-Fans die halbe Discogs-Wantlist aus. Aber sonst so? Recht wenig eigentlich.
Music Review
John Coltrane
Blue World
Wieder Unveröffentlichtes von John Coltrane. Auch wenn es sich bei »Blue World« »nur« um alternative Versionen bekannter Stücke handelt.
Music Review
Lee Hazlewood
400 Miles From L.A. 1955-56
»400 Miles From L.A. 1955-56« versammelt zahlreiches, unveröffentlichtes Material der frühen Schaffensphase von Lee Hazelwood.
Music Review
Pharoah Sanders
Moon Child
Klassisch? Auf jeden Fall. Aber durchgehend auf so hohem Niveau. Pharoah Sanders’ »Moon Child« aus dem Jahr 1990 wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Romare
Gone – 12"
Zwei Jahre nach seinem letzten Album meldet sich Romare mit etwas neuem zurücl. »Gone« ist dabei so offensiv wie noch nie tanzbar.
Music Review
Lloyd McNeill
Elegia
Soul Jazz setzen ihre verdienstvolle Arbeit fort, den Jazzmusiker Lloyd McNeill in Erinnerung zu halten und veröffentlichen »Elegia«.
Music Review
rRoxymore
Face To Phase
Auf ihrer Debüt-LP »Face To Phase« bietet rRoxymore eine stilistische Gemengelage, wie sie selten zu finden ist und noch seltener glückt.
Music Review
Tyler, The Creator
Igor
Tyler, the Creator nimmt das Scheitern einer Dreiecksbeziehung zum Anlass, ein neues abgefucktes Alter Ego zu füttern.
Music Review
Rhode & Brown
Nine To Shine
Auf »Nine To Shine« lassen die Münchener Rhode & Brown mit pfiffig, flockigem Haus die urbane Realität von Asphalt und Beton kurz vergessen.
Music Review
Animistic Beliefs
Mindset:Reset
Have you tried switching it on and off again? Animistic Beliefs wollen mit ihrem Debüt »Mindset:Reset« Electro neu definieren.
Music Review
Samo DJ
To Apeiron
Mit »To Apeiron« liefert Samo DJ alles andere als Peak-Time-Material ab. Sondern Axel-F-Melodien, New-Wave-Beats und BoC-Hommagen.
Music Review
Gyedu Blay Ambolley & Zantoda Mark III
Control
Bon Highlife, zu Reggae, zu Funk, zu Afrobeat und zurück: Mr Bongo veröffentlicht »Control« von Gyedu Blay Ambolley & Zantoda Mark III.
Music Review
Devendra Banhart
Ma
Je kürzer die Albumtitel bei Devendra Banhart, desto mehr Pop. Sein neues Werk heißt »Ma«. Aber diesmal gelingt der Versuch der großen Geste
Music Review
Various Artists
Esa Presents Amandla: Music To The People
DJ Esa Williams aus Kapstadt will mit seiner Compilation »Esa Presents Amandla: Music to the People« die Menschen zusammenbringen.
Music Review
Amelie Lens
Little Robot EP
Amelie Lens’ neueste EP »Little Robot« ist Big-Room-Techno auf der Höhe der Zeit. Nicht mehr und nicht weniger!
Music Review
Hugo Heredia
Mananita Pampera
Mit dem 1976 von Hugo Heredia und seinem Ensemble aufgenommenen »Mananita Pampera« ist ein weiteres Juwel des Jazz wiederveröffentlicht.
Music Review
Barker
Utility
Schon viele Jahre in Berlin als DJ und Produzent unterwegs, legt Sam Barker mit »Utility« nun auf Ostgut Ton sein Debütalbum »Utility× vor.
Music Review
Ebo Taylor
Palaver
Mit dem neu entdeckten »Palaver« von Ebo Taylor gibt es ein erstes richtiges Highlight in der neuen Tabansi Gold Series von BBE Africa.
Music Review
Ill Considered
8
Etwas urbaner als der eher atmosphärische Vorgänger, präsentiert »Ill Considered 8« eine weitere Schattierung der britischen Jazzer.
Music Review
Sampa The Great
The Return
Sampa The Great ist mit »The Return« ein unglaublich tolles, gar beeindruckendes Debütalbum gelungen.
Music Review
Velodrome
На Велодроме 141
Dark Entries hat den belgischen New Beat-Knüller »На Велодроме 141« von Velodrome ausgegraben und wiederaufgelegt.
Music Review
Toshifumi Hinata
Broken Belief
Gemeinsam mit Chee Shimizu arbeitet Music From Memory das Frühwerk von Toshifumi Hinata als Compilation neu auf.
Music Review
Ebo Taylor Jnr & Wuta Wazutu
Gotta Take It Cool
Mit »Gotta Take It Cool« veröffentlicht Mr Bongo Records ein rares Album von Ebo Taylor Jnr, dem Sohn des bekannten Highlife-Musikers.
Music Review
R°A
Space Melody EP
1988 war die Welt echt noch in Ordnung: Mothball Records veröffentlicht mit der »Space Melody EP« von R°A ein Italo-Disco-Highlight.
Music Review
Miles Davis
Rubberband
Natürlich ist das wiederentdeckte Album »Rubberband« von Miles Davis keine Revolution, kein Aufbruch. Es ist dennoch gut.
Music Review
Richard Lamb
Automatic Tango
»Automatic Tango« von Richard Lamb pickt am aktuellen Kanada-Sound wie Ahornsirup an Blueberry-Pancakes.
Music Review
Lower Dens
The Competition
Gebannt von diesen Neonfarben: Mit »The Competition« wagen sich Lower Dens so offensiv wie nie zuvor in den musikalischen Wettstreit.
Music Review
Reggie Andrews And The Fellowship
Mystic Beauty
Reggie Andrews hat als Mentor von Thundercat oder Kamasi Washington Musikgeschichte geschrieben. Jetzt kann er als Musiker entdeckt werden.
Music Review
Bon Iver
i,i
Andpruchsvolle Musik, die nicht überfordern soll: mit »i,i« entfernen sich Bon Iver ein Stück von dem verträumten Folk der ersten Jahre.
Music Review
Dawl
Time To Throw Down EP
Es werden keine Gefangenen gemacht: Dawl ist DJ seit den Anfangstagen von Rave und das hört man seiner »Time To Throw Down EP« dann auch an.
Music Review
Moose Dawa
The Swap
»The Swap« ist eiine Hommage an das Sampling und den schwedischen Beatmaker Moose Dawa gilt es zu entdecken.
Music Review
!!! (Chk Chk Chk)
Wallop
Mit »Wallop« wagen !!! einen wilden Ritt durch die Jahrzehnte, ohne ihre Kernkompetenz der schrägen Dancefloor-Killer zu vernachlässigen.
Music Review
Gareth Quinn Redmond
Laistigh Den Ghleo
Der irische Komponist Gareth Quinn Redmond hat mit »Laistigh Den Ghleo« dem Ambientwerk »Still Way« von Satoshi Ashikawa Tribut gezollt.
Music Review
Satoshi Ashikawa
Still Way (Wave Notation 2)
Das 1982 entstandene, fantastische Album »Still Way « von Satoshi Ashikawa, an dem auch Midori Takada mitwirkte, wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Whitney
Forever Turned Around
»Forever Turned Around« ist der Nachfolger zu Whitneys gefeiertem »Light Upon The Lake«. Es ist dann nette sommerliche Popmusik geworden.
Music Review
Wu-Tang Clan
OST Of Mics And Men
Die Dokuserie „Of Mics and Men“ erzählt die Wu-Tang Saga. Den Soundrack zum faktenbasierten Vierteiler übernahm der Clan selbst.