Music Review | verfasst 12.07.2011
Mist
House
Spectrum Spools, 2011
Text Sebastian Hinz , Übersetzung Julia Frohn
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Redaktion
Cover Mist - House

Weitere Neuigkeiten aus dem unbedingt zu entdeckenden Universum der Emeralds. Hat Mark McGuire mit seiner Soloschau A Young Person’s Guide To die Dimension der Gitarre beleuchtet, durchdringt sein Bandkollege John Elliott den Synthesizer. Für das Projekt Mist tat er sich mit Sam Goldberg zusammen. Die beiden Musiker aus Cleveland, Ohio haben für House ihre Instrumentensammlung bestehend aus Moog Voyager OS, Roland RS-101, Sequential Circuits Prophet 600, Roland SH-101, Korg Polysix, Univox Minikorg, Multivox MX 202, Dave Smith Instruments Mopho zusammengeschmissen und kräftig geschüttelt. Dann machte es »Bang!« und es entstand Materie, Raum und Zeit in Form von »kosmischer Musik«. Man muss allerdings nicht, darauf sei ausdrücklich verwiesen, Klaus Schulze oder Tangerine Dream kennen, um diese Musik zu mögen. Ganz im Gegenteil. Mist fügen in ihren sieben Stücken der Synthesizermusik eine Form von Dringlichkeit bei, die vielen der heute und damals an der elektronischen Orgel dilettierenden Musiker abgeht/abging. Das liegt zum einen an dem bestechenden Sound, mit dem James Plotkin, Gitarrist bei Khanate und Scorn und als Produzent Experte für druckvolle Klänge, das Werk besiegelte. Es liegt aber eben auch an den Kompositionen selbst, die Galaxien von Tonfolgen bereithält. Das eröffnende Twin Lakes ähnelt in der Struktur beinahe einem Popsong, wohingegen Daydream einen hinein in die Körperlosigkeit führt, Mist House wiederum ist ein auf den Beat verzichtender Housetrack und das abschließende P.M. ein dreizehnminütiger Spaziergang entlang der Filamente. House ist schlicht der bisherige Höhepunkt des von John Elliott selbst kuratiertem Plattenlabels Spectrum Spools. Die ersten Kopien der Platte gibt’s übrigens auf pinkem Vinyl.

Das Album House von Mist findest du bei hhv.de auf LP.
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