Music Review | verfasst 27.02.2011
Dustin O'Halloran
Lumiére
130701, 2011
Text John Luas
Deine Bewertung:
/
Nutzer
8.0
Redaktion
Cover Dustin O'Halloran - Lumiére

Der in Berlin lebende kalifornische Pianist Dustin O’Halloran hat mit Lumiere einen Soundtrack veröffentlicht – einen Soundtrack ohne Film. Während er in den vergangenen Jahren neben seinen Arbeiten als Filmkomponist für An American Affair (R: William Olsson) und Marie Antoinette (R: Sofia Coppola) vor allem durch seine Soloarbeiten für Klavier auffiel, bedient er sich auf Lumiere eines vollen orchestralen Sounds. Das Klavier bleibt dabei, Chopin und Satie mahnend, das die Elemente verknüpfende Band, bildet den Bodensatz über dem O’Halloran Streicher in windige Höhen schraubt. Dabei entsteht eine kraftvolle Dramaturgie, die stets ein Ziel vor Augen behält und selbst beim Phantasielosesten Bilder in satten Farben evozieren dürfte. Sein Piano bleibt dabei in einer Lauerstellung, die bis zum Ende eine zarte Spannung hält und stets einen dramaturgischen Bezugspunkt bietet. Dustin O’Halloran schöpft die gesamte Bandbreite der popgeschulten Orchestrierung aus und hält sich im Leisen wie im Lauten nie zurück, schreitet stetig fort und schafft so ein Gesamtwerk, dem sich keins der Stücke entziehen kann. Der Zuhörer ohnehin nicht.

Das Album Lumiére von Dustin O’Halloran findest du bei hhv.de: LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Interview | verfasst 03.07.2011
Dustin O'Halloran
»Ich liebe es die Noten zu formen«
Der Pianist Dustin O’Halloran hat mit Lumiere einen Soundtrack veröffentlicht, der ohne einen Film auskommt. Wir haben mit ihm über die Kraft des Klaviers, den Zauber der Improvisation und seinen Freund und Kollegen Hauschka gesprochen.
Music Review | verfasst 18.07.2016
Various Artists
Eleven Into Fifteen: A 130701 Compilation
»Eleven Into Fifteen: A 130701 Compilation«: Zum fünfzehnten Geburtstag spendiert sich das Label eine Compilation mit 11 Stücken.
Music Interview | verfasst 22.06.2011
Hauschka
Die dritte Dimension
Den zweiten Teil unserer Gesprächsreihe über das Piano bestreitet Hauschka. Gerade hat der Düsseldorfer sein neuntes Studioalbum veröffentlicht. Wir sprachen über das Klavier, die Möglichkeiten der Präparation und Räume für Kollaborationen.
Music Bericht | verfasst 25.03.2014
Hauschka
Live am 21.3. im Radialsytem V in Berlin
Der wegweisende Komponist John Cage hatte einst die Idee des präparierten Pianos. Hauschka hat diese adaptiert und für die moderne Musik nutzbar gemacht. Am Freitagabend konnte man im Radialsystem V in Berlin Livemusik neu erfahren.
Music Liste | verfasst 14.02.2018
Jóhann Jóhannsson
10 Essentials
Um Jóhann Jóhannsson zu trauern heißt also einerseits, sich an ihn zu erinnern. Sich an Jóhannsson zu erinnern heißt aber auch, das Versprechen anzunehmen, das er mit seiner Musik abgelegt hat.
Music Review
MR TC & Lo Kindre
Phase001
MR TC und Lo Kindre haben ein Label aus der Taufe gehoben und gleich auch ein gemeinsamen Release fertiggestellt.
Music Review
Iron Curtis
And The Temper
Iron Curtis kehrt auf Office Recordings zurück. Seine EP »And The Temper« erzählt eine kleine Geschichte – im House-Bereich eine Seltenheit.
Music Review
Freddie Gibbs & Madlib
Bandana
Freddie Gibbs und Madlib, der Rapper und der Beatschmied, haben sich endgültig gefunden. Mit »Bandana« ist ihnen etwas großartiges gelungen.
Music Review
Fernando Falcão
Memória Das Águas
Kein Ethnoscheiß und auch kein plumper Nihilismus: Selva Disco legt »Memória Das Águas« von Fernando Falcão wieder auf.
Music Review
Odd Okoddo
Okitwoye
Odd Okoddo sind Sven Kacirek und der Sänger und Lautenist Olith Ratego. »Okitwoye« liefert einen ersten Vorgeschmack auf ihr Debütalbum.
Music Review
J.Derwort
Bamboo Music
Jacobus Derwart von The Chi Factory hatte in den späten 1980er Jahren mit Bambusflöten und Zweispurrekorder »Bamboo Music« aufgenommen.
Music Review
Shakti
Verboden Dromen
Aus den Hochzeiten der belgischen Clubkultur der 1980er Jahre kommt »Verboden Dromen« von Shakti, den Stroom wieder verfügbar gemacht hat.
Music Review
Biochip
Synthase
Das kanadische Duo Biochip debütiert mit »Synthase« auf Albumlänge auf Central Processing Unit.
Music Review
Why?
AOKOHIO
Psych Pop zwischen verschroben und hymnisch, mal kryptisch verklausuliert, mal mit der emotionalen Dampfwalze von Befindlichkeitsnudisten.
Music Review
Dots (Atom TM)
Dots
1994 nur auf CD erschienen, wird »Dots« nun via Astral Industries erstmals auf Vinyl veröffentlicht.
Music Review
Tim Jackiw
Many Moons
Zwischen 1995 und 1998 hat Tim Jackiw in Adelaide auf seinem Amiga 500 Tracks produziert, die jetzt als »Many Moons« veröffentlicht wurden.
Music Review
Michael Orr And The Book Of Life
Love Will Rise
»Love Will Rise« von Michael Orr And The Book Of Life aus dem Jahr 1979 ist ein Plädoyer für die Nächstenliebe.
Music Review
Michael Orr
Spread Love
Mit »Spread Love« von Michael Orr veröffentlicht Light In The Attic ein zu Unrecht vergessenes Album aus der Hochphase des R&B neu.
Music Review
Naosuke Miyamoto Sextet
Step!
1973 standen die Zeichen im japanischen Jazz auf Aufbruch. In diesem Jahr nahm das Naosuke Miyamoto Sextet »Step!« auf.
Music Review
Young Marco
Bahasa
Fünf Jahre nach einem prägenden Besuch von Indonesien hat Young Marco mit »Bahasa« das Ergebnis dieser Auseinandersetzung veröffentlicht.
Music Review
Cold Front
Beyond The Beat
Aus Minneapolis kommt das nächste Fundstück aus dem Knekelhuis. Dort haben um 1990 Cold Front »Beyond The Beat« aufgenommen.
Music Review
Desmond Coke
Let's Chase The Sun
1989 hat Desmond Coke in Eigenregie das Album »Let’s Chase The Sun« aufgenommen. Jetzt wird es von EMotional Rescue wiederveröffentlicht.
Music Review
Tycho
Weather
Auf seinem fünften Album »Weather« versucht Tycho etwas neues. Er arbeitet mit Stimme. Genauer: Saint Sinners Stimme. Und es funktioniert.
Music Review
Llewellyn
These Days
Llewellyn nennt sich der in erster Linie als Lake People bekannte Leipziger Martin Enke auf seiner neuen, sehr sonnigen EP »These Days«.
Music Review
Eiger Drums Propaganda
II
Ist das das letzte Album von Eiger Drums Propganda? Am Ende klingt es beinahe so. Bis zur offiziellen Bestätigung ist es aber Album »II«.
Music Review
Low Leaf
Baker's Dozen Vol.12
New Age-Musik, die alles andere als esoterisch klingt: »Baker’s Dozen Vol.12« kommt von der kalifornischen Harfinistin Low Leaf.
Music Review
Tommy Guerrero
From The Soil To The Soul
2006 via Quannum nur auf CD erschienen, legt Be With jetzt 13 Jahre später »From The Soil To The Soul« von Tommy Guerrero als Vinyl LP nach.
Music Review
Karen Gwyer
Man On Mountain EP
Seit »Rembo« 2017 ist es still geworden um karen Gwyer. Jedenfalls blieben die Releases aus. Das ändert sich mit »Man On Mountain« nun.
Music Review
Rhye
Spirit
Rhye haben eine neue Platte veröffentlicht und schenkt man den Worten dieser Rezension glauben, dann fehlt »Spirit« der Spirit.
Music Review
Musical Breed
Save The Little Children
In den Achtzigern war Reggae in Nigeria groß. In dieser Zeit nahmen Musical Breed ihr ungewöhnlich raues »Save The Little Children« auf.
Music Review
River Yarra
Frogmania EP
Frösche, Frösche, Frösche. Der australische Produzent River Yarra macht keine halben Sachen. Auf »Frogmania« quakt es, was das Zeug hält.
Music Review
Coil
Theme From The Gay Man‘s Guide to Safer Sex
1992 haben Coil den Soundtrack zu »Theme From The Gay Man‘s Guide to Safer Sex« komponiert, aber bislang nie veröffentlicht.
Music Review
Ariel Kalma
Nuits Blanches Au Studio 116
»Nuits Blanches Au Studio 116« versammelt fünf bislang unveröffentlichte Stücke von Ariel Kalma, die einen vielseitigen Komponisten zeigen.
Music Review
Various Artists
Street Soul Brazil 1987-1995
Die Compilation »Street Soul Brazil 1987-1995« zeigt entschleunigte Tanzmusik die braslianische Städter vor 30 Jahren zum Engtanz bewegte.
Music Review
Félicia Atkinson
The Flower And The Vessel
Schallplatten von Félicia Atkinson sind etwas Besonderes. Hier passt alles: Design, Sound, Kunst. So auch bei »The Flower And The Vessel«.
Music Review
Thom Yorke
Anima
War das zu erwarten? Thom Yorke hat mit »Anima« sein bislang eingenständigstes künstlerisches Statement als Solokünstler abgegeben.
Music Review
TRjj
Music Compilation: 12 Dances
Die »Music Compilation: 12 Dances« von TRjj weckt Erinnerungen an die jüngere Vergangenheit und ist ganz und gar gegenwärtig.
Music Review
Shabason & Gunning
Muldrew
»Muldrew« heißt die erste gemeinsame Arbeit der kanadischen Musiker Joseph Shabason und Ben Gunning.
Music Review
Michael Stearns
Planetary Unfolding
Michael Stearns ist 1981 mit »Planetary Unfolding« ein kleines New-Age-Meisterwerk gelungen. Es wurde jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
George Otsuka Quintet
Physical Structure
Mit »Physical Structure« vom George Otsuka Quintet wurde jetzt via Le Trés Jazz Club ein mächtiger Fusion-Wurf aus dem Jahr 1976 geborgen.
Music Review
Upperground Orchestra
Euganea
Nach sieben Jahren Ruhepause kehrt das von Rabih Beaini geführte Upperground Orchestra mit dem neuen Album »Euganea« zurück.
Music Review
EABS & Tenderlonious
Slavic Spirits
Die polnische Jazzformation EABS haben mit »Slavic Spirits« einen tollen Zweitling vorgelegt. Tenderlonious war auch daran beteiligt.
Music Review
Too Smooth Christ
Density Of Horizon
Sicherlich wird auf Too Smooth Christ’s »Desntiy Of Horizon« das Rad nicht neu erfunden, aber das alte Rad wird neu in Schwung gebracht.
Music Review
Gwakasonné
Vwayajé
Séance Centre veröffentlichen mit »Vwayajé« eine Zusammenstellung mit Highlights der aus Guadeloupe stammenden Band Gwakasonné.
Music Review
Amato & Adriani
Presence Du Futur
Michel Amato, bekannt als The Hacker, und Alessandro Adriani, bekannt als Labelboss von Mannequin, veröffentlichen »Presence Du Futur«.
Music Review
Wilson Tanner
II
Wilson Tanner sind angetreten, um dem Hörer eine gewisse Ruhe zu injizieren. Auf »II« ist ihnen das noch mal besser gelungen.