Music Review | verfasst 01.03.2012
Milagres
Glowing Mouth
Memphis Industries, 2012
Text Patrick Cavaleiro
Deine Bewertung:
/
Nutzer
6.0
Redaktion
Cover Milagres - Glowing Mouth

»Schon wieder neues aus Williamsburg« mag man denken, wenn man sich die Musik von Milagres anhört und sich ein wenig in das Thema einliest. Doch früher oder später merkt man selbst, dass hier etwas nicht stimmt. Es fehlt der hedonistische Touch, die Sorglosigkeit, die die unzähligen Bands aus dem musikalischen Schmelztiegel Brooklyn mitbringen. Das mag wohl auch damit zusammenhängen, dass dieses Album seine Vorgeschichte hat. Frontmann Kyle Wilson hat einen langen Leidensweg hinter sich, seitdem er vor knapp drei Jahren beim Klettern eine Felswand hinabgestürzt ist und eine gravierende Rückenverletzung davontrug, die eine erfolgreiche Karriere fast unmöglich gemacht hätte. Doch gerade diese neue schmerzliche Situation ließ den Songwriter in ihm heranreifen, und so machte er sich verstärkt daran, diese Momente einzufangen und in schöne Lieder umzumünzen, die er nun, auf dem »Glowing Mouth«, dem zweiten Album mit seiner Band Milagres in die Welt hinausträgt. Indierockig, dreampoppig und shoegazig gehen Milagres zu Werke, doch leider nicht entschlossen genug. Es sind wenig einprägsame Songs, die zwar in ihrer Gesamtheit auf Albumlänge nicht weiter stören, aber auch nicht besonders auffallen. »Glowing Mouth« plätschert nach dem knackigen »Here To Stay« kurz nach Beginn des Albums über elf Kapitel vor sich hin und man stellt verwundert fest, wo die Musik geblieben ist, nachdem sie längst ausgelaufen ist.

Das Album Glowing Mouth von Milagres findest du bei hhv.de: LP
Tags:
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Liste | verfasst 16.01.2015
Butch
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich der Produzent und DJ Butch der Aufgabe an.
Music Review | verfasst 22.01.2015
Tufu & Eloquent
Wenn der Vorhang fehlt
Tufu produziert, Eloquent rappt. »Wenn der Vorhang fehlt«, das sind 14 skizzenhafte Tracks, die zusammen eine Einheit bilden.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Review | verfasst 20.01.2015
Joey Bada$$
B4.Da.$$
Joey Bada$$ hat mit »B4.Da.$$« das »Enter the Wu-Tang« unserer Zeit abgeliefert und dürfte damit endgültig zum A-Ligisten aufsteigen.
Music Porträt | verfasst 11.06.2012
alt-J (∆)
Das magische Dreieck
Die vier Briten heißen wie ein Dreieck, das entsteht, wenn man auf der englischen Ausführung des Macbooks das Kürzel »alt-J« benutzt. Sie spielen mit neumodischen Schnickschnack versehenen Folk und werden als nächstes großes Ding gehandelt.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 2)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Review | verfasst 26.01.2015
Aphex Twin
Computer Controlled Acoustic Instruments Pt.2 EP
Auf »Computer Controlled Acoustic Instruments Pt.2 EP« lässt Aphex Twin nicht nur Instrumente sprechen.
Music Review | verfasst 22.01.2015
Theo Parrish
American Intelligence
Ob als DJ, Produzent oder Rennfahrer: Theo macht überall eine gute Figur. Eine Ode an sein neues Album »American Intelligence«
Music Review
Africa Express presents
Terry Riley's In C Mali
Der britische Musiker Damon Albarn hat mit seinem Projekt Africa Express eine Neufassung von Terry Rileys »In C« in Mali aufgenommen.
Music Review
Cluster
USA live
Auf Clusters »USA live«-Album kann man erleben wie sie das Zarte und Verspielte mit dem Schroffen oder gar leicht Bedrohlichen kombinieren.
Music Review
Cluster
Japan live
Auf »Japan live« versammeln Cluster Konzertaufnahmen aus dem Jahr 1996, die so konzentriert klingen, als seien sie im Studio entstanden.
Music Review
Diagrams
Chromatics
»Chromatics«, das zweite Soloalbum von Sam Genders a.k.a. Diagrams ist ein nettes, kurzweiliges Album.
Music Review
Aphex Twin
Computer Controlled Acoustic Instruments Pt.2 EP
Auf »Computer Controlled Acoustic Instruments Pt.2 EP« lässt Aphex Twin nicht nur Instrumente sprechen.
Music Review
Claude Speeed
Sun Czar Temple
Claude Speeed, schottischer Producer aus dem LuckyMe-Umfeld, veröffentlicht sein zweites Album »Sun Czar Temple« auf Planet µ.
Music Review
Sabla
Spirits
»Spirit«, die Debüt-EP des Turiners Sabla, will mit seiner kargen Polyrhythmik hypnotisieren, Tunnelblicke auf sich ziehen.
Music Review
Jan St. Werner
Miscontinuum Album
Auf seinem »Miscontinuum Album« entfaltet Jan St. Werner ein kafkaeskes Narrativ, dass viele erinnerungswürdige Passagen durchläuft.
Music Review
Jib Kidder
Teaspoon To The Ocean
Jib Kidder gibt auf seinem neuesten Album »Teaspoon To The Ocean« einmal mehr den intellektuellen, ewigen Slacker.
Music Review
Sonae
Far Away Is Right Around The Corner
»Far Away Is Right Around The Corner«, das Debüt der Kölner Elektronik-Musikerin Sonae, zeichnet sich durch seine cineastischen Elemente aus
Music Review
Tufu & Eloquent
Wenn der Vorhang fehlt
Tufu produziert, Eloquent rappt. »Wenn der Vorhang fehlt«, das sind 14 skizzenhafte Tracks, die zusammen eine Einheit bilden.
Music Review
Theo Parrish
American Intelligence
Ob als DJ, Produzent oder Rennfahrer: Theo macht überall eine gute Figur. Eine Ode an sein neues Album »American Intelligence«
Music Review
Celer
Sky Limits
»Sky Limits« von Celer zeigt: Es geht in dieser Musik nicht darum, wie sie gemacht ist, sondern um so mehr darum, was sie mit einem macht.
Music Review
Frank Bretschneider
Sinn + Form
Frank Bretschneiders »Sinn + Form« erfreut durch eine Direktheit, die ohne Landschaft und Kulisse, ohne Kontrapunkt auskommt.
Music Review
Joey Bada$$
B4.Da.$$
Joey Bada$$ hat mit »B4.Da.$$« das »Enter the Wu-Tang« unserer Zeit abgeliefert und dürfte damit endgültig zum A-Ligisten aufsteigen.
Music Review
Petite Noir
King Of Anxiety EP
Als Petite Noir legt Yannick Ilunga nach einem kurzen Hype um den Song »Till We Ghosts« von 2012 nun endlich seine erste EP vor.
Music Review
Roberto Clementi
Diodes
Auf »Diodes« beweist Roberto Clementi eine untrügliche Geschmackssicherheit, die übers Funktionale hinausweist.
Music Review
Disappears
Irreal
Mit Reduktion Bruatlität erschaffen: Disappears liefern mit »Irreal« ein erbarmungslos dystopisches Album ab.
Music Review
myr.
Nobody Knows/Avalon
Beim Kölner Label PNN Records veröffentlicht myr. eine wahnsinnig gute, 3 Track starkes Debüt auf 12".
Music Review
Taraf De Haidouks
Of Lovers, Gamblers And Parachute Skirts
Taraf De Haidouks’ Album »Of Lovers, Gamblers And Parachute Skirts« enthält rumänische Balladen, Roma-Liebeslieder, Tänze und Instrumentals.
Music Review
Klangwart
Transit
»Transit«, die neue Platte von Klangwart, klingt organisch, kraftvoll und energiegeladen.
Music Review
Schneider Kacirek
Shadow Documents
Was wie das Schlagzeug des einen klingt, ist die Elektronik des anderen: Stefan Schneider und Sven Kacirek machen gemeinsame Sache.
Music Review
Belle And Sebastian
Girls In Peacetime Want To Dance
Belle And Sebastian erweitern ihre Klangpalette auf »Girls In Peacetime Want To Dance« um einen erstaunlichen neuen Einfluss: Euro-Dance!
Music Review
Deichkind
Niveau Weshalb Warum
Mit »Niveau Weshalb Warum« machen Deichkind über weite Strecken nach wie vor Laune, ohne die Intelligenz der Hörer zu beleidigen.
Music Review
Achim Wollscheid & Bernhard Schreiner
Calibrated Contingency
Eine neue Veröffentlichung von Achim Wollscheid kann man getrost als Ereignis bezeichnen.Auf Baskaru liegt jetzt eine vor.
Books Review
David Stubbs
Future Days. Krautrock and the Building of Modern Germany
»Das definitive Buch über die ultimative Musik« verkündet Simon Reynolds über David Stubbs’ Krautrockbuch »Future Days«.
Music Review
Masks
Food Plus Drugs (II)
Immer neue Releases mit staubigen, scheppernden House spült Opal Tapes über den Ozean. So jüngst das Debüt «Food Plus Drugs (II)« von Masks.
Music Review
Iron Galaxy
Came & Went/No Matter 12"
Wo hohobelt wird, da fallen Späne. Auf der neuen EP von Iron Galaxy ist es es dann aber doch etwas zu viel Süßholz.
Music Review
Panda Bear
Panda Bear Meets The Grim Reaper
Auch auf »Panda Bear Meets The Grim Reaper« gelingt es Noah Lennox offene Lebensfreude mit versteckter Melancholie zu verbinden.
Music Review
Flug 8
Trans-Atlantik
Daniel Herrmann aus Offenbach veröffentlicht mit »Trans-Atlantik« sein zweites dunkel melancholisches Album.
Music Review
Dan Mangan & Blacksmith
Club Meds
Mit »Club Meds« wendet sich Dan Mangan dunklen Themen und schweren Klängen zu. Was wohl das britische Thronfolgerpaar dazu sagen wird?
Music Review
François Tusques & Barnie Wilen
Le Nouveau Jazz
François Tusques’ »Le Nouveau Jazz« aus dem Jahre 1967 ist eine intellektuell-zurückhaltende Erkundung des improvisierten Spiels.
Music Review
Credit 00
Basement Toolz Vol. 1
Nach Credit 00s 12" »Basement Toolz Vol. 1«, kann der zweite Werkzeugkasten gar nicht schnell genug kommen.
Music Review
Peter Michael Hamel
The Voice of Silence
Nach mehr als 40 Jahren veröffentlicht Wah Wah Records die erste richtige Neuauflage von Peter Michael Hamels »The Voice of Silence«.
Music Review
Black to Comm
Black to Comm
Marc Richter meldet sich mit »Black to Comm« zurück – einem Komplott aus Klang, Surrealismus und Schrecken.
Music Review
Wilco
Alpha Mike Foxtrot: Rare Tracks 1994-2014
»Alpha Mike Foxtrot« ist ein absolutes Schmankerl, das Wilcos Schaffen der letzten 20 Jahre umfassend abrundet.
Music Review
Carlos Cipa
All Your Life You Walk
Auch auf seinem neuen Album, »All Your Life You Walk«, richtet sich Carlos Cipa nicht nach dem Metronom, sondern nach seiner Intuition.
Music Review
Natasha Barrett
Peat+Polymer
Natasha Barretts »Peat+Polymer« führt ins Werk der bedeutendsten in Norwegen lebenden Komponistin elektroakustischer Musik ein.
Music Review
Baaz
Red Souvenirs
»Red Souvenirs« ist das erste Album des im Kasseler Stammheim sozialisierten DJ und Produzenten Bastian Völker alias Baaz.
Music Review
Gravediggaz
Six Feet Deep
Auch nach 20 Jahren zeigt das Debütalbum der Formation Graveidggaz, »Six Feet Deep«, was ’ne Harke ist.
Music Review
Pilskills
Menkenke aufm Mont Klamott
Pilskills lassen uns für eine LP-Länge so zu tun, als würde Aggro Berlin nie gegründet worden und »Bambule« erst letztens erschienen sein.