Music Review | verfasst 20.08.2011
Orchestre Poly-Rythmo
The 1st Album
Analog Africa, 2011
Text Martin Silbermann
Deine Bewertung:
/
Nutzer
8.0
Redaktion
Cover Orchestre Poly-Rythmo - The 1st Album

In der afrikanischen Musikszene ist die Band aus Benin seit Jahrzehnten eine Ikone – auch wenn erst kürzlich das erste Album seit stolzen 20 Jahren erschien. Hierzulande ist der Bekanntheitsgrad freilich ein geringerer, was allerdings hoffentlich die Wiederveröffentlichung des allerersten Albums von 1973 ändern wird. Das Label Analog Africa hätte sich auch schwerlich ein passenderes Album zum Start ihrer Limited Dance Edition aussuchen können, denn die vier hier versammelten Jams sind hypnotisch, psychedelisch – und natürlich tanzbar. Aus den traditionellen Vodoun-Rhythmen entwickelte das Orchester, allen voran Mastermind Vincent Ahehehinnou, einen schon damals beinahe globalisierten Stilmix. Der zu dieser Zeit auf dem gesamten Kontinent aufkommende Afrobeat wird zusammen mit westlichen Einflüssen aus Funk, Soul und Latin zu ihrem ganz eigenen Sound vereint. Dieses sehr organische, trotzdem klar in der afrikanischen Musik verwurzelte Klangbild ist jedoch nicht (wie bei einigen ähnlichen Veröffentlichungen) so fremd für westlich sozialisierte Ohren, als dass man sich als Hörer vor lauter Exotik ausgeschlossen fühlt. Nein, dieser Sound hat etwas Verbindendes – sowohl auf der musikalischen als auch auf der zwischenmenschlichen Ebene.

Das Album The 1st Album findest du bei hhv.de: LP | CD
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Interview | verfasst 29.03.2011
Orchestre Polyrythmo
Die Rückkehr des Voodoo-Funk
Nachdem das Orchestre Polyrythmo für über 20 Jahre von der musikalischen Bildfläche verschwunden waren, melden sich die ergrauten Funk-Löwen mit einem neuen Studioalbum zurück. Lukasz Tomaszewski sprach mit Vincent Ahehehinnou.
Music Review | verfasst 18.09.2013
Various Artists
Afrobeat Airways 2
Auch die letzten Zweifler werden irgendwann einsehen, dass Gott und die Musik auf dieser Platte einfach Liebe sind.
Music Review | verfasst 23.08.2011
Rob
Funky Rob Way
»Funky Rob Way« ist ein brillantes Amalgam aus hypnotischen afrikanischen Rhythmen, fetten Bläsersätzen, Wah-Wah-Gitarren und Orgelkaskaden.
Music Review | verfasst 10.10.2011
Various Artists
Bambara Mystic Soul
Ein weiteres Highlight aus dem Hause Analog Africa. Diesmal beleuchtet das Label die Musikszene von Burkina Faso in den Siebzigern.
Music Review | verfasst 17.04.2012
Le Super Borgou De Parakou
The Bariba Sound
Mit sicherer Hand hat Samy Ben Redjeb fünfzehn Tracks des Kollektivs Super Borgou zusammengestellt.
Music Review
Hijack
The Horns Of Jericho
Mit »Horns Of Jericho« aus dem Jahre 1991 konnten sich Hijack einen gewissen Kultstatus sichern. Nun erscheint eine Neuauflage des Albums.
Music Review
T C F
415C47197F78E811FEEB7862288306EC4137FD4EC3DED8B
Macht bei »415C47197F78E811FEEB7862288306EC4137FD4EC3DED8B«, der Mini-LP des Norwegers TCF, der Code die Musik. Oder doch umgekehrt?
Music Review
Jóhann Jóhannsson
The Theory Of Everything O.S.T.
Johann Johannssons neueste Arbeit ist »The Theory Of Everything«, der Soundtrack zum gleichnamigen Film von James Mersh.
Music Review
Graphs
Posthuman
Mit der vor Energie geradezu überquellenden »Posthuman«-EP bricht Jason Taylor alias Graphs von alten Pfaden zu neuen Wegen auf.
Music Review
King Gizzard and the Lizard Wizard
I’m In Your Mind Fuzz
Das Septett King Gizzard and the Lizard Wizard aus Melbourne und veröffentlicht mit »I’m In Your Mind Fuzz« bereits das fünfte Album.
Music Review
Reinhard Voigt
»Rachanee«
Reinhard Voigt feiert mit seiner ersten Platte unter eigenem Namen seit nunmehr sieben Jahren ein gelungens Comeback.
Music Review
Statik Selektah
What Goes Around
Jazz ist der Nährboden von Statik Selektahs Platte »What Goes Around« und fungiert als idealer roter Faden.
Music Review
Diamond D
The Diam Piece
Diamond Ds »The Diam Piece« liest sich wie eine recht elitäre Featureliste aus den Neunzigern…
Music Review
PRhyme (Royce Da 5'9 & DJ Premier)
PRhyme
Royce Da 5’9s und DJ Premiers Album »PRhyme« marschiert Richtung NYC, Ecke Hardcore-Rap und beinahe möchte man »Gang Starr 2.0« flüstern.
Music Review
Cristobal and the Sea
Peach Bells EP
Mit einem erstaunlich ausformulierten Sound ist »Peach Bells« ein erstes dickes Ausrufezeichen der Band Cristobal and the Sea.
Music Review
Janek Schaefer
Unfolding Luxury Beyond the City of Dreams
Janek Schäfers »Unfolding Luxury beyond the City of Dreams« ist Ambient-Musik im Sinne feinsinniger Gestaltung diskreter Prozesse.
Music Review
Janek Schaefer
Inner Space Memorial in Wonderland
Mit »Inner Space Memorial in Wonderland« dehnt Janek Schaefer seine Verneigung vor dem britischen Schriftsteller J. G. Ballard aus.
Music Review
Verckys et L'Orchestre Vévé
Congolese Funk, Afrobeat and Psychedelic Rumba 1969-1978
»Congolese Funk, Afrobeat and Psychedelic Rumba 1969-1978« von Verckys et L’Orchestre Vévé spiegelt die Stimmung Kongos in den Siebzigern.
Music Review
Deft
Blue Jasmine
Auf seiner neuen EP »Blue Jasmine« beschäftigt sich der Süd-Londoner Deft mit dem Zustand beim Erwachen aus Hypnose.
Music Review
Sly Stone
I'm Just Like You: Sly’s Stone Flower 1969 -1970
Mit »I’m Just Like You: Sly’s Stone Flower 1969 -1970« muss man Sly Stone einfach wiederentdecken.
Music Review
Drexciya
Harnessed the Storm
»Harnessed the Storm« ist das einzige Album in der »Seven Storms«-Reihe, das unter dem Namen Drexciya erschien.
Music Review
Red Royalty
Spirit
Mit seiner frischen aber frostigen Debüt-EP für Second Voyage läutet Red Royalty aus Stockholm eindeutig die Wintersaison ein.
Music Review
Von Spar
Streetlife
Auch wenn Von Spar klingen wie eine Mutation aus Lynnyrd Skynnard & Holy Ghost, gelingt ihnen mit »Streetlife« ein wunderbares Album.
Music Review
Brian Eno
The Shutov Assembly
Auf seinem Album »The Shutov Assembly« von 1992 scheint es, als hätte sich Enos Verständnis des Schwebenden selbst mit der Zeit verschoben.
Music Review
Brian Eno
Neroli
Das 58 Minuten lange Stück »Neroli« von Brian Eno, erstmals 1993 veröffentlicht, wird bei All Saints wiederveröffentlicht.
Music Review
Brian Eno
The Drop
Brian Enos Album »The Drop« aus dem Jahre 1997 markiert keinen Höhepunkt in seiner Karriere.
Music Review
Brian Eno
Nerve Net
Auf seinem 1992 erschienen »Nerve Net« wendete sich Brian Eno den Klängen der Rockmusik zu. Zu viel Gedaddel, zu wenig artifiziell war das.
Music Review
Betty Ford Boys
Retox
Nichts mit Entschlackungskur – hier wird nachgeschüttet. Hier steckt richtig Volumen hinter.
Music Review
Mogwai
Music Industry 3: Fitness Industry 1 EP
Die »Music Industry 3. Fitness Industry 1. EP« ist eine Zugabe zu Mogwais ungewohnt Elektronik-lastigem »Rave Tapes« Album.
Music Review
Sad City
Introduction To Lisboa / Sloe
In der kosmischen Klangsprache der dritten EP Gary Caruths »Introduction To Lisboa / Sloe« ist Lissabon ganz und gar keine traurige Stadt.
Music Review
Radian & Howe Gelb
Radian vs. Howe Gelb
Der wilde Mix aus jazzigen Untertönen, Knister-Elektronik und Post-Rock auf »Radian vs. Howe Gelb« ist nicht uninteressant.
Music Review
Golden Diskó Ship
Invisible Bonfire
Winklige Arrangemement und eine beiläufige Catchyness: »Invisible Bonfire« von Golden Diskó Ship beeindruckt.
Music Review
Function
Recompiled / Extractions
Dave Sumner veröffentlicht mit »Recompiled / Extractions« altes Function-Material auf seinem Imprint Infrastructure.
Music Review
Lawrence
A Day In The Life
Mit »A Day In The Life« hat der Hamburger Produzent Lawrence sein erstes »richtiges« Ambientalbum vorgelegt.
Music Review
Various Artists
Disco
Die neueste Compilation aus dem Hause Soul Jazz Records präsentiert seltene Stücke aus »Independent Disco, Modern Sound and Boogie 1978-82«.
Music Review
Junes
Root Pattern EP
Der House von Junes auf der »Root Pattern EP« ist eklektisch, stilistisch offen und experimentierfreudig.
Music Review
Get Well Soon
Greatest Hits EP
Für »Greatest Hits«, den letzten Teil seiner 10"-Reihe, hat sich Get Well Soon einiger Perlen der Popgeschichte angenommen.
Music Review
Poppy Ackroyd
Feathers
Für »Feathers« begab sich die Pianistin Poppy Ackroyd ins Keyboard Museum in Edinburgh und kehrte mit allerhand Samples wieder heim.
Music Review
Tujiko Noriko
My Ghost Comes Back
Die märchenhaft-nostalgische Exotik macht »My Ghosts Come Back« von Tujiko Noriko zu einem bemerkenswerten Album.
Music Review
Full Of Hell/Merzbow
Full Of Hell/Merzbow
Auf ihrem neuen Album kollaborieren Full Of Hell mit Akita Masami alias Merzbow, dem Godfather des Japanoise.
Music Review
Nazoranai
なぞらない
Auf »なぞらない«, dem zweiten Album des Trios Nazoranai, wird monumental-psychedelisch gerockt.
Music Review
Damiano von Erckert
Mickey M. and the Marlboro Man
Auf seiner neuen EP »Mickey M. and the Marlboro Man« bringt Damiano von Erckert den Säulenheiligen Peven Everett in seine Gesangskabine.
Music Review
Jon Hassell / Brian Eno
Fourth World Vol. 1: Possible Musics
»Fourth World Vol. 1: Possible Musics« von Jon Hassel und Brian Eno, scheint 2014 viel mehr zu Hause zu sein als im Jahr 1980.
Music Review
Erik Truffaz & Murcof
Being Human Being
Erik Truffaz und Murcof liefern mit »Being Human Being« eine Synthese aus sphärischen Trompetenmelodien und glitchigen Soundscapes.
Music Review
Objekt
Flatland
Selten zuvor wurde Clubmusik gedacht wie bei Objekt. So komplex »Flatland« bisweilen auch klingt, es lässt sich mehr als gut dazu tanzen.
Music Review
Lawrence English + Werner Dafeldecker
Shadow Of The Monolith
»Shadow Of The Monolith« ist das Ergebnis eines Aufenthalts von Lawrence English und Werner Dafeldecker in der argentinischen Antarktis.