Es mag so gewesen sein, dass es Zeiten gab, in denen Boys Noize Musik veröffentlicht hat, die ihrer Zeit voraus war. Es wären sonst auch kaum so viele musikalische Schwergewichte in den letzten sieben Jahren für einen Remix auf ihn zugekommen. Die lange Liste derer, die von Alex Ridha geremixt wurden, liest sich wie das Line-Up eines fabelhaften Festivals: Depeche Mode, The Chemical Brothers, Modeselektor, Daft Punk, Apparat, sogar der neuerdings unter die Musiker gegangene Kult-Regisseur David Lynch klopfte bei Boys Noize an, um einen Remix zu bekommen. Doch hört man sich The Remixes 2004-2011 an, wird deutlich, dass ihn diese Zeit, der er immer voraus zu sein schien, eingeholt hat. Vorbei die Tage, als hierzulande bunt gekleidete Jungs und Mädchen zu sägenden Synthesizern und dröhnenden Bässen in der Nu-Rave-Disko ausrasteten. Doch was in good ol’ Europe inzwischen »dated« klingen mag, funktioniert ja bekanntermaßen auf anderen Märkten (wie z.B. dem US-amerikanischen) immer noch ganz gut, was als Argument für die Veröffentlichung dieser Remix-Best Of taugen mag. So blickt man auf diese umfangreiche Sammlung (2 CD/2LP) – die natürlich noch immer zeitlose Klassiker wie die Remixe für Feists My Moon My Man oder Everyday I Love You Less And Less von den Kaiser Chiefs enthält – mit dem Gefühl leiser Sentimentalität über vergangene Zeiten, als man noch selbst auf diesen nervigen Krach steil ging. Bloß neues enthält sie nicht wirklich. Als Remixer scheint Boys Noize in seiner Zeit stehengeblieben zu sein.
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