Music Review | verfasst 01.02.2012
813
Spectrum Riff EP
Donkey Pitch, 2011
Text Carlos Steurer
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Redaktion
261456

Die russische Beat-Szene kann anno 2012 ja schon nicht mehr als Geheimtipp herhalten. Mit einigen der exotischsten Hit-Produzenten, denen die Bezeichnung Beatmaker nicht mehr gerecht wird, gehört die ehemalige Föderation heute zur Speerspitze moderner instrumentaler HipHop-Musik. Und 813, bürgerlich Alexander Goryachev, gilt als einer ihrer größten Hoffnungsträger. Seine neueste EP Spectrum Riff liefert den Beweis dafür. Abgespacete Synthi-Flächen und Drum-Rhytmiken, die an Hudson Mohawke erinnern, treffen auf Ohrwurm-Melodien, die von großer Musikalität zeugen und über reichlich Hit-Potential verfügen. Was hier noch Sample oder schon eingespielt ist, bleibt ungewiss, dürfte aber auch kaum interessieren, wenn die treibenden Uptempo-Nummern mit ihren 1980er Jahren Drum-Sounds demnächst die Dancefloors von St. Petersburg bis L.A. beschallen werden. Wonky hin, Glitch-Hop her, Spectrum Riff ist nicht nur handwerklich gut gemachte Musik, sondern kann als aktuelle Blaupause für Hip-Hop/Electro Hybride gesehen werden, nach denen sich mittlerweile selbst die Major-Labels ihre Finger wund lecken. Vielleicht auch gerade wegen der kurzen Spielzeit von 17 Minuten weiß die EP lückenlos zu begeistern. Die groovenden Wobber-Bässe und die perkussiven, elektroiden Elemente lassen vor dem inneren Auge einen futuristischen 3-D Blockbuster entstehen, der dem momentan dristen Winter entsagt. Die 5 Songs, zu denen Slugabed noch einen Remix beisteuerte, sind zukunfts-orientierte Bass Music und nehmen mit ihrer spärlichen Instrumentierung den Trend fürs neue Jahr, in weiser Voraussicht, vorweg. Als hauptberuflicher Feuerwehrmann weiß Goryachev mit heiklen Situationen umzugehen, was die musikalische Karriere betrifft, fängt das Feuer gerade erst an zu lodern.

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