Music Review | verfasst 25.06.2011
Herman Dune
Strange Moosic
City Slang, 2011
Text Martin Silbermann
Deine Bewertung:
6.0
Nutzer (3)
6.5
Redaktion
Cover Herman Dune - Strange Moosic

Gerade nochmal gut gegangen! Würde beim Eröffnungsstück nicht nach einer Minute der gewohnt lakonische Gesang einsetzen, würde man weiter in der irrigen Annahme bleiben, es hier mit Arcade Fire-Apologeten zu tun zu haben. So jedoch braucht man nur auf die witzig-skurrilen Texte hören, um das französische Folk-Pop-Duo zu erkennen. Die Refrains ergehen sich zwar manchmal in allzu oft gehörten Floskeln wie Be My Baby Tonight, die darum herum gesponnenen Strophen erzählen aber herzerwärmend von Agenten, die aufgrund von Missverständnissen nach Ungarn versetzt werden oder Frauen, die wie Christopher Walken tanzen. Nicht nur wegen der Texte rücken Herman Dune damit in Richtung des frühen Adam Green, mit dem sie den ungefähren musikalischen Ansatz (witzige Texte plus Singalong-Folk) sowie gemeinsame Konzerte mit Kimya Dawson und Jeffrey Lewis teilen. Auch wenn einige dabei sind, befinden sich unter den neuen 12 Songs nicht ausschließlich Ohrwürmer; einige Passagen glänzen nicht gerade vor songwriterischer Brillanz – Spaß macht das aber auch auf dem dritten regulären Album. Dafür ist das Video zu Tell Me Something I Don’t Know ein gutes Beispiel, in dem Don Draper das blaue, kleine Chewbacca-Band-Maskottchen in seinem Cabrio umherchauffiert.

Das Album Strange Moosic von Herman Dune findest du bei hhv.de: LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 02.03.2015
Black Yaya
Black Yaya
»Black Yaya« ist ein nettes Soloalbum, das zwar am Anfang mehr verspricht als es dann hält, dafür zumindest durchwegs gute Laune macht.
Music Review | verfasst 10.03.2011
Wye Oak
Civilian
Zwischen stampfenden Folkdrums und Shoegaze-Gitarren lugt der Wahnsinn hervor: Wye Oak gelingt mit Civilian ein großer Wurf.
Music Review | verfasst 06.04.2011
Alexi Murdoch
Towards The Sun E.P.
Herrliche Lagerfeuermomente mit warmem Vintagesound gepaart mit fast schon unheimlichem Songwritertalent.
Music Review | verfasst 15.07.2011
O'Death
Outside
O’Death haben sich neu erfunden. So ist ein emotionales Monument entstanden, das im Leisen kraftvoll überzeugt.
Music Review | verfasst 01.11.2012
Calexico
Algiers
Das neue Album ist ein gute Einstieg für jene, die noch nicht mit Joey Burns und John Convertino bekannt sind.
Music Review
Roman Flügel
Garden Party
Die Dancefloors? Dicht! Roman Flügel lädt für sein Running-Back-Debüt zu einer »Garden Party«, die vier überragende Hits bietet.
Music Review
Four Tet
Sixteen Oceans
Selbst da, wo er sentimental zu werden droht, berührt Four Tet einen auf »Sixteen Oceans« am Ende doch.
Books Review
Nick Cave
Stranger Than Kindness
Es ist seine Biografie, sein Leben – zusammengehalten von zwei Buchdeckeln und 270 Seiten. Über »Stranger Than Kindness« von Nick Cave.
Music Review
Phi-Psonics
The Cradle
Der Jazz auf Phi-Psonics’ »The Cradle« begeistert mit fast schon erotischem Charme. Dieser Band steht die Zukunft offen.
Music Review
Various Artists
Oto No Wa: Selected Sounds Of Japan (1988 - 2018)
Mit »Oto No Wa: Selected Sounds Of Japan (1988 – 2018)« widmet sich das Label Music For Dreams entdeckungswürdigen Klängen aus Japan.
Music Review
Knxwledge
1988
»1988«, das zweite Album von Knxwledge für Stones Throw, zeigt auf 22 Stücken in nur 37 Minuten das ganze Können des Beatmakers.
Music Review
Rosa
Acqua Di Sale
Aus dem Umfeld der Neapolitaner von Mystic Jungle kommt Rosa. Ihre 6-Track-EP »Acqua Di Sale« ist ausnahmslos cocktailtauglich.
Music Review
Space Dimension Controller
Planète Contraire
Mit seiner zweiten Dekmantel-EP nimmt Space Dimension Controller Kurs auf »Planète Contraire« und kommt nur mit einer guten Nummer zurück.
Music Review
Electric Indigo
Ferrum
»Ferrum«, Eisen, ist das Ausgangsmaterial auf dem neuen Album von Electric Indigo, um das sich alles schichtet und zerfasert.
Music Review
Ben Bertrand
Manes
Auf seinem neuen Album »Manes« verbindet der belgische Klarinettist Ben Betrand klassische Musik mit elektronischen Effekten.
Music Review
Ratgrave
Rock
Ratgrave ist das gemeinsame Projekt von Max Graef und Julius Conrad. Ihr neues Album »Rock« ist bei Black Focus erschienen.
Music Review
Tony Allen & Hugh Masekela
Rejoice
Der Nigerianer Tony Allen und der Südafrikaner Hugh Masekela sind Legenden des Jazz. Auf »Rejoice« sind sie gemeinsam zu hören.
Music Review
Matthew Tavares & Leland Whitty
Visions
Die Kanadier Matthew Tavares und Leland Whitty, bekannt als Teil von BadBadNotGood, haben mit »Visions« ein Album veröffentlicht.
Music Review
Hailu Mergia
Yene Mircha
Der äthiopische Musiker Hailu Mergia feiert gerade seinen zweiten Frühling. MIt »Yene Mircha« ist nun sein neues Album erschienen.
Music Review
Shabaka & The Ancestors
We Are Sent Here By History
Der kraftstrotzende Jazz von Shaba Hutchings ist auch auf dem mit The Ancestors eingespieltem Album »We Are Sent Here By History« zu hören.
Music Review
Inoyamaland
Danzindan-Pojidon
Mit »Danzindan-Pojidon« veröffentlichten Inoyamaland 1983 ein nah am Zeitgeist agierendes Album. Nur wie klingt das heute?
Music Review
Alabaster DePlume
To Cy & Lee Instrumentals Vol.1
Eine weitere Entdeckung auf International Anthem: Der britische Saxophonist hat sein Album »To Cy & Lee Instrumentals Vol.1« veröffentlicht.
Music Review
Zebra Katz
Less Is Moor
»Less Is Moor« ist das späte Debütalbum von Zebra Katz. Auf ihm schreibt Ojay Morgan seine Geschichten unter eigenen Bedingungen neu.
Music Review
Jon Hassell
Vernal Equinox
»Vernal Equinox«, das erste Album des amerikanischen Klangpioniers Jon Hassell wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Jura Soundsystem Presents Transmission Two
Die Compilation »Jura Soundsystem Presents Transmission Two« präsentiert einen Kessel Buntes, den weirden Shit, lose Fäden, Unerhörtes.
Music Review
Ranil
Ranil Y Su Conjunto Tropical
Analog Africa stöbert abseits ihres Kerngebietes und veröffentlicht eine Compilation der peruanischen Kombo Ranil Y Su Conjunto Tropical.
Music Review
Roger Eno & Brian Eno
Mixing Colours
Schlappe 37 Jahre nach ihrer Arbeit zu »Dune« gibt’s mit »Mixing Colours« wieder gemeinsames Material der Brüder Roger Eno und Brian Eno.
Music Review
Buck 65
Laundromat Boogie
»Laundromat Boogie« tänzelt im Sixstep in den Waschsalon und wird mit lakonischem Witz in den Trockner gepackt.
Music Review
Tornado Wallace
Midnight Mania
Der Australier Tornado Wallace legt sein zweites Album vor. »Midnight Mania« ist druckvoller, aber weiterhin rätselhaft und entrückt.
Music Review
Various Artists
Black Riot: Early Jungle, Rave And Hardcore
Die Compilation »Black Riot: Early Jungle, Rave And Hardcore« lässt das aufwühlende, energische, rastlose Genre wiederaufleben.
Music Review
World Quake Band
Everything Is On The One
»Everything Is On The One«, das 1981 erschienene, einzige Album der World Quake Band wurde nun bei Mad About Records wiederveröffentlicht.
Music Review
Atmosphere
Whenever
Das Duo Atmosphere aus Minneapolis meldet sich mit einem neuen Album zurück. »Whenever« verzichtet auf Experimente und liefert verlässlich.
Music Review
Delroy Edwards
Slap Happy
Der Zahn musste ihm gezogen werden: »Slap Happy« zeigt, das Delory Edwards mit den gewohnten Mitteln, nicht die gewohnte Qualität erreicht.
Music Review
M.Rux
Vermonische Melodien
Mit »Vermonische Melodien« verneigt sich der Beatbastler M.Rux vor Reinhard Lakomy und benutzt DDR-Hardware. Ostalgie aber? I wo!
Music Review
The James Hunter Six
Nick Of Time
Auch »Nick Of Time«, das vierte Album von The James Hunter Six, ist musikalisch und textlich völlig aus der Zeit gefallen.
Music Review
Stephen Malkmus
Traditional Techniques
Nur ein Jahr nach »Groove Denied« veröffentlicht Stephen Malkmus mit »Traditional Techniques« ein neues, komplett akustisches Album.
Music Review
Pharoah Sanders
Live In Paris 1975
Pharoah Sanders nahm »Live In Paris 1975« in Umbruchszeiten auf. Das schlägt sich in seiner Diversität, nicht aber im Spiel nieder.
Music Review
Kris Baha
Barely Alive Remixes
Der Asutralier Kris Baha ist nicht müde zu kriegen und veröffentlicht mit »Barely Alive Remixes« ein weiteres Release.
Music Review
The Master Musicians Of Jajouka
Apocalypse Across The Sky
Bill Laswell hat 1991 mit The Master Musician Of Jajouka »Apocalypse Across The Sky« aufgenommen. Es wurde jetzt auf Vinyl veröffentlicht.
Music Review
Mateo Stoneman
Mateo
Vom Bankräuber zum »Loner« mit der Engelsstimme: die Geschichte von Mateo Stoneman wurde von ihm in karibische Sandelholz-Balladen gegossen.
Music Review
Houschyar
Temmuz
»Temmuz« von Houschyar ist von der ersten Sekunde warm, richtig schwül, dunstig, berauschend, eine gemütliche Decke, Milch mit Honig.
Music Review
Kassa Overall
I Think I'm Good
»I Think I’m Good« heißt das bei Brownswood erschienene, unberechenbare Album des an bipolarer Störung leidenden Musikers Kassa Overall.
Music Review
Grimes
Miss Anthropocene
Fünf Jahre nach ihrem letzten Album, legt die einzigartige Grimes mit »Miss Anthropocene« ein neues vor.
Music Review
Wildflower
Season 2
»Season 2«, das zweite Album der britschen Jazzer Wildflower, ist eine Meditation in aufgekratzten Zeiten.
Music Review
Caribou
Suddenly
Caribou beschäftigt sich auf »Suddenly« mit persönlichen Themen. Darunter einigen traurigen, wie die Stimmungslage vieler Songs andeutet.
Music Review
King Krule
Man Alive!
Mit »Man Alive!« ist King Krule nun endgültig in der Verweigerung angekommen. Die Vergleiche mit den großen Songwritern ziehen nicht mehr.