Music Review | verfasst 30.01.2012
Om Unit
Transport EP
Civil Music, 2011
Text Carlos Steurer
Deine Bewertung:
/
Nutzer
6.5
Redaktion
Cover Om Unit - Transport EP

Interessante, unkonventionelle und mit hall-bedeckte Snares und Claps kombiniert Om Unit auf der 6 Track starken Transport EP und verknüpft diese mit tiefen Sub-Bässen und rumpelnden 808-Kicks. Die teils Off-beat lastigen Rhythmiken wie auf An Eternal Way, offenbaren auf undurchsichtige Weise seine Liebe zu jamaikanischer Dubmusik. Schubladen könnte man viele aufmachen, doch im weitesten Sinne ist das hier elektronische Tanzmusik, die sich ebenso an modernen Rapbeats, wie an Elementen des Trip-Hop der 1990er Jahre bedient. Und auch die gefilterten, fast rave-artigen Flächen dürfte sich der britische Freigeist aus der Zeit entnommen haben, als London die Kultur-Metropole Europas war, dessen Erbe heute Berlin für sich beansprucht. An Jim Coles, Om’s bürgerlicher Name, scheint das aktuelle Dubstep-Movement ebenso wenig vorbeigegangen zu sein, wie die graue, kalte Stimmung aus dem Bereich »Industrial«, die ihn offensichtlich inspiriert hat. Transport ist moderne Clubmusik mit etwas tiefer-gepolter BPM-Anzahl, die im Club wohl funktionieren mag, aber auf der heimischen Hi-fi-Anlage einiges an Charme verliert. Die Melodien plätschern unaufgeregt vor sich hin, drängen sich selten auf und auch den Synthie-Sounds fehlt es teilweise an Druck und Durchschlagskraft. Die Songs wirken streckenweise vorhersehbar und verfangen sich teilweise stark in vorgefertigten Patterns, die die Musik in ihrem Freiraum beengen. Was im Vergleich zu den Remixen von Ital Tek und Machinedrum zu überzeugen weiß, sind die zwar zurückhaltenden aber doch spannenden und elementaren Bass-Spuren.

Die Transport EP von OM Unit findest du bei hhv.de
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 21.08.2012
Om Unit
Aeolian EP
Auf der »Aeolian EP« präsentiert OM Unit eine düstere und lebhafte Mischung aus Instrumental HipHop und elektronischer Bassmusik.
Music Review | verfasst 28.10.2013
Om Unit
Threads
Om Unit hat auf seinem Debüt die Fäden aufgenommen, die seit der Diversifizierung der elektronischen Musik gesponnen wurden.
Music Liste | verfasst 31.07.2012
Om Unit
10 Favourites
Om Unit ist ein musikalisches Chamäleon: die Wurzeln im Hip Hop, die Blütezeit in der elektronischen Musik der Zukunft. In einer exklusiven Auslese gewährt er uns einen kleinen Einblick in seinen persönlichen Musikgeschmack.
Music Review | verfasst 06.12.2010
Starkey
Space Traitor Vol.1
Starkey macht mit dieser EP zunächst deutlich, dass er noch gehörig knallen kann.
Music Review | verfasst 01.04.2011
Débruit
Şiş Sürpriz EP
Eine EP wie die Straßen Istanbuls: Man muss sich langsam darauf einstellen, dann kann man die Besonderheit und Klasse dahinter entdecken.
Music Review | verfasst 30.01.2012
Darling Farah
Division EP
In den verschiedensten Metropolen hat er schon gewohnt. Die neue EP von Darling Farah zelebriert dieses Globetrotter-Gefühl aber nur bedingt
Music Review | verfasst 01.03.2012
Drums Of Death
Red Waves EP
Das Euphorie-Level ist nach wie vor hoch, auch wenn jenes von »Black Waves« nicht erreicht wird.
Music Review
Westside Gunn x Mr. Green
FLYGOD Is Good… All The Time
Auf »FLYGOD Is Good… All The Time« hat sich Westside Gunn mit Mr. Green zusammengetan. Das Prinzip heißt hier: weniger ist mehr.
Music Review
Eleventeen Eston
At The Water
Growing Bin veröffentlicht »At The Water« von Eleventeen Eston und macht sich weiter einen Namen für plätschernde, schöne, freie Musik.
Music Review
The Nels Cline 4
Currents, Constellations
Nels Cline wird seinen Ruf als »gefährlichster Gitarrist der Welt« auf »Currents, Constellations« endlich wieder gerecht.
Music Review
Luis Pérez
Ipan In Xiktli Metztli, México Mágico Cósmico, El Ombligo de la Luna
Was Mr. Bongo hier neuaufgelegt hat, ist das Zeug, das einen zu einem besseren Mensch macht.
Music Review
Courtney Barnett
Tell Me How You Really Feel
Courtney Barnett stellt auch auf ihrem zweiten Album »Tell Me Who You Really Are« die richtigen Fragen zu den wichtigen Themen.
Music Review
Gas
Rausch
Mit »Rausch« bewegt sich Wolfgang Voigt mehr denn je auf der Kippe. Dabei herausgekommen ist das wohl beste Gas-Album überhaupt.
Music Review
The Sea And Cake
Any Day
Was ist schon daran auszusetzen, wenn eine Band einen Stil entwickelt und diesen perfektioniert? Zum neuen Album von The Sea And Cake.
Music Review
Bebo Baldan
Vapor Frames 86/91
»Vapor Frames 86/91«, das 1991 veröffentlichte Debüt von Bebo Baldan, ist eine Form von global entspanntem Ambient.
Music Review
A.A.L. (Against All Logic)
2012-2017
Unter dem Alias A.A.L. (Against All Logic) lässt Nicolas Jaar die Ambitionen mal sausen. »2012-2017« möchte gerne gefallen.
Music Review
Michal Turtle
Return To Jeka
Music From Memory entstaubt zum dritten Mal Teile des Michal Turtle-Archivs. Musste vielleicht gar nicht mal sein.
Music Review
Donato Dozzy
Mindless Fulness – 12"
Schweben war selten schöner als mit der zwei Track starken Vinyl 12" »Mindless Fulness« von Donato Dozzy.
Music Review
Arctic Monkeys
Tranquility Base Hotel & Casino
Mit den Arctic Monkeys von 2006 hat »Tranquility Base Hotel & Casino« nicht mehr viel gemein. Das macht aber rein gar nichts.
Music Review
Joy O & Ben Vince
Transition 2/Systems Align – 12"
Für die Vinyl 12" »Transition 2/Systems Align« auf Hessle Audio hat sich Joy Orbison mit dem Saxophonisten Ben Vince zusammengetan.
Music Review
Various Artists
Yoruba!
Auf »Yoruba!« stellt schon der Titel klar, dass Gotteslob nicht nur spirituellen Gesang, sondern auch den Griff zur Trommel verlangt.
Music Review
Various Artists
Heads Records - South African Disco Dub Edits
Mit »Heads Records – South African Disco Dub Edits« wirft Soundway einen weiteren Blick auf die südafrikanische Musik der 1980er Jahre.
Music Review
Evo
Din Don
DJ Harvey hat das Club-Juwel »Din Don« von Evo aus dem Jahre 1983 für Best Record Italy wiederentdeckt.
Music Review
Various Artists
Ed Motta presents Too Slow To Disco Brasil
Als Käpt’n der jüngsten Ausgabe von »Too Slow to Disco« zeigt Ed Motta, wie die zurückgelehnten Funk-Momente seiner Heimat funktionieren.
Music Review
Lucrecia Dalt
Anticlines
Der Zauber schleicht sich auf »Anticlines«, dem neuen Album von Lucrecia Dalt, nach und nach an.
Music Review
Far Out Monster Disco Orchestra
The Black Sun
Der großanagelegt Rauschangriff Far Out Monster Disco Orchestra versammelt auch auf »The Black Sun« die Musikelite Brasiliens.
Music Review
Christopher Rau
F.M.E. Hustle
Mit seinem dritten Album liefert Christopher Rau viel auf einmal ab, bringt das aber in eine kohärente Form.
Music Review
Sterile Hand
Sterile Hand
Ganz grob zwischen Schwefelgelb und DAF zu verordnend, kennt dieser brachial EBM nur eine Ansage: gib dich hin!
Music Review
Meo
Fine Corsa
Gute Entscheidung, das neu aufzulegen: Knekelhuis hat »Fine Corsa«, die Debüt-EP des Italieners Meo wiederveröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Deutsche Elektronische Musik Vol.1
Soul Jazz legen »Deutsche Elektronische Musik Vol.1« wieder auf und überblicken Krautrock von einem anderen Winkel.
Music Review
Steven Julien
Bloodline
Auf »Bloodline« bekommt Steven Julien die Mischung aus zerfrottelten Clubnummern und uneasy listening perfekt hin.
Music Review
Dr. Octagon
Moosebumps: An Exploration Into Modern Day Horripilation
Dr. Octagon geht wieder auf Reisen – in Originalbesetzung, mit Kool Keith, Dan the Automator und DJ QBert!
Music Review
Wrekmeister Harmonies
The Alone Rush
»The Alone Rush« von Wrekmeister Harmonies ist das Resultat einer Art gemeinsamer Trauerarbeit über zwei Jahre hinweg.
Music Review
Black Milk
Fever
Angesichts aufgeheizter Debatten und einem mit Zweifeln gesättigten Lebensgefühl hat Black Milk sein Album kurzerhand »Fever« genannt.
Music Review
Senora
Senora
Vor 37 Jahren als Privatpressung erschienen, ist das die erste Gelegenheit mit Señora eine lohnende Bekanntschaft zu schließen.
Music Review
Ebo Taylor
Yen Ara
Keine Frage: Auf »Yen Ara« kulminiert Ebo Taylors Mix aus Afrobeat, Highlife, Funk und Jazz zum wohl besten Album, das er je gemacht hat.
Music Review
Drew McDowall x Hiro Kone
The Ghost of Georges Bataille
Dre McDowall und Hiro Kone begeben sich mit »The Ghost of Georges Bataille« auf die Spur des großen Philosophen der Überschreitung.
Music Review
Flame 1
Fog/Shrine – 12"
Kampf der Titanen: Dancehall-Tausendsassa The Bug und Dubstep-Traumwandler Burial tun sich für »Fog/Shrine« als Flame 1 zusammen.
Music Review
Various Artists
Rave Racing Top Hits Vol.1
AIWO hat ein neues Sublabel gegründet. Es heißt: OIWA. Die »Rave Racing Top Hits Vol.1« erinnern an die frühen Tage von Techno.
Music Review
Oren Ambarchi
Grapes From The Estate
»Grapes From The Estate« von Oren Ambarchi ist ein Meisterwerk der sanften Reduktion. Es wird jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Die Wilde Jagd
Uhrwald Orange
Fast schon entfesselt spielt, zuppelt, gniedelt und stampft sich Die Wilde Jagd durch die vierzehn Stücke von »Uhrwerk Orange«.
Music Review
Len Leise / Jura Soundsystem
Dear Adrian/Udaberri Blues – 12"
Auf der ersten zeitgenössischen Isle Of Jura-Veröffentlichung widmen sich Betreiber Kevin Griffiths und Len Leise dubbigen Sounds.
Music Review
Lloyd Miller and the Mike Johnson Quartett
Jazz At The University Of Utah
»Jazz At The University Of Utah« von Lloyd Miller and the Mike Johnson Quartett erscheint jetzt erstmals seit 1967 auf Vinyl.
Music Review
L.A. Mike
Clinophobia (While You Were Sleeping)
PUTS-Member Double K fbringt unter als LA Mike die Beat LP »Clinophobia (While you were sleeping)« heraus.
Music Review
Space Dimension Controller
Gaining Time – 12"
Sicher ist bei der »Gaining Time EP« von Space Dimension Controller nur, das man sich vor nichts sicher sein kann.
Music Review
Galcher Lustwerk
Dark Bliss LP
Ein Debütalbum, das eigentlich gar keines ist: Galcher Lustwerk veröffentlicht die »Dark Bliss LP«.
Music Review
Stars Of The Lid
Gravitational Pull Vs. The Desire For An Aquatic Life
»Gravitational Pull Vs. The Desire For An Aquatic Life« von 1996 ist Stars Of The Lid in einer Nussschale.
Music Review
Various Artists
Uneven Paths: Deviant Pop From Europe 1980-1991
Beeindruckende Schau einer, hm, alternativen Geschichte des europäischen Pop: »Uneven Paths: Deviant Pop From Europe 1980-1991«.