Music Review | verfasst 09.11.2011
Boom Bip
Zig Zaj
Lex Records, 2011
Text Björn Bischoff
Deine Bewertung:
/
Nutzer
5.0
Redaktion
Cover Boom Bip - Zig Zaj

Producer wie Boom Bip bemerkt kaum einer. Wie auch? Kaum eine Woche vergeht, in der nicht eine beliebige Beatschmiede mit dringlichem Rhythmus und ADHS ihre Version von GlitchHop und/oder Electronica unters Volk mischt. Der Mann hinter dem Namen Boom Bip muss sich also etwas einfallen lassen. Nach dem gemeinsamen Projekt Neon Neon mit dem Super Furry Animal Gruff Rhys zog sich Bryan Charles Hollon für Zig Zaj zurück in ein altes Studio mit schlechter Akustik – soweit die Waschzettel-Story, die aber auch nicht gerade große Neugier weckt. Doch Hollons viertes Album für Lex Records geht tatsächlich mehr in die Tiefe als viele andere Releases in dem Genre. In Pele finden sich etwa alte Gitarren von Joy Division und ein wenig No Wave zieht durch die Takte der Drums, bevor eine knarzige Synthie-Melodie das Ding noch am Kragen packt. In seinem Sound findet Hollon genug Mittel, um Spannung aufzubauen oder einzureißen, um dem Losgelöstem Raum zu geben. TumTum breitet sich sachte auf einem einfachen Beat und einer
elektronischen Flächen in knapp zehn Minuten aus. Daneben steht der kompakte Stampfer Manabozh mit laufendem Motor und vollem Rohr. Verschiedene Features wie Alex Kapranos von Franz Ferdinand fügen sich da ohne Probleme ein. Trotzdem fehlt Zig Zaj bei manchen Tracks der Wiedererkennungswert. Denn so gut sich die Stimmen auch einfügen, so wenig prägen sie diese Platte. Reveal kommt zwar ohne Feature aus und die Freiheit weht da zwischen den Tönen, aber die Melodie greift einfach nicht. Und so bleibt Zig Zaj eine angenehme Erscheinung an einem sonnigen Tag; eine flüchtige Bekanntschaft, die bald wieder verflogen ist.

Das Album Zig Zaj von Boom Bip findest du bei hhv.de: ###HHV: 254251:CD###
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 18.02.2016
Ivan Ave
Helping Hands
Ivan Ave und Mndsgn machen wieder gemeinsame Sache. Sie reichen sich auf »Helping Hands« gegenseitig die Hand. Es ist ein großes »Hallo«.
Music Review | verfasst 28.09.2012
JJ Doom
Key to the Kuffs
Kein Fast-Food-Snack für die Generation Soundcloud, sondern eine Platte, der man durchaus einen Hördurchgang mehr spendieren darf.
Music Review | verfasst 26.02.2014
JJ Doom
Key To the Kuffs (Butter Deluxe Version)
Die »Butter Deluxe Version« von »Key To The Kuffs« bietet wirklich einiges mehr als das Original.
Music Review | verfasst 25.09.2014
NehruvianDOOM
Sound Of The Son
»Sound Of The Son« heißt die gemeinsame Platte des New Yorker Großmeisters MF Doom und des 18-jährigen Senkrechtstarters Bishop Nehru.
Music Review | verfasst 10.03.2015
BBNG (BadBadNotGood) & Ghostface Killah
Sour Soul
Mit BBNG und Ghostface Killah treffen musikalisch hochkarätige Profis aufeinander und liefern mit »Sour Soul« ein hörenswertes Stück Musik.
Music Review | verfasst 03.06.2015
Dangerdoom
The Mouse And The Mask
Danger Mouse und MF Doom befanden sich 2005 beide auf dem Zenit und schufen ein gemeinsames Album. Jetzt wurde die Scheibe neu aufgelegt.
Music Review | verfasst 02.02.2016
Nevermen (Tunde Adebimpe, Dose One & Mike Patton)
Nevermen
Tunde Adebimpe, Dose One und Mike Patton sind Nevermen. Muss man da eigentlich noch mehr schreiben? Nö. Aber sei’s drum.
Music Review | verfasst 24.05.2009
DOOM
Born Like This.
»Born Like This« ist fragmentiertes Chaos und so viel sinnstiftender als der ganze andere Quatsch.
Music Review
Man Jumping
Jumpcut
Brian Eno soll sie einst »die wichtigste Band der Welt« genannt haben: Man Jumping. Ihr Debüt »Jumcut« wurde jetzt veröffentlicht.
Music Review
Shina Williams & His African Percussions
Shina Williams
»Shina Williams«, 1980 erstmals veröffentlichte LP von Shina Williams & His African Percussions, wurde erstmals wiederveröffentlicht.
Music Review
Pan American
A Son
Nach sechsjähriger Pause veröffentlicht Mark Nelson mit »A Son« ein neues Album als Pan American.
Music Review
Yoshio Ojima
Une Collection Des Chainons I: Music For Spiral
Mit »Une Collection Des Chainons I: Music For Spiral« wird das Frühwerk von Yoshio Ojima jetzt neu erschlossen.
Music Review
Various Artists
Space Funk
Die Retro-Ästhetik von alten Science-Fiction-Filmen überträgt die Compiplation »Space Funk« auf den Funk der Siebziger und Achtziger.
Music Review
Ryuichi Sakamoto
Thousand Knives Of
Schon 1978 mit seinem Debüt »Thousand Knives Of« bewies Ryuichi Sakamoto sein Gesprü für unkonventionelle Arrangements.
Music Review
RAMZi
Multiquest Niveau 1: Camouflé
Das alljährliche RAMZi-Album ist da. Auf »Multiquest Niveau 1: Camouflé« wirkt die musikalische Formel der Kanadierin etwas aufgebraucht.
Music Review
Various Artists
French Disco Boogie Sounds Vol.4
Die Compilation »French Disco Boogie Sounds« liefert standesgemäß Perlen für den Tanzflur. Das ist bei »Volume 4« nicht anders.
Music Review
Function
Existenz
»Existenz« liefert mit 17 Tracks auf Vinyl 4LP einen fulminaten Querschnitt über die 25 Jahre währende Arbeit von Function.
Music Review
François N'Gwa
Ogooue
Auf »Ogooue« finden sich die besten, der zwischen 1985 und 2004 entstandenen Stücke des gabunischen Musikers François N’Gwa wieder.
Music Review
Mike Selesia
Flavor
1976 haben Mike Selesia und seine Mitstreiter »Flavor« aufgenommen, 100 Stück pressen lassen. Jetzt ist das Jazzjuwel wieder erhältlich.
Music Review
Sokratis Votskos Quartet
Sketching The Unknown
Jazzman veröffentlicht mit »Sketching The Unknown« das tolle Debüt der griechischen Jazzer vom Sokratis Votskos Quartet.
Music Review
Eye
Metamujer
Die Französin Laurène Exposito legt als Eye ihre neue LP »Metamujer« vor und macht deutlich, dass sie sich musikalisch weiterentwickelt hat.
Music Review
Issam Hajali
Mouasalat Ila Jacad El Ard
»Mouasalat Ila Jacad El Ard«, das erstmals 1977 veröffentlichte Album des libanesischen Musikers Issam Hajali, wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Danny Brown
Uknowhatimsayin¿
Mit »Uknowhatimsayin¿« huldigt Danny Brown dem guten alten Hip-Hop der Neunziger. Themen wie Drogensucht oder Depression sucht man vergebens
Music Review
Om Buschman
Total
Das einzige Album von Om Buschmann, »Total« aus dem Jahre 1989 wurde nun via Glossy Mistakes wiederveröffentlicht.
Music Review
Gülistan
Oriental Groove
Hot Mule veröffentlicht »Oriental Groove«, der in den 1980er Jahren gegründeten österreichischen Band Gülistan, neu.
Music Review
Ruins
Marea / Tied
Das Anfang der 1980er Jahre veröffentlichte »Marea/Tied« der italienischen New-Wave-Band Ruins wurde von Music From Memory wiederentdeckt.
Music Review
Robag Wruhme
Topinambur EP
Verglichen mit »Venq Tolep« schielt Robag Wruhme mit der EP »Topinamur« wieder mehr auf den Dancefloor.
Music Review
L'Orange & Jeremiah Jae
Complicate Your Life With Violence
Auf »Complicate Your Life With Violence« spinnen L’Orange und Jeremiah Jae die Hard-Boiled-Geschichte des Vorgängers weiter.
Music Review
Andy Stott
It Should Be Us
Kurzerhand hat Andy Stott mit »It Should Be Us« neue Musik veröffentlicht. Neun Tracks, die der Vorbote eines neuen Albums sind.
Music Review
Shanti Celeste
Tangerine
Auf ihrem Debütalbum »Tangerine« stürmt Shanti Celeste den Dancefloor, ohne dabei eine Träne im Knopfloch zu tragen.
Music Review
Cal Massey
Blues To Coltrane
»Blues To Coltrane«, das einzige Album des zu früh verstorbenen Jazzmusikers Cal Massey aus dem Jahr 1961, wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Daniel Grau
El Mágico Mundo De Daniel Grau
Nach einer jahrzehntelangen Pause legt Daniel Grau mit »El Mágico Mundo De Daniel Grau« ein neues Album vor.
Music Review
Brainstory
Buck
Wie viele Sunny-California-Klischees lassen sich auf ein Album pressen? Mit »Buck« testen Brainstory es aus.
Music Review
Tapan meets Generation Taragalte
Atlas
Ein Industrial-Projekt aus Serbien trifft auf eine Tuareg-Combo aus Marokko… und »Atlas« von Tapan meets Generation Taragalte funktioniert
Music Review
Turquoise Days
Further Strategies
So richtig totzukriegen ist die Musik von Turquoise Days nicht: Mit »Further Strategies« kommen die Songs der Briten zu wiederholter Ehre.
Music Review
FKA twigs
Magdalene
FKA twigs ist zurück, mit »Magadalene«, auf Albumlänge, und sie ist unbewaffnet bis unter die Zähne.
Music Review
Steve Reid
Rhythmatism
Mit »Rhythmatism« hatte Steve Reid 1975 ein Manifest für das friedliche Miteinander von Gegensätzen abgeliefert.
Music Review
Buttechno
badtrip
Das Debüt von Buttechno auf Nina Kraviz’ Label Trip ist, was der Titel ankündigt: ein »badtrip«, der viel Verwirrung stifftet.
Music Review
Tableau Vivant
Double Dream Hands
Tableau Vivant ist das gemeinsame Projekt von Infuso Gallo und Joshua Gottmanns. »Tableau Vivant« ihre erste Veröffentlichung.
Music Review
Nick Cave & The Bad Seeds
Ghosteen
»Ghosteen« von Nick Cave & The Bad Seeds wird als Meisterwerk eingehen und sich ob seiner Zerbrechlichkeit doch kaum hören lassen.
Music Review
Lost Scripts
Giske / Mozart
Für die beiden Stücke »Giske« und »Mozart« haben sich John Talabot und Pional einmal mehr unter dem Namen Lost Scripts zusammengefunden.
Music Review
A Winged Victory For The Sullen
The Undivided Five
Tiefer und berührender als auf »The Undivided Five« klangen A Winged Victory For The Sullen tatsächlich noch nie.
Music Review
Patrick Cowley
Mechanical Fantasy Box
»Mechanical Fantasy Box« gibt einen Überblick über das Schaffen des viel zu früh verstorbenen Disco-Pioniers Patrick Cowley.
Music Review
Michael Kiwanuka
KIWANUKA
Die große Kunst des neuen, dritten Albums von Michael Kiwanuka: Es klingt gleichzeitig nach Vergangenheit und Zukunft.
Music Review
Cigarettes After Sex
Cry
Es gibt reflektiertere Songs über die Liebe, aber nur wenige sind in so schöne Ohrwürmer wie auf »Cry« von Cigarettes After Sex gepackt.
Music Review
Kiefer
Superbloom + Bridges EP
Stones Throw bringt die beiden EPs »Superbloom« und »Bridges« von Kiefer auf einem Vinylrelease gemeinsam heraus.
Music Review
Vulfpeck
The Beautiful Game
Groove kann so einfach sein: Die Funkband Vulfpeck aus Ann Arbor haben ihr zweites Album »The Beautiful Game« veröffentlicht.
Music Review
Teebs
Anicca
»Anicca« ist das erste Album von Teebs seit fünf Jahren. Es ist inhaltlich ein zeitgeistiges Album mit Botschaft, musikalisch nicht.
Music Review
Conforce
Dawn Chorus
Quo vadis Techno? Der niederländische Produzent Conforce gibt auf »Dawn Chorus« Einblicke, wohin die Reise gehen könnte.