Music Review | verfasst 27.01.2012
Tribes
Baby
Island, 2012
Text Ben Grosse-Siestrup
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8.0
Redaktion
Tribes-baby

Je nach Ausrichtung und oder Wohlwollen des Mediums, wurden Tribes aus dem englischen Camden, bisher als das neue Nirvana-Ding tituliert. Man bezeichnet sie als Nachahmer und Verehrer von Cobain und Co. Glaubt man Frontmann Johnny Lloyd (»I realized that there’s no point being in a band if you’re not gonna be one of those life-changing bands. Not the one’s you stroke your chin too, the one’s you beat your heart plate to.«) ist eine bewusste musikalische Annäherung an die Heroen des Grunge allerdings mehr als hinfällig. Ein Stil direkt zu kopieren kann zwar ein erfolgreiches Unterfangen sein, Leben verändert man damit aber nicht. Allein das an den Tag gelegte Selbstbewusstsein der Band unterscheidet sie bereits grundlegend. Die Motivation und Fahrtrichtung die Tribes einschlagen ist unmissverständlich. War Rock’n’Roll 2011 nicht gerade redundant, könnte er in diesem noch so jungen Jahr wieder ein kleines Revival erleben. Das Debütalbum der Londoner könnte in diesem Kontext mehr als nur ein Ausgangspunkt sein. Die Aussichten 2012 den großen Durchbruch zu schaffen, stehen unter einem guten Stern. Nachdem Tribes im vergangenen Jahr das steigende Interesse eindrucksvoll mit zwei ersten EPs, We Were Children und When My Day Comes, erwecken und sich auch als Liveact als Support der Pixies und der Kooks unter Beweis stellen konnten, erscheint nun das rocklastige Debüt Baby. Es mangelt an nichts, trotz Lo-Fi Charakter suggeriert der Sound endlose Weite und oppulente Größe, wird nur selten intim und ist vorrangig durchzogen von Strophen, Chorussen und Gitarrenriffs die Mitgrölen und Luftgitarre gerade zu provozieren. Neben den namensgebenden Tracks der EPs und der großartigen Vorabsingle Sappho enthält Baby acht weitere Schmankerl die Aussagen wie »Hottest Record in The World« und auf die Band bezogen »The future of rock’n’roll« nahezu als gerechtfertigt erscheinen lassen. Wer jetzt bereits ausverkaufte Touren aufweisen kann und die Festival Republic Bühne beim Reading Festival 2011 bereits um 2 Uhr am Nachmittags bis zum Anschlag füllt und zum Beben bringt, sollte sich auch in puncto Fansupport in Zukunft keine Sorgen machen brauchen. Unterm Strich nicht lebensverändert, aber sehr sehr gut.

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