Music Review | verfasst 02.12.2011
Planetary Assault System
The Messenger
Ostgut Ton, 2011
Deine Bewertung:
/
Nutzer
7.0
Redaktion
Cover Planetary Assault System - The Messenger

Real Techno For Real People Since 1992 müsste unter Luke Slaters Namen stehen. Der britische Produzent und DJ ist seit nunmehr 20 Jahren an vorderster Techno-Front, ob als Luke Slater oder einen der 16 Projektnamen. Slater hat alles mitgemacht: von der metallischen Hammer-Bassdrum und der quirligen Acidline der frühen 1990er Jahre, über die spacigen IDM-infizierten Breakbeats der mittleren 90er bis zum Synth-Pop-Elektro-Funk der Nullerjahre. Mit seinem Projekt Planetary Assault System ist er seit 1997 der puristischen Idee von Techno treu geblieben. So vielschichtig die Stücke auf seinen mittlerweile fünf Alben sind, so klar geht es um das Herzstück von Techno: Ein hypnotischer Groove in minimalster Klangumgebung. Planetary Assault System klingt deshalb auch 2011 nach Jeff Mills trifft Scanner trifft Plus 8 Records. Während sich aktuell alle in billigen 8bit- und 80s Synthie-Sounds wälzen, minimiert Slater sein Klang-Repertoire und reduziert alles auf ein dumpfes, kraftvolles Pulsieren. Das zeigt zum einen, wie viel Arschtritt-Energie noch immer in dieser so simplen Musik stecken kann. Zugleich eröffnet es aber die Frage, was The Messenger neben den 50 anderen erstklassigen Techno-Alben der letzten 20 Jahre noch ausrichten kann.

Das Album The Messenger von Planetary Assault System findest du bei hhv.de: LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 10.01.2014
L.B. Dub Corp
Unknown Origin
Vieles auf Luke Slaters Debütalbum als L.B. Dub Corp wirkt deplatziert. Trotz ein paar Ausnahmen bleibt »Unknown Origin« eine schwache LP.
Music Review | verfasst 03.10.2016
Planetary Assault Systems
Arc Angel
Mit seiner neuen LP als Planetary Assault Systems geht Luke Slater nicht nur die extra mile. »Arc Angel« ist seiner Zeit Lichtjahre voraus.
Music Review | verfasst 15.03.2017
Planetary Assault Systems
The Light Years Reworks
Luke Slater lädt zur Party ein und serviert Trüffel zu Kartoffelsalat. Auf »The Light Years Reworks« glänzt vor allem einer: Er selbst.
Music Kolumne | verfasst 04.04.2012
Zwölf Zehner
März 2012
Willkommen im April. Doch vorher lassen Florian Aigner und Paul Okraj den Monat März musikalisch Revue passieren und destillieren in ihrer Kolumne Zwölf Zehner die wichtigsten zehn Tracks des Monats.
Music Kolumne | verfasst 07.12.2016
Jahresrückblick 2016
Hat das Album ausgedient?
Groß angekündigt, gar nicht angekündigt: viele Alben sorgten dieses Jahr für besonders Aufsehen. Was hieß eigentlich im Jahr 2016 noch Album? Wir werfen ein Blick auf den Krieg der Formate und müssen dabei auch über eins reden: Geld.
Music Kolumne | verfasst 20.12.2016
Jahresrückblick 2016
Top 20 Compilations
Unter Plattenliebhabern sind Compilations jetzt nicht das »Coolste«. Schließlich hat ja jemand anderes die entscheidende Arbeit gemacht: in den verdammten Crates gediggt. Manchmal aber eben derart gut, dass kein Weg an ihnen vorbeiführt.
Music Review | verfasst 20.03.2011
Steffi
Yours & Mine
Yours & Mine ist angesichts dessen, was in der House Music bereits geleistet wurde, nur eine Randnotiz.
Music Review | verfasst 07.09.2012
Barker & Baumecker
Transsektoral
Andreas Baumecker und Sam Barker raufen sich zusammen und produzieren eines der Technoreleases des Jahres.
Music Review
Ground
Sunizm
Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen: Auf ESP Institute erscheint »Sunizm«, das kurzweilige Debüt des Japaners Ground.
Music Review
Giant Swan
High Waisted
Giant Swan flexen mit »High Waisted« die Muskeln und beweisen viel Muckertum, gut geht das aber nur auf zwei der vier Tracks.
Music Review
Sichtexot Gäng
SXT Rawtakes III
»SXT Rawtakes III«, das sind garantiert unberechenbare lyrische Bonmots zwischen Booms Baps jener Sorte, bei denen es schön staubt.
Music Review
Various Artists
Studio One Black Man's Pride Vol.2
Ein weiterer Beitrag für ein besseres Verständnis des Zusammenhangs von Rastafarianismus und Clement »Sir Coxson« Dodds Studio One.
Music Review
Nigeria Fuji Machine
Nigeria Fuji Machine
Mit diesem Album schließen Soul Jazz Records an die vor kurzem erschienene Compilation »Yoruba!« mit geistlicher Musik aus Nigeria an.
Music Review
Carl Stone
Electronic Music From The Eighties And Nineties
»Electronic Music From The Eighties And Nineties« von Carl Stone, vier lange Stücke erstmals auf Vinyl zu erstehen.
Music Review
John Coltrane
Both Directions At Once: The Lost Album
Durch das wiederentdeckte »Both Directions At Once: The Lost Album« ist das Schaffen von John Coltrane um ein großes Album reicher geworden.
Music Review
Princess Nokia
A Girl Cried Red – EP
Auf »A Girl Cried Red« der neuen EP der New Yorker Musikerin Princess Nokia gibt es tiefe Einblicke in eine verletzte Außenseiterseele.
Music Review
Donald Byrd
Love Has Come Around – 12"
Groovin hat die beiden Nummern »Love Has Come Around« und »I Feel Like Loving You Today« von Donald Byrd wiederveröffentlicht.
Music Review
Florence & The Machine
High As Hope
Mit »High As Hope« begreift die Welt nun endlich, warum sie Florence & The Machine schon seit gut zehn Jahren an den Lippen hängt.
Music Review
Equip
I Dreamed Of A Palace In The Sky
Auf »I Dreamed Of A Palace In The Sky« erweckt Equip mit Sounds aus Videospielen, New Age, Filmmusik der Achtziger nostalgische Gefühle.
Music Review
Daniel Bacalov
1984/5: Il Ladro Di Anime / Diario Segreto Contraffatto
Zwischen akademischer Strenge und instrumentalem Pop: Die ersten beiden Alben von Daniel Bacalo wurden wiedderveröffentlicht.
Music Review
A-Team
Trouble
Für ihre wohl einzige Nummer vertraute sich das A-Team Mad Professor an. Das Ergebnis, »Trouble«, wurde jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Project Pablo
Come To Canada You Will Like It
Mit »Come to Canada You Will Like It« hat Project Pablo eine Schallplatte mit frühen Aufnahmen veröffentlicht.
Music Review
Artis
Caecilia
»Caecilia« ist die phantasievolle und spielfreudige Debüt-EP eines geheimnisvollen Producers namens Artis.
Music Review
Jenny Hval
The Long Sleep EP
Mit »The Long Sleep EP« entfernt sich Jenny Hval vom hauntologisch aufgeladenen Sound von »Blood Bitch«.
Music Review
Various Artists
Check Your Reality
Das Düsseldorfer Label candomblé legt eine Nachpressung der tollen Compilation »Check Your Reality« vor.
Music Review
Mndsgn
Snax
Mndsgn sendet mit »Snax« ein 15 Tracks starkes Lebenszeichen. Im Gegensatz zu »Body Wash« arbeitet der Producer hier mehr mit Raps.
Music Review
Liza Ngwa
Sunshine
Nubiphone veröffentlicht das zuerst 1980 erschienene, zweite Album der kamerunischen Sängerin Liza Ngwa erneut.
Music Review
Black Savage
Black Savage
Black Savage aus Kenia haben in den 1970er Jahren nur eine Hand voll Songs veröffentlicht. Jetzt werden sie wiederveröffentlicht.
Music Review
MC Paul Barman
(((Echo Chamber)))
MC Paul barman hat den »Anarchist Book Store« verlassen und bringt nach neun Jahren Alben-Abstinenz die LP »(((Echo Chamber)))« heraus.
Music Review
Kate NV
для FOR
Ihr zweites Soloalbum hat die Russin Kate NV bei Rvng Intl veröffentlicht. »для FOR« setzt auf verspielten Minimalismus.
Music Review
Malör
Bali
Das Lied zur Lage kommt aus dem Jahr 1985. Er stammt von Malör, deren Song »Bali« neu aufgelegt wurde.
Music Review
Driftmachine
Shunter
Driftmachine saugen auf ihrem vierten Album dem Dub das Blut aus und legen mit »Shunter« ein Album hin, das dramaturgisch ausgefeilt ist.
Music Review
Palta & Ti
Palta Og Ti Pa Den Tolvte Ø
»Palta Og Ti Pa Den Tolvte Ø«. Der Titel verrät es bereits: Palta & Ti veröffentlichen eine Schallplatte auf 12th Isle.
Music Review
Transllusion
A Moment Of Insanity
Gewohnt unberechenbar in der Wirkung, kommen jetzt »Moments Of Insanity« von James Stinson als Transllusion zum Vorschein.
Music Review
Father John Misty
God's Favorite Customer
Kompakter, fokussierter und nicht ganz so zynisch lotet Father John Misty auf »God’s Favorite Customer« die Untiefen der Zweisamkeit aus.
Music Review
Ammar 808
Maghreb United
Als nordafrikanischen Futurismus bezeichnet Ammar 808 sein Konzept, das auf »Maghreb United« nun erstmals umgesetzt wurde.
Music Review
Onyx
Complete Works 1981–1983
Flanger-heavy Shit aus den 80igern, cooler als alles sonst! Post-Punk, New Wave, Digi Dub, nur gut.
Music Review
DJ Richard
Dies Iræ Xerox
Auf seinem zweiten Album regelt DJ Richard die Farbwerte noch weiter runter und tut vor allem eins: Haltung bewahren.
Music Review
Melody's Echo Chamber
Bon Voyage
Auch mit »Bon Voyage« spinnt Melody’s Echo Chamber an den Fäden der Musikgeschichte weiter, die Broadcast und Stereolab haben liegen lassen.
Music Review
CEM3340
Perfect Stranger
CEM3340 orientiert sich auf »Perfect Stranger« am Detroiter Electro der 1980er Jahre und setzt diesen in einen zeitgenössischen Kontext.
Music Review
Various Artists
Boombox 3
Am frühen Rap kann man sich so schlecht satthören: »Boombox 3« beweist das wieder einmal eindrucksvoll.
Music Review
Richard Wahnfried
Time Actor
Der Synthesizerkönig der Berliner Schule Klaus Schulze trat mit »Time Actor« 1979 erstmalig als Richard Wahnfried in Erscheinung.
Music Review
Colin Potter
The Where House?
Ein bisschen Cabaret Voltaire-Kaputtheit schwingt mit: Zur Reissue des zuerst 1981 veröffentlichten »The Wehre House?« von Colin Potter.
Music Review
RSF
RSF
RSF macht seine Sache so gut, dass man ihm praktisch alles abkaufen würde: Flirren, Sprudeln, Strahlen, Italo-Disco oder Synthie-Pop.
Music Review
Delroy Edwards
Aftershock
Roh, perkussiv, loopy: »Aftershock« bedient zumindest das für Delroy Edwards typische Understatement und ist ein prima DJ-Tool.
Music Review
Royce Da 5'9
Book Of Ryan
»Book Of Ryan« von Royce Da 5’9 lebt von episch auserzählten Erinnerungen und strotzt vor Reife und Selbstreflektion.
Music Review
Kendrick Lamar
OST Black Panther
Kendrick Lamars Zerrissenheit passt nicht zu den Heldenphantasien von »Black Panther«.
Music Review
Route 8
Come Home – 12"
Mit »Come Home« darf der ungarische House-Producer Route 8 die 50. Katalognummer des Labels Lobster Theremin bespielen.
Music Review
Lena Platonos
Lepidoptera
Lena Platonos ist eine Entdeckung. Jetzt hat Dark Entries mit »Lepidoptera« aus dem Jahre 1986 eine weitere Platte der Griechin aufgelegt.