Music Review | verfasst 26.01.2012
Pete Swanson & Rene Hell
Waiting For The Ladies
Shelter Press, 2012
Text , Übersetzung Julia Frohn
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Redaktion
Cover Pete Swanson & Rene Hell - Waiting For The Ladies

Vor anderthalb Jahren waren Pete Swanson und Rene Hell auf einer gemeinsamen Tour entlang der Westküste der USA, zu deren Anlass man Waiting For The Ladies veröffentlichte. Swanson hatte die Platte in Eigenregie in geringer Stückzahl pressen lassen und dann auf den Konzerten verkauft. Das neugegründete Label Shelter Press hat nun die Split-LP wiederveröffentlicht. Nicht ohne Grund. Jeder der Künstler bespielt also eine Seite hier und zwar auf die jeweils ihm eigene Art und Weise. Swanson hat schon als die eine Hälfte der Yellow Swans den Noise von seiner Facettenarmut befreit. Jeff Witscher (aka Rene Hell) gilt seit einiger Zeit als Guru der Synthesizeravantgarde, wobei er seinem Instrumentarium teils abstruse Klänge entlockt. Auf Bending (Voice), einem von seinen drei Tracks auf der B-Seite, klingt es so als würde Witscher ins Instrument hineingekrochen sein, um nach knapp der Hälfte der zehn Minuten Spieldauer mit schlichter Schönheit in der Hand daraus zurückzukehren. Witscher ist nicht nur Klangforscher, er ist eben auch ein ausgezeichneter Komponist. Das wurde selten so deutlich wie bei diesem Track. Insgesamt zeigt Witscher auf den 3 Tracks auch die Vielseitigkeit seines Repertoires, das barockes Orgelwerk, verspielte Kammermusik und schwere Drones plausibel nebeneinander stellt. Swanson braucht für sein Self-Help hingegen die ganzen ihm auf seiner Seite zur Verfügung stehenden 15 Minuten. Es beginnt mit schwerem Gitarrennoise, Lärm, der allmählich rhythmisiert wird, Sounds werden geschält, dann verschluckt, dann geschält, andere Sounds kommen und gehen, lispeln, röcheln, quietschen, kommen zurück und werden schließlich in die Freiheit entlassen. Das klingt teilweise befremdlich, aber niemals bedrohlich, denn Pete Swanson hat immer alles unter Kontrolle. Er hat die Sounds dressiert.

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