Cover-Versionen stinken gegen das Original ab – außer Hurt von Johnny Cash. OK, vielleicht etwas pauschal ausgedrückt, aber in den meisten Fällen macht das Nachgeäffte doch mehr Laune, wieder das Original aufzulegen. Was Shawn Lee nicht davon abhielt mit Tabla Rock gleich ein ganzes Album zu covern. Und nicht nur irgendeins, sondern Bongo Rock von der Incredible Bongo Band. Vermutlich müsste man nun lügen, wenn man vom Himmel loben will, welche Bedeutung dieses Album für einen hat. Es hat nämlich keine. Aber für den Hip-Hop: Mit dem Song Apache fand sich eine wichtige Grundlage als Sample für den Sound. Was musikgeschichtlich nett ist, aber die Idee von Lee nicht besser macht, denn die Stücke auf der Ursprungsplatte von 1973 waren alles schon Cover. Also bietet Tabla Rock die Abziehversion der Abziehversion – nur eben auf das indische Instrument Tabla umgetragen. Und ja, das funktioniert trotzdem irgendwie. Inna Gadda Da Vida treibt einem den Schweiß auf die Stirn. Die Tracks werden oft von einer Bläsersektion unterbrochen, die für ein paar Soul- und Funkmomente sorgen. Auch Apache hat Lee mit seiner Band nett umgesetzt, auch wenn der Rhythmus da von den Drums noch ein wenig angefeuert werden muss. Die knapp vierzig Minuten von Tabla Rock funktionieren, weil Lee sich dann doch nicht zu sehr an die Vorlage geheftet hat und mit ein paar Details für einen satten Sound sorgt. Die Verbeugung vor dem Original gelingt. Aber den Knicks muss der Hörer ja nicht mitmachen.
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