Music Review | verfasst 26.01.2012
Zola Jesus
Conatus
Souterrain Transmissions, 2011
Text Andreas Peters
Deine Bewertung:
9.0
Nutzer (1)
7.0
Redaktion
Cover Zola Jesus - Conatus

»Ein Album wie ein sanfter und befreiender, nahezu ästhetischer Exorzismus«. Müsste man Zola Jesus‘ neuestes Werk Conatus in einen Satz fassen, würde dieser es wohl ganz gut treffen. Die russischstämmige Amerikanerin Nika Roza Danilova, mit ihrem letzten Album zum Kritikerliebling avancierte, kombiniert tribalistische Beats, sphärische Synthiesounds und kalte Industrial Drones mit ihrer alles umarmenden Stimmgewalt. Sie schreit ihre Ängste heraus und stellt sich ihnen. Schlagartig wird klar, dass alles gar nicht so beunruhigend sein kann, solange es im Reich der Schatten noch so viel Schönheit gibt. Für Sicherheit und Bekömmlichkeit ist dennoch nicht gesorgt. Die Spannung ist kaum auszuhalten, die Stimmung droht jeden Moment auf die dunkle Seite zu kippen. Lediglich die Wärme, die von Danilovas beeindruckender Gesangsakrobatik ausgeht, bewahrt uns davor, in der Kälte dieser Platte zu erfrieren. Sie ist unser Ausweg aus der von ihr selbst herbeibeschworenen Gefahr. Und wenn wir nach 11 Songs voller atmosphärischer Spannungen und Gegensätze nicht wissen, ob wir nun fröhlich oder traurig, verstört oder emotional bereinigt sein sollen, dann hat dieses schüchtern und unschuldig unter einem weißen Laken hervorlugende Mädchen, das sich auf dem Cover unserer Blicke verwehren möchte, erreicht, was sie wollte.

Das Album Conatus von Zola Jesus findest du bei hhv.de: LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 01.11.2010
Zola Jesus
Stridulum II
Nika Roza Danilova, die sich hinter Zola Jesus verbirgt, entwirft den düsteren Gegenentwurf zu jeder Art des glitzernden Leichtsinns.
Music Review | verfasst 01.10.2014
Zola Jesus
Taiga
Wandel vollzogen: Zola Jesus verabschiedet sich auf ihrem fünften Album »Taiga« von der Dunkelheit und wendet sich dem Pop zu.
Music Review | verfasst 11.09.2017
Zola Jesus
Okovi
Zola Jesus veröffentlicht ihr sechstes Album »Okovi«. Es ist der blinde Ehrgeiz, mit dem sie sich durch einen Stil nach dem anderen frisst.
Music Liste | verfasst 08.09.2017
Ausklang | 2017KW36
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Music Review | verfasst 18.05.2011
Moon Duo
Mazes
Die hypnotische Sogwirkung der repetitiven Songs lässt das Landesinnere der USA auf einem schnurgeraden Highway wie im Traum vorbeiziehen.
Music Review | verfasst 12.09.2011
Ganglians
Still Living
Die Ganglians nehmen die Fäden in die Hand, die die Beach Boys vor Jahrzehnten und The Drums zuletzt fallen gelassen haben.
Music Review | verfasst 22.06.2012
Crocodiles
Endless Flowers
Für ihr drittes Album haben die Crocodiles dem sonnigen San Diego den Rücken gekehrt um in Berlin ihr bislang bestens Album aufzunehmen.
Music Porträt | verfasst 06.06.2011
EMA
Kleine Kätzchen und Butterfly-Messer
Die Ex-Gowns Sängerin und Gitarristin Erika M. Anderson legt unter ihren Initialen EMA ihr Solodebüt vor und schwankt in ihren ausgefeilten Kompostionen zwischen sanften Folk-Klängen und heftigen Feedback-Eruptionen.
Music Review
Hypnobeat
Prototech
Hypnobeat können mit dieser Wiederveröffentlichung – zum Teil auch Erstveröffentlichung – ihrer Vergangenheit gar nicht zeitgemäßer sein.
Music Review
Beard In Dust
BAH038
Für »BAH038«, dem neuesten Release des Labels Bahnsteig 23, darf Leonid Lipelis als Beard In Dust sein Können zeigen.
Books Review
Cogatio-Factum & Jo Preußler (Hrsg.)
The Death Of Graffiti
In The Death Of Graffiti formuliert Oliver Kuhnert eine Fundamentalkritik. Und bittet Kenner und Aktivisten zur Stellungnahme.
Music Review
Lee Ranaldo
Electric Trim
Nichts also mit müdem Alterswerk: »Electric Trim« zeigt Lee Ranaldo so flexibel und spannend, wie selten zuvor.
Music Review
Ninos du Brasil
Vida Eterna
Ninos du Brasil wirken auf ihrem dritten Album »Vida Eterna« verstörender als zuvor. Da gibt es gar kein Vertun. Zumal es klasse ist.
Music Review
Ariel Pink
Dedicated To Bobby Jameson
Nach R. Stevie Moore gräbt Ariel Pink auf »Dedicated To Bobby Jameson« ein weiteres obskures Vorbild aus.
Music Review
Odesza
A Moment Apart
Die Musik von »A Moment Apart«, dem dritten Album von Odesza, ist nicht an Musik-Connaisseure/Kritiker/alte Säcke gerichtet.
Music Review
Fink
Resurgam
Läuft jetzt zwar dem Titel »Resurgam« zuwider, aber das neue Album von Fink ist ist mehr Vollendung als Auferstehung.
Music Review
Trio Da Kali And Kronos Quartet
Ladilikan
Auf »Ladilikan« trifft das Trio Da Kali aus Mali trifft auf das in San Francisco beheimatete, legendäre Streichereinsemble Kronos Quartet.
Music Review
Foo Fighters
Concrete And Gold
»Motörhead’s version of Sgt. Pepper« ist »Concrete And Gold«, das neunte Album der Foo Fighters, dann doch nicht geworden.
Music Review
Tony Allen
The Source
Die beste Platte seines Lebens, sagt er selbst. Tatsächlich klang Tony Allen selten aufregender als auf »The Source«.
Music Review
Alvvays -
Antisocialites
Alvvays finden auf ihrem zweiten Album »Antisocialites« eine gute Balance zwischen den emotionalen Extremen.
Music Review
Pablo Valentino
My Son's Smile EP Ge-ology Remix
Die 12" »My Son’s Smile EP Ge-ology Remix« von Pablo Valentino erinnert uns einmal mehr daran: Deep House never dies.
Music Review
Perm
Shtum 014
Mit »Shtum 014« erfindet Perm das Rad naturgemäß nicht neu. Die Stücke bestechen jedoch mit enormer Funktionalität.
Music Review
Zola Jesus
Okovi
Zola Jesus veröffentlicht ihr sechstes Album »Okovi«. Es ist der blinde Ehrgeiz, mit dem sie sich durch einen Stil nach dem anderen frisst.
Music Review
LCD Soundsystem
American Dream
Mit dem vierten Album »American Dream« gelingt LCD Soundsystem ein fulminantes, ihr Standing untermauerndes Comeback.
Music Review
Mogwai
Every Country's Sun
Mogwai beweisen mit »Every Country’s Sun«, dass auch im Jahr 22 nach Bandgründung weiter mit ihnen zu rechnen ist.
Music Review
Joey Negro & Sean P
The Best Of Disco Spectrum
BBE Records versammelt auf »The Best Of Disco Spectrum« die besten von Joey Negro und Sean P kanonisierte Disco-Stücke auf eienr Vinyl 3LP.
Music Review
Morti Viventear
Lovecraftsmanship
Morti Viventears dritte LP »Lovecraftsmanship« stellt seine Beats in den Dienst des US-amerikanischen Schriftstellers H.P. Lovecraft.
Music Review
Sam Irl & Dusty
Twelve Inch Jams
Sam Irl und Dusty arbeiten an der Schnittstelle von House und Funk. Kein Wunder, dass Gilles Peterson »Twelve Inch Jams« feiert.
Music Review
Raphael Munnings
Opportunity Knockin' - 7"
Alston veröffentlicht »Opportunity Knockin’«, die 1972 veröffentlichten Single von The Beginning Of The End’s Raphael Munnings, neu.
Music Review
Harmonious Thelonious
Abel
Auf »Abel« geht wieder deutlich eingängiger zu. Jedes der vier Stücke von Harmonious Thelonious ist ein Brett.
Music Review
Various Artists
Sweet As Broken Dates: Lost Somali Tapes
»Sweet As Broken Dates: Lost Somali Tapes« versammelt 15 Stücke, die bisher nicht außerhalb Somalias zu hören gewesen waren.
Music Review
EMA
Exile In The Outer Ring
EMA krankt am Zustand der Welt. Auf »Exile In The Outer Ring«** richtet sie den Blick nun auf die die realen Lebensumstände in den USA.
Music Review
DJ Windows XP
Sometimes I Feel Happy, Sometimes Sad
Ganz so wie der Titel »Sometimes I Feel Happy, Sometimes Sad«vermuten lässt, üben sich DJ Windows XP auf ihrer neuen EP in Launenhaftigkeit.
Music Review
Florian Kupfer
Post Present
Ein Jahr nach seiner letzten EP »Unfinished« auf Technicolour kehrt Florian Kupfer mit drei Stücken auf »Post Present« zurück.
Music Review
DMX Krew
Strange Directions
DMX Krew zeigt mit »Strange Directions«, dass es eben nicht immer den dicken Dancefloor-Kracher braucht, um Glamour zu erzeugen.
Music Review
Beatsteaks
Yours
Auf ihrem neuen Album »Yours« lässt sich nicht recht ausmachen, wofür die Beatsteaks heute eigentlich stehen.
Music Review
Youandewan
The Brane
Mehr Tempo, mehr Raum, mehr Klarheit – Youandewan legt seinen neuen Release »The Brane« vor.
Music Review
Hype Williams
Rainbow Edition
Hype Williams melden sich mit »Rainbow Edition« zurück und bringen wieder ein paar Mysterien in unseren entzauberten Alltag.
Music Review
B12
Electro-Soma II
Nicht nur wird das Meisterwerk »Electro-Soma« der Innovatoren B12 auf Warp wiederaufgelegt. Nein, es gibt sogar weiteres Material zu hören.
Music Review
Turnover
Good Nature
Die Gitarren klingen unbekümmerter auf »Good Nature«, dem dritten Album der amerikanischen Indierockband Turnover.
Music Review
Liars
TCFC
Mit »TCFC« macht Angus Andrews die Liars zu seinem Soloprojekt. Abgesehen von Akustikgitarren hat sich der Ansatz aber kaum verändert.
Music Review
Dent May
Across The Multiverse
Auch wenn der Sommer verregnet ist, so gibt es mit »Across the Multiverse« von Dent May doch die Platte für die sonnig-warme Jahreszeit.
Music Review
Grizzly Bear
Painted Ruins
Sie machen Indierock für Leute, die keinen Indierock mögen. So schlicht lautet die Formel für Grizzly Bear und ihr Album »Painted Ruins«.
Music Review
Kutmah
TROBBB!
Vorschusslorbeeren ohne Ende. Und Kutmah liefert. »TROBBB!« ist ein einstündiger Fiebertraum, der nach allen Seiten ausfranst.
Music Review
Oneohtrix Point Never
OST Good Time
Oneohtrix Point Never zeichnet sich verantwortlich für den Score zu »Good Time«. Dafür gab es den Preis für den besten Soundtrack in Cannes.
Music Review
Various Artists
Domestic Sampler UMYU
Punk-Attitüde, Blasinstrumente und Drumcomputer: So klang Barcelonas experimentelle Musikszene 1982
Music Review
Avey Tare
Eucalyptus
Wird Avey Tare auf seine alten Tage etwa melodietrunken und milde? »Eucalyptus« lutscht sich weg wie ein Bonbon.
Music Review
Various Artists
Soul Of A Nation
Zeitgleich zur Eröffnung der Ausstellung »Soul Of A Nation« in der Tate Modern in London erscheint bei Soul Jazz die passende Compilation.
Music Review
Nepumuk & Sir Serch
La Bohème
Nepumuk und Sir Serch sind »La Bohème« – »Die Oligarchen im Wunderland« bzw. »Der exzentrische Vagabund und der Rapper mit dem Penis«.