Music Review | verfasst 15.02.2012
Fennesz + Sakamoto
Flumina
Touch Music, 2011
Text Patrick Cavaleiro
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7.0
Redaktion
Fennesz-sakamoto-flumina

Zwei Männer in ihren besten Jahren, auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Der eine: Christian Fennesz, in diesem Jahr auch schon 50, österreichischer Elektronik-Visionär, Sample-Fetischist und Filmmusik-Komponist, dem bereits der große David Sylvain ins Mikrophon hauchte, und den eine Freundschaft zum anderen Mann in dieser Geschichte verbindet. Dieser Mann ist das musikalische Aushängeschild seiner japanischen Heimat und einer der größten Komponisten unserer Zeit: Der einstige Chef-Elektroniker des Yellow Magic Orchestra, Ryuichi Sakamoto, 60 Jahre jung, und rastlos in unzählige Projekte involviert, sei es als Musiker, Autor, Modell, Schauspieler oder Sänger. Eins davon ist die immer wiederkehrende Zusammenarbeit mit dem Österreicher, die 2005 mit der ersten gemeinsamen Live-EP Sala Santa Cecilia begann. Eine weitere folgte mit Cendre im Jahr 2007, und nun, fünf Jahre später, hat sich Sakamoto erneut was ausgedacht, das er mit Fennesz realisieren wollte. Für Flumina nahm er während einer Tour durch Japan, in jeder Stadt, in der er auftrat, eine Komposition auf, jedes Mal auf einem anderen Ton beginnend. Als er dann alle 24 Töne des westlich-abendländischen Tonsystems durch hatte, schickte er sie Fennesz, der den Rest besorgte. Zu den traurig-schönen, minimalistischen Kompositionen Sakamotos, dessen zarte Klänge sich wie ein Schleier auf alles legen, was der Zuhörer gerade denkt und tut, gesellen sich die Störgeräusche des Österreichers, die die Stücke auf wundersame komplettieren. Man merkt Flumina an, dass es von Musikern kommt, die sich regelmäßig mit der Erstellung eines Film-Soundtracks auseinandersetzen. Einstweilen klingen die Tracks wie für ein einfühlsames Filmdrama geschrieben, andererseits etwas austauschbar. Diese Platte hört man kaum nebenbei, sondern will aktiv gehört werden – womit den beiden Herren wieder ein Glücksgriff gelungen ist.

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