Music Review | verfasst 09.02.2012
Locked Groove
Rooted
Hotflush Recordings, 2012
Text Patrick Cavaleiro
Deine Bewertung:
/
Nutzer
7.0
Redaktion
Cover Locked Groove - Rooted

Das einst dem Dubstep zugeschriebene Label Hotflush Recordings ist das beste Beispiel für eine positive Weiterentwicklung innerhalb dieses zu trauriger Berühmtheit aufgestiegenen Genres. Anstatt auf einen vor Jahren mal aktuellen Trend zu beharren, macht Paul Rose (aka Scuba) mit seinem Label das einzig richtige und lässt sich von seinem Instinkt leiten. Dieser wird in letzter Zeit von basslastigem Techno beeinflusst wie auch seine jüngsten Veröffentlichungen als SCB zeigten. Das neueste Pferd im Hotflush-Stall geht auch deutlich in diese Richtung: der Belgier Tim Van De Meutter (aka Locked Groove) rettet mit dem entspannten Ansatz auf seiner Debüt-EP Rooted die Ehre seiner sonst Jumpstyle- und Gabber-affinen Heimat. Intelligent produziert, zeigt die Rooted EP, dass sich Techno auch für Sonntagnachmittage eignet: beim Titeltrack setzt er ein jazziges Klaviersample in den Vordergrund, das sofort ins Ohr geht – demgegenüber steht vorwärtsgewandte Perkussion, die den Track nicht im Loungesessel versinken lässt, sondern auch seine tanzbare Qualität unterstreicht. Von Entspannung ist allerdings bei Drowning nichts mehr zu spüren: hart, industriell und in bester Chicago-House-Manier knallt der Track, den Scuba schon auf seiner DJ-Kicks exklusiv gefeatured hat, voll rein und lässt einen auch so schnell nicht wieder los. Anschließend wird es mit dem tanzbaren Change wieder hypnotisch, das mit einem lockeren House-Beat frühe Morgenstunden im Club untermalen könnte. Scuba hält große Stücke auf diesen jungen Typen. Wenn man die Rooted EP gehört hat, versteht man warum.

Die EP Rooted von Locked Groove findest du bei hhv.de: 12inch
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 17.10.2011
Braille
A Meaning EP
Bevor das erste Sepalcure-Album erscheint, schickt die eine Hälfte des Duos noch schnell eine EP in die Umlaufbahn.
Music Liste | verfasst 18.07.2012
Locked Groove
10 Favourites
Wer als Newcomer zuerst auf Scuba’s Hotflush Recordings und Tiga’s Turbo Recordings veröffentlicht, darf von einem gelungenen Einstand sprechen. Tim Van de Meutter ist genau das geglückt. Seine Auswahl gibt Einblick in seine Einflüsse.
Music Review | verfasst 15.07.2010
Mount Kimbie
Crooks And Lovers
Die Lust am Innovativen ist Mount Kimbie noch nicht vergangen. Auf ihrem Debütalbum spürt man diese Besessenheit und den Durst nach Neuem.
Music Review | verfasst 01.12.2010
Mount Kimbie
Blind Night Errand EP
Nicht einmal ein halbes Jahr nach dem Albumrelease feilen Mount Kimbie weiter an der Erneuerung von Dubstep.
Music Review | verfasst 14.01.2011
George Fitzgerald
Don't You
Es ist vor allem dieser Wiedererkennungswert der Synth-Melodie, der Don†˜t You ausmacht.
Music Review | verfasst 03.02.2011
Sepalcure
Fleur EP
Eine perfekte EP, Machindrum an den Decks: Das kann nur die nächste große Nummer werden.
Music Review | verfasst 23.03.2011
Joy O
Wade In / Jels
Ein weiterer Dubstepper setzt auf das Piano: Joy Orbinson meldet sich mit einer neuen Single zurück.
Music Review | verfasst 05.04.2011
Various Artists
Back And 4th
Hotflush beweißt mit dieser Labelschau nicht nur, dass Bassmusik hier in sehr guten Händen ist, sondern auch ihre Vielfältigkeit.
Music Review
Gil Scott-Heron
We're New Again - A Reimagining By Makaya McCraven
Der in Chicago beheimatete Schlagzeuger Makaya McCraven nimmt sich auf »We’re New Again« die letzten Songs von Gil Scott-Heron zur Brust.
Music Review
Vladislav Delay
Rakka
»Rakka«, das erste Album des finnischen Musikers Vladislav Delay in fünf Jahren, ist einer Dreiviertelstunde Katharsis ohne Ausweg.
Music Review
Web Web
Worshippers
»Worshippers« ist das zugänglichste und vielleicht beste Album der Münchener Jazzformation Web Web.
Music Review
D.K.
Live At The Edge
»Live At The Edge«, der Titel des vierten Solo-Albums des von D.K., ist genauso doppeldeutig wie die Musik darauf mehrdeutig ist.
Music Review
Real Estate
The Main Thing
Alles ändert sich, nur Real Estate machen einfach weiter gute Alben. So auch mit »The Main Thing«, das soeben bei Domino erschienen ist.
Music Review
Suff Daddy
Pompette
Entspannteren instrumentalen Hip-Hop als Suff Daddy machen hierzulande nur wenige. Auch wenn »Pompette« ein bisschen beschwippst heißt.
Music Review
Various Artists
Studiolo: The 90's Afro Cosmic Era
Die Grenzen zwischen kosmisch und komisch sind auf »Studiolo: The 90’s Afro Cosmic Era« fließend.
Music Review
Jpegmafia
All My Heroes Are Cornballs
Jpegmafia nennt »All My Heroes Are Cornballs« ein Punk-Musical. Und das ist es auch, denn es verweigert sich jeglichen Konventionen.
Music Review
Unknown Artist
Nocturne Edits 002
Freestyle, Italo Disco, Breakbeats: Die zweite Ausgabe von Jordans »Nocturne Edits« ist eine erneute Dienstleistung für Hit-Maschinen-DJs.
Music Review
Courtney Barnett
MTV Unplugged Live In Melbourne
Mit acht prefekt unperfekten Versionen eigener und fremder Songs ist Courtney Barnett nun auf »MTV Unplugged Live In Melbourne« zu hören.
Music Review
Various Artists
Kearney Barton: Architect Of The Northwest Sound
Die Compilation »Kearney Barton: Architect Of The Northwest Sound« feiert einen Produzenten, der Seattle geprägt hat wie kaum ein Zweiter.
Music Review
Priscilla Ermel
Origins Da Luz
Das soeben bei Music From Memory erschienene »Origins Da Luz« versammelt die besten Stücke der brasilianischen Musikern Priscilla Ermel.
Music Review
Subtle Houzze
Controversy
Gary D. und Boris Dlugosch die EP »Controversy« vor, die damals wie heute Tracks für alle Tages- und Nachtzeiten bietet.
Music Review
Various Artists
Napoli Segreta Vol.2
Der Sommer beginnt in diesem Jahr schon im Februar: NG Records legt mit »Napoli Segreta Vol.2« eine weitere Compilation vor.
Music Review
Various Artists
Transition Vol.1
»Transition Vol.1« vereint Tracks von vier Bands, zwischen 1992 und 1994 entstanden. Die Gemeinsamkeit: Post-Industrial als Ursprung.
Music Review
Nicola Cruz
Hybridism
Auf »Hybridism« mixt Nicola Cruz einmal mehr die verschiedensten Musiken aus den entlegensten Ecken der Welt.
Music Review
Various Artists
Cadence Revolution: Disques Debs International 2
Strut diggen weiter tief in Guadeloupe: die tolle Compilation »Cadence Revolution: Disques Debs International 2« ist erschienen.
Music Review
Tame Impala
The Slow Rush
Mit »The Slow Rush« sind die Gitarren bei Tame Impala, dem Projekt des Australiers Kevin Parker, endgültig passé.
Music Review
Sasaki Hideto & Sekine Toshiyuki Quartet +1
Stop Over
1976 in Kleinstauflage erschienen, bekommt das tolle »Stop Over« von Sasaki Hideto & Sekine Toshiyuki Quartet +1 jetzt eine zweite Chance.
Music Review
Against All Logic
2017-2019
Für sein Projekt Against All Logic hat Nicolas Jaar nun die Jahre »2017-2019« zusammengefasst.
Music Review
The Heliocentrics
Infinity Of Now
Mit »Infinity Of Now«, das soeben bei Madlib Invazions erschienen ist, sollte sich das Genie der Heliocentrics nun wirklich rumsprechen.
Music Review
Schacke
Kisloty Forever EP
Der Däne Schacke hat mit seiner »Kisloty Forever EP« dem St. Petersburger Клуб ein kleines Denkmal gesetzt.
Music Review
Kollington Ayinla And His Fuji '78 Organisation
Blessing
Wecker für Muslime: Soul Jazz legt das 1988er Album »Blessing« von Kollington Ayinla And His Fuji ’78 Organisation neu auf.
Music Review
Borusiade
Fortunate Isolation
Auf »Fortunate Isolation« macht Borusiade auch dem letzten klar: wir sind am Arsch, es gibt kein zurück mehr.
Music Review
Sandoz
Sandoz
Meister des Weglassens: 4 Tracks aus Richard H- Kirks bester Phase als Sandoz hat Second Circle nun auf eine neue Schallplatte gepackt.
Music Review
Midori Hirano
Invisible Island
Die Pianistin Midori Hirano entwirft auf dem bei Sonic Pieces erschienenen »Invisible Hands« ihre ganz eigene Form klassischer Musik.
Music Review
Flamingo Pier
Indigo EP
Die Neuseeländer Flamingo Pier veröffentlichen ein Jahr nach ihrem Debüt mit »Indigo« eine weitere EP auf Soundway.
Music Review
Mac Miller
Circles
Mac Miller ist seit anderthalb Jahren tot und bringt trotzdem bessere Platten raus als Eminem. Siehe »Circles«.
Music Review
Squarepusher
Be Up A Hello
Mit »Be Up A Hello« ist soeben das 15. Studioalbum von Squarepusher erschienen. Er knüpft hier sehr nah an seinen früheren Sound an.
Music Review
Men With Secrets
Psycho Romance And Other Spooky Ballads
Donato Dozzy und Retina.it schließen sich als Men With Secrets zu machen, um unterkühlte Wave-Musik zu machen. Wie bitte?
Music Review
Destroyer
Have We Met
»Have We Met«, das neue Album von Destroyer, ist so unzeitgemäß und widersprüchlich, wie sich die Gegenwart anfühlt.
Music Review
I.A.O.
Phase 3
Left Ear veröffentlicht mit »Phase 3« zwischen 1988 und 1995 entstandene Musik der zu unrecht wenig bekannten Berliner Band I.A.O.
Music Review
Ihsan Al-Munzer
Belly Dance Disco
“»Belly Dance Disco«, die erste Veröffentlichung des Libanesen Ihsan Al-Munzer, wurde nun erstmals in voller Länge wiederveröffentlicht.
Music Review
Roc Marciano
Marcielago
Auf seinem achten Album »Marcielago« schert sich Roc Marciano nicht um zeitgenössische Soundentwürfe. Klingt aber dennoch erfrischen roh.
Music Review
Thony Shorby Nyenwi
Sweet Funk Music
Jet hat jetzt das zuerst 1978 veröffentlichte Album »Sweet Funk Music« von Thony Shorby Nyenwi ausgegraben.
Music Review
Okay Kaya
Watch This Liquid Pour Itself
Auf Okay Kayas zweitem Album hätte alles schiefgehen können. Doch bietet »Watch This Liquid Pour Itself« mehr Substanz als Schabernack.
Music Review
Pet Shop Boys
Hotspot
»Hotspot«, das neue Album der Pet Shop Boys, ist soetwas wie ihre Berlin-Platte geworden.
Music Review
Black Lips
Sing In A World That's Falling Apart
Auf »Sing In A World That’s Falling Apart« vermischen die Black Lips Country mit einer cleveren Hinterwäldler-Rhetorik.
Music Review
Callisto
Guidance Is Eternal 2
Mit »Guidance Is Eternal 2« wird die Musik des 2013 verstorbenen Bostoner House-Produzenten Callisto neu aufgelegt.
Music Review
Alessandro Alessandroni
Afro Discoteca Reworked & Reloved
Der vor drei Jahren veröffentlichte Überraschungshit »Afro Discoteca« von Alessandro Alessandroni wurde nun mit Remixen versehen.
Music Review
TNGHT
II
Über sieben Jahren nach ihrem überraschenden Debüt legen Hudson Mohawke und Lunice als TNGHT nun »II« nach.