Music Review | verfasst 23.12.2011
Ol' Dirty Bastard
Return To The 36th Chambers
Get On Down Records, 2011
Text Carlos Steurer
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Redaktion
Cover Ol' Dirty Bastard - Return To The 36th Chambers

The Return of the 36th Chambers – The Dirty Versions erschien erstmals im März 1995, als zweites Solo-Album eines Wu-Tang-Members, nach Method Man’s Tical und ist bis dato eines der stärksten Solo-Releases eines Clan-Mitglieds und vielleicht eines der wichtigsten Rap-Alben überhaupt. Gute 16 Jahre später wurde der unbestrittene Klassiker, der Alltime-Favorites wie Shimmy Shimmy Ya und Brooklyn Zoo beinhaltete, nun in einer aufwendigen Deluxe-Version neu aufgelegt. Die Bonus Disc aus Snippets, Remixen, Acapellas und Instrumentalen kommt mit Stickern, Promopostern und einer abtrennbaren Food Coupon Card, die sich in ein kleines Portemonnaie modifizieren lässt. Auf dem Grammy-nominierten Album tauchten natürlich alle Mitglieder des Clans auf, während ODB eindrucksvoll seine unantastbaren Entertainer-Qualitäten bewies, indem er auf den Interludes, in leicht alkoholisiertem Zustand, Hits von Frank Sinatra, Patti Labelle, Diana Ross oder Michael Jackson ins Microfon lallte. Der gute RZA sampelte sich quer durch die afroamerikanische Musikgeschichte von Sly & The Family Stone, Joe Tex, Thelonius Monk über Kool & The Gang bis hin zu Lyn Collins und Stevie Wonder, aber auch ODB selbst tauchte in den Liner Notes als Produktionsassistent und Mixing-Engineer auf. Die Atmosphäre der Dschungel-artigen Hochhausblocks, tiefergezogenen Hoodies, brennenden Mülltonnen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen im Brooklyn der 90er-Jahre wurde, abgesehen vielleicht von den großen Wu-Tang Klassikern, nie wieder so authentisch eingefangen. Dirt Mc Girt, der im Jahre 2004 an einem überdosierten Drogen-Cocktail verstarb und 13 Kinder hinterließ, wird auch für die kommenden Rap-Generation relevant bleiben. Aber nicht als exzentrischer Freak, der sich so ziemlich jede bekannte Drogensucht einheimste, sondern, wie das Rolling Stone Magazine bereits nach Erscheinen des Longplayers richtig erkannte, als »the most original Voice in hip-hop history.«

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