Music Review | verfasst 26.10.2011
Absztrakkt
Diamantgeiszt
58Muzik, 2011
Text Kevin Frese
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Redaktion
Cover Absztrakkt  - Diamantgeiszt

Deutschraps spiritueller Führer meldet sich zurück. Fürsorglich versorgt er seine Anhängerschaft mit wertvollen Weisheiten – und das so kraftvoll, deutlich und präsent wie eh und je. Für seinen mittlerweile dritten Langspieler Diamantgeiszt schlüpft Absztrakkt unverkennbar in die Rolle eines Brückenbauers und stellt somit die ersten Weichen für jene Menschen, die buddhistisches Interesse verspüren. Demzufolge beschert er seinen Hörern vor allem diverse Denkanstöße, die bei richtiger Anwendung ein erfülltes Leben in Aussicht stellen sollen. »Wer abstrakt hört oder sieht oder beides, zeigt schon mal den richtigen Weitblick, und entweder heißt es, du hast schon genug Karma bereinigt oder dass es dafür jetzt an der Zeit ist. Du entscheidest.« – eine Phrase aus Karma, einem der stärksten Songs des Albums. 18 Songs (plus zwei Skits), allesamt produziert vom Hannoveranischen Produzentenduo Influenza’s Finest, fügen sich zu einem für Absztrakkt maßgeschneiderten Klangbild. Der Lüdenscheider bedient die düsteren, harten und spirituell ruhenden Melodien nach Maß, und dass ein Roey Marquis II. oder sonstige Gäste auf Diamantgeiszt fehlen, mag zu einer gleichgültigen Nebensache mutieren. Wer eventuell auch nur annähernd daran dachte oder gar befürchtete, »Bodhisattvas« Sound werde sich aufgrund seiner stetig wachsenden Ausgeglichenheit fortan verändern, der hat sich herbe geschnitten und wird mit Diamantgeiszt eines Besseren belehrt.

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