Music Review | verfasst 01.07.2011
Valentin Stip
Anytime Will Do EP
Clown and Sunsets, 2011
Text Pippo Kuhzart
Deine Bewertung:
/
Nutzer
9.0
Redaktion
Cover Valentin Stip - Anytime Will Do EP

Nicolas Jaar’s kleines Label Clown and Sunsets scheint seinen Sitz in einem dunklen Hinterraum, voller Rauchschwaden, frischem Kaffeegeruch und Müffeln von leeren Rotweingläsern zu haben. Denn wie schon Jaar’s Debütalbum ist auch Valentin Stips erste Veröffentlichung ein Werk, das jeglicher Alltagshektik entbehrt. Ein bewusster Schritt des erst 19jährigen, der seine Klavierstunden ob des rigiden Zeitplanes aufgab und begann sich der elektronischen Musik zu widmen. Geboren in Frankreich ging es dann erst nach New York, inzwischen lebt der Student in Montréal. Die zurückgelegten Distanzen zwischen den Wohnorten, scheinen nun in seiner Musik in Form von friedlich gefülltem Raum wiederzukehren. Zwischen Claps, Bongos, und Klavieren scheint es gleichmäßig zu atmen, schwerelos huschen immer wieder die Vocal-Fetzen über die Arrangements. Vieles erinnert dabei tatsächlich an Space Is Only Noise. Wie das Werk des Label-Bosses ist auch Stips Album gefüllt von dunklen Klangfarben, die aber nicht erdrücken, sondern mehr Platz lassen, sich um die Töne herum ein ganzes Universum zu träumen. So wird die Stimmung des Rezipienten schließlich zum raumfüllenden Element, denn eine Grundstimmung wollte Stip hier sicher nicht vorgeben. Je nach tatsächlicher Situation wird man sich von Anything Will Do sanft und losgelöst in weiche Dünen getragen fühlen oder daran erinnert werden, wie es sich anfühlt, sich matt durch nächtliche U-Bahn-Stationen zu schleppen.

Die Anytime Will Do EP von Valentin Stip findest du bei hhv.de: LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Porträt | verfasst 23.04.2012
Valentin Stip
Nichts muss, alles kann
Nichts muss, alles kann. Valentin Stip lässt leichtfüßung ein musikalisches Gemisch aus klassischen- und elektronischen Elementen enstehen – Nicolas Jaar ohne die poppigen Elemente, um hier mal den Einstieg zu erleichtern.
Music Review | verfasst 20.02.2014
Valentin Stip
Sigh
Man sollte es eigentlich nicht versuchen. Man sollte nicht versuchen, dieses Album in einen Text zu quetschen.
Music Review | verfasst 06.02.2014
Vtgnike
Dubna
Mal was anderes aus dem Hause Nicolas Jaar: Vtgnike macht Downtempo ohne Schörkel. Am Ende fehlen vielleicht gerade die.
Music Porträt | verfasst 04.03.2011
Nicolas Jaar
Stillstand ist der Tod
Die stete Weiterentwicklung des eigenen Schaffensradius ist die einzige logische Konsequenz aus dem Hype, der gerade um ihn kreiert wird. Nicolas Jaar will sich dem durch immer Neues entziehen.
Music Interview | verfasst 12.06.2015
Sylabil Spill & Ghanaian Stallion
»Rap ist immer Ventil«
Alles ist ein Duell. Sylabil Spill fechtet sie im 1vs1 mit Whack-MCs und auf einer Metaebene mit der Gesellschaft aus. Jetzt hat er gleich zwei neue EPs veröffentlicht. Eine davon mit Ghanaian Stallion. Wir trafen das Duo zum Gespräch.
Music Review
Nídia
Não Fales Nela Que A Mentes
Auf »Não Fales Nela Que A Mentes« braucht Nídia nicht als einen Rhythmus und einen Loop, um ein riesiges Koordinatensystem zu eröffnen.
Music Review
Hessel Veldman
Eigen Boezem
In den Achtzigern entstandene DIY-Aufnahmen aus der holländischen Hafenstadt IJmuiden: »Eigen Boezem« stellt Musik von Hessel Veldman aus.
Music Review
Kanye West
Jesus Is King
»Jesus Is King« von Kanye West ist jetzt auf Vinyl erschienen. Und wir haben die pädagogisch wertvollste 7.0er Review aller Zeiten für dich.
Music Review
Various Artists
Artificial Dancers – Waves Of Synth
»Artificial Dancers – Waves Of Synth« offenbart weitere schrullige Raritäten in Sachen Synthesizermusik aus den Achtzigern.
Music Review
Auscultation
III
Auf »III« lauscht Auscultation, wie der Name glauben macht, nach innen. Das Hineinhorchen beruht hier auch auf einen tragischen Vorfall.
Music Review
Y-Bayani And Baby Naa & The Band Of Enlightenment, Reason & Love
Nsie Nsie
Brutal sauber ausproduzierter und abgemischter Reggae aus Ghana: Philophon hat »Nsie Nsie« von Y-Bayani veröffentlicht
Music Review
Various Artists
Pacific Breeze 2: Japanese City Pop, AOR & Boogie 1972-1986
An City-Pop-Compilations mangelte es zuletzt nicht. Jetzt erscheint ein zweiter Teil von »Pacific Breeze« auf Light In The Attic.
Music Review
Cucina Povera & Haron
Plafond 6
Cucina Povera und Haron teilen sich die Rillen auf »Plafond 6«. Das Dilettantische wird dabei mitunter so überhöht, dass es wehtut.
Music Review
Soft Power
Brink Of Extinction
Soft Power, das Helsinkier Sextett um den Multiinstrumentalisten Mikael Jurmu, hat ihr drittes Album »Brink Of Extinction« veröffentlicht.
Music Review
Heerlens Percussie Ensemble
Biologic Music
Wer jetzt »Trommelgruppe« sagt, fliegt raus: Hot Mule veröffentlicht »Biologic Music« des Heerlens Percussie Ensembles.
Music Review
Grischa Lichtenberger
kamilhan; il y a péril en la demeure
Grischa Lichtenberger bleibt auch mit »kamilhan; il y a péril en la demeure« der große falsche Fährtenleger der elektronischen Musik.
Music Review
Red Axes
Red Axes
Red Axes haben »Red Axes« veröffentlicht. Auf ihrem zweiten Album haben die Israelis anscheinend wieder zu sich selbst gefunden.
Music Review
Kaitlyn Aurelia Smith
The Mosaic Of Transformation
Kaitlyn Aurelia Smith hat für »The Mosaic Of Transformation« ihren Buchla-Synthesizer neu verkabelt.
Music Review
Jensen Interceptor
Strings Of Fear
Ohne Jensen Interceptor wäre der Electro-Hype in den letzten Jahren wohl kaum zu rechtfertigen gewesen. Jetzt gibt’s was neues.
Music Review
Einstürzende Neubauten
Alles In Allem
»Alles In Allem« fühlt sich hier nicht wie das Ende der Einstürzenden Neubauten an, sondern wie eine erneute Metamorphose.
Music Review
Phillip Sollmann
Monophonie
Philipp Sollmann setzt sich auf »Monophonie« mit Hermann von Helmholtz, Harry Partch und Harry Bertoia auseinander.
Music Review
Jonny Nash & Suzanne Kraft
A Heart So White
Auf »A Heart So White« treffen Johnny Nash und Suzanne Kraft zum zweiten Mal aufeinander. Kommunikation fand dabei nur über die Musik statt.
Music Review
Daily Fauli
Fauli Til Dauli
Minimal Wave veröffentlicht mit »Fauli Til Dauli« Fundstücke des dänischen Schauspielers Søren Fauli, der sich hier Daily Fauli nennt.
Music Review
Caspar Brötzmann Massaker
Home
Southern Lord veröffentlicht die Alben des Caspar Brötzmann Massaker neu. Darunter das abschließende »Home« aus dem Jahre 1995.
Music Review
Ron Boots, Jo Bogaert & Morten Søndergaard
Lachrymation / Ambient Kinsky / Sahara I Mine Hænder / Far Boundaries
Das neueste Release versammelt Stücke von Ron Boots, Jo Bogaert und Morten Søndergaard, einem Niederländer, einem Belgier und einem Dänen.
Music Review
Various Artists
Spiritual Jazz Vol.11: SteepleChase
Mit dem neuesten Teil ihre »Spiritual Jazz«-Reihe werfen Jazzman einen Blick auf das dänische Jazzlabel SteepleChase.
Music Review
Imagination
I'm Always Right (The WDR Tapes 1977)
Im Archivschrank des WDR schlummert so mancher Schatz. Mit »I’m Always Right« von Imagination wurde jetzt einer geborgen.
Music Review
El Michels Affair
Adult Themes
Mit »Adult Themes« haben El Michels Affair einen Soundtrack aufgenommen, für den es keinen Film gibt.
Music Review
Fire-Toolz
Rainbow Bridge
Weirdere, wundervollere Musik als auf »Rainbow Bridge« war bisher weder von Fire-Toolz noch bei Hausu Mountain zu hören.
Music Review
Shan
Tanzstuecke
Die Tanzstücke auf »Tanzstuecke« haben sich nie von den Achtziger gelöst. Stört aber keinen! Shan lässt das Jahrzehnt frisch aufleben.
Music Review
Pierre Tchana
Super-Disco
Come on baby, dance! Das Amsterdamer Label Royer veröffentlicht das ursprünglich 1978 veröffentlichtet »Super-Disco« von Pierre Tchana neu.
Music Review
Vladislav Delay
Mutila
Das gesamte Spektrum von Höhen und Tiefen: »Mutila« von Vladislav Delay wurde von Rashid Becker neu gemastert und wiederaufgelegt.
Music Review
Klara Lewis
Ingrid
Klara Lewis legt mit »Ingrid« eine gespenstisch gute Veröffentlichung vor, die weder als Album noch als EP bezeichnet werden kann.
Music Review
Earth Trax
LP1
Wenn Euphorie und Schwermut ineinanderfallen: Bartosz Kruczyński hat sein erstes Album »LP 1« unter dem Pseudonym Earth Trax veröffentlicht.
Music Review
Nkem Njoku & Ozzobia Brothers
Ozobia Special
»Ozobia Special«, das einzige Album von Nkem Njoku & Ozzobia Brothers, erscheint nun erstmals außerhalb von Nigeria.
Music Review
Jamie xx
Idontknow
Mit »Idontknow« meldet sich Jamie xx nach fünf Jahren auf dem Dancefloor zurück. Doof nur, dass der geschlossen ist.
Music Review
Leafar Legov
Mirror
Auf »Mirror« trotzt Leafar Legov der Redundanz im Ambient-Genre und lässt uns zudem etwas Trost in der Weltabkehr entdecken.
Music Review
Various Artists
Minna Miteru
Alle bitte mal hinschauen: Für Morr Music hat Saya Ueno von Tenniscoats eine Compilation mit aktueller Indie-Musik aus Japan kuratiert.
Music Review
Soul Connection
Street Soul
Invisible City Editions legt mit »Street Soul« eine Auswahl von Stücken des Ende der 1980er Jahre aktiven Duos Soul Connections neu auf.
Music Review
Litia~Loe
Each Dawn Every Dawn
Mixed Signals hat sich der Aufarbeitung der House-Music verschrieben. Eines ihrer ersten Releases ist »Each Dawn Every Dawn« von Litia~Loe.
Music Review
Giulio Aldinucci
Shards of Distant Times
Giulio Aldinucci macht Ambient, der keiner ist. Mit »Shards of Distant Times« intensiver noch als je zuvor.
Music Review
Piero Piccioni
OST Il Dio Sotto La Pelle
Nach 20 Jahren des Wartens bekommt Piero Piccioni’S Soundtrack zu »Il Dio Sotto La Pelle« via Musica Per Immagini die verdiente Neuafulage.
Music Review
The Dwarfs Of East Agouza
The Green Fdogs Of Dahshur
Vier Jahre nach »Bes« veröffentlichen The Dwarfs Of East Agouza mit »The Green Fdogs Of Dahshur« ein weiteres monumental-mutiges Album.
Music Review
Finlay Shakespeare
Solemnities
Finlay Shakespeare arbeitet auch mit »Solemnities« im kompletten Alleingang an einem akkuraten Entwurf zeitgemäßer Popmusik.
Music Review
Sepehr
Shaytoon
Der in San Francisco ansässige Produzent Sepehr hat mit »Shaytoon« eine durch und durch inspirierendes Debütalbum veröffentlicht.
Music Review
Pole
1 2 3
Zeit für Spurensuchen: Mute veröffentlicht die ersten drei Alben »1 2 3« von Pole neu gemastert und in ein Deluxe-Box-Set verpackt, erneut.