Music Review | verfasst 09.02.2012
Windy & Carl
We Will Always Be
Kranky, 2012
Text Sebastian Hinz , Übersetzung Julia Frohn
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Redaktion
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Windy Weber und Carl Hultgren musizieren nicht nur seit zwanzig Jahren in einer Band, die ihre Namen trägt. Nein, sie lieben sich und ihre Liebe ist, wenn nicht Anlass zumindest immer wieder Gegenstand ihrer Musik. Windy spielt Bass und Carl spielt Gitarre. Manchmal singt Windy auch. Doch am Ende kann alles auf diese Zeilen heruntergebrochen werden: »I love music to no end, and I love to hear Carl play the guitar more than just about anything else in this world. I play to hear him play.« Und Carl würde wohl dasselbe über Windy sagen. Darin liegt auch die Aura der Musik der beiden Schallplattenladenbesitzer aus Dearborn, Michigan. Die zwei unterhalten sich, hören sich zu, liegen sich in den Armen, tanzen miteinander, nie fällt einer dem anderen ins Wort. Während sich die anderen großen Liebenden der Pophistorie (Serge & Jane, Sid & Nancy, Kurt & Courtney) ganz dem Impulsiven, der Leidenschaft zugehörig fühlten, geht’s Windy & Carl um die grenzenlose Harmonie. Die Drones umgarnen und umkreisen sich sanft wie in dem 18-minütigen Abschluss Fainting In The Presence Of The Lord. Die Gitarren nähern sich an, tasten sich tonal an das jeweilige Gegenüber an, wie in Nature Of Memory, dem Höhepunkt des Albums. Dieses erinnert sehr an Sonic Youth, nur eben unendlich langsamer gespielt. Nachdem nun auch mit Kim Gordon und Thurston Moore von Sonic Youth seit dem letzten Jahr ein weitere Pärchen getrennte Wege geht, sind Windy Weber und Carl Hultgren die letzte Hoffnung, die wir der Liebe im Zeichen der Rockmusik zugestehen. Daran kann auch das misslungene Folkstück For Rosa, das We Will Always Be eröffnet, nichts ändern.

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