Music Review | verfasst 12.04.2012
Suzanne Ciani
Lixivitation
Finders Keepers, 2012
Text Jens Pacholsky
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Redaktion
Cover Suzanne Ciani - Lixivitation

Die ganzen Musiker, welche sich aktuell mit ambienten und anderen elektronischen Klangexperimenten beschäftigen, können von Glück reden, dass Finders Keepers erst jetzt mit Suzanne Ciani zusammengekommen sind. Damit hatten sie Schonfrist und konnten sich über die letzten zehn Jahre als Innovatoren feiern lassen, wenn sie Sinuswellen verbogen. Das dürfte jetzt vorbei sein. Denn »Lixiviation« beweist: Das alles hat Suzanne Ciani schon zwischen 1969 und 1985 abgearbeitet. Die italienisch-amerikanische Komponistin und Pianisten ist zwar am besten bekannt für ihre Corporate Identity Sounds und Jingles für Atari, Columbia Films und Coca-Cola sowie ihre platingekrönten New Age-Alben der 1980er und 1990er Jahre. Die Stücke, mit denen die 1946 geborene Musikerin die aktuell agierenden Klangkünstler jedoch Schachmatt setzt, sind die dynamischen und zugleich höchst melodischen Kompositionen auf ihrem Buchla Synthesizer. Songs wie das Titelstück »Lixiviation«, »Paris 1971« oder »Sound of Wetness« klingen als wären sie gerade frisch aus dem Macbook geschlüpft und nicht bereits mindestens 27 Jahre alt. Finders Keepers zeigen, dass Archivarbeit nicht nur Kontextualisierung der Gegenwart ist, sondern eine echte Offenbarung beinhalten kann.

Die Anthologie »Lixivitation« von Suzanne Ciani findest du bei hhv.de: LP CD
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