Music Review | verfasst 03.05.2012
Mike Wexler
Dispossession
Mexican Summer, 2012
Text Philipp Kunze
Deine Bewertung:
/
Nutzer
5.0
Redaktion
Cover Mike Wexler - Dispossession

Ein zufriedenes Gähnen dehnt sich durch das Zimmer. Dieser Mittagsschlaf war nicht eingeplant. Mike Wexler made me do it. Dessen drittes Album, sein Debüt auf Mexican Summer, ist dermaßen seicht, dass man sich einfach nicht vor einer eintretenden Lethargie retten kann. Das Ganze hört sich manchmal an, als wäre das Cáfe del Mar für Island, dann ist es wieder Holzhütten-Folk; die Percussions haben etwas jazziges. Stets werden da mit samtenen Sticks die Hi-Hats angekuschelt, der Gesang schmiegt sich an die Gitarrenriffs und die vereinzelten Synthies wie ein Schüler in sein Kuscheltuch, wenn er im Schullandheim Heimweh hat. Es muss ja nicht immer Kanten geben, aber was auf »Dispossesion« passiert ist ein arg weichgespült. Studentinnen in Blümchenkleidern werden sich das nach geschriebener Hausarbeit gerne bei einem Glas Wein anhören. Auch wer dringend mal wieder Entschleunigung und Ruhe braucht ist hier gut aufgehoben. Aber so sehr diese Kohärenz, in der kein Refrain raussticht, keine Melodie mal die vorige überlügelt, beruhigend ist – so sehr langweilt sie auch. NME oder Pitchfork loben das Album für seinen Stilmix, in der der Wohlfühl-Folk immer wieder von psychedelischen Elementen gebrochen wird. Mag sein, dass Mittagsschlafträume die Kollegen etwas Psychedelisches in »Dispossession« haben hören lassen. Für mich ist das einfach nur rund – zu rund.

Das Album »Dispossesion« von Mike Wexler= findest du bei hhv.de auf LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 13.04.2011
Teams vs. Star Slinger
Teams vs. Star Slinger EP
Welches Potenzial in der Verbindung dieser zwei Musiker steckt, verrät nun die erste gemeinsame EP von Teams vs. Star Slinger.
Music Review | verfasst 09.06.2011
Ford & Lopatin
Channel Pressure
Das erste Album der New Yorker ist eine verspielte Hommage an das Glitzern der Achtziger, die mitunter die persönliche Note vermissen lässt.
Music Review | verfasst 02.04.2012
Lilacs & Champagne
Lilacs & Champagne
Stammes-Orgie auf Pilzen? Ein in See stechender Seemann? Nenne das Bild, das Album zeichnet es. Was zum Geier passiert hier als nächstes?
Music Review | verfasst 14.08.2012
Peaking Lights
Lucifer
»Lucifer, son of the morning« heißt es in einem Reggae-Klassiker. Der Einfluss von Reggae und Dub ist nicht nur im Titel enthalten.
Music Review | verfasst 12.11.2012
The Soft Pack
Strapped
So sehr viel hat sich im Vergleich zum Debüt nicht verändert. The Soft Pack spielen noch immer möglichst flotte Popsongs unter 3 Minuten.
Music Review | verfasst 17.05.2013
Lilacs & Champagne
Danish & Blue
Kids, nehmt keine Drogen. Nehmt Lilacs & Champagne! Deren neues Album hat eine ähnliche Wirkung.
Music Review | verfasst 07.02.2014
Quilt
Held In Splendor
Quilt machen jene Art von psychedelischem Surf-Folk-Rock, bei dem jeder Gitarrenriff zur Californiacation aufruft.
Music Porträt | verfasst 16.04.2012
Star Slinger
»Dumbin' ain't part of his strategy«
Darren Williams aka Star Slinger war vor nicht allzu langer Zeit noch ein durchschnittlicher Mitt-20er, der in Manchester Tontechnik studierte. 2010 stellte er mit dem Beat Tape Vol. 1 sein erstes musikalisches Lebenszeichen online.
Music Review
Cluster
One Hour
»One Hour«, das Studioalbum des Duos Dieter Moebius und Hans-Joachim Roedelius, bietet eine Stunde bewusst »unabsichtlicher« Improvisation.
Music Review
Brendon Moeller
AS002
Brendon Moeller beweist mit »AS002« einmal mehr, was sich jenseits stilistischer Raster wie dem Dub-Techno für Spielräume eröffnen.
Music Review
Kenny Dope
The Wild Style Breaks
Kenny Dope hat die original Wild Style Breaks auf Songlänge modifiziert, auf sieben 7-Inches verteilt und in ein Buch gesteckt!
Music Review
Drexciya
Neptune’s Lair
»Neptune’s Lair«, das Debütalbum der beiden Ausnahmeproduzenten James Stinson und Gerald Donald, gibt es nun als Re-release.
Music Review
Cold Specks
Neuroplasticity
Gefestigt und doch zerrissener als das Debüt: »Neuroplasticity« von Cold Specks ist ein kleines düsteres Meisterwerk.
Music Review
Electric Würms
Musik Die Schwer Zu Twerk
Nebenprojekte von den Flaming Lips haben es schwer, ist die Hauptband doch schon abgedreht genug. Somit ist das hier fast konventionell.
Music Review
Z (Bernard Szajner)
Vision Of Dune
Infinè Records wiederveröffentlichen Bernard Szajners von Frank Herbert’s Roman »Dune« inspiriertes Debütalbum »Vision Of Dune« von 1979.
Music Review
Bitchin' Bajas
Bitchin' Bajas
Auf der neuen Platte von Bitchin’ Bajas ist von »Essenz« und »Kern« ist die Rede, daher genügt der Bandname als Titel.
Music Review
Jenny Hval & Susanna
Meshes Of Voice
Wie die Swans. Nur kaputter. Jenny Hval und Susanna bringen ein Album raus, das nicht einfach anzuhören ist. Und gerade deswegen so gut.
Music Review
The Eye Of Time
Acoustic
Wer Chopin und Godspeed You! Black Emperor als Einflüsse angibt, hat schon gewonnen. Besonders wenn so ein Album wie hier dabei entsteht.
Music Review
Alma Construct
Alma Construct EP
Thompson mischt auf der »Alma Construct EP« Analoges mit Digitalem, 80er Elemente mit modernsten Sounds.
Music Review
Deaf Center
Recount
Mit ihrem neuen Album »Recount« beweisen sich Skodvin und Totland erneut als Meister der Melancholie.
Music Review
James Yorkston
The Cellardyke Recording And Wassailing Society
James Yorkston erzählt auf »The Cellardyke Recording And Wassailing Society« weitere 16 Alltagsgeschichten ohne sich zu wiederholen.
Music Review
Music Blues
Things Haven't Gone Well
Tonnenschwer, brutal und absolut niedergeschlagen: »Things Haven’t Gone Well« von Music Blues. Ein sehr ausdrucksstarkes Album…
Music Review
Mark Fell/Miles/Some Truths/Joane Skyler
280913_1 / 280913_2
Auf Travel by Goods erscheinen mit der Doppel-LP »280913_1 / 280913_2« vier Livesets mit ganz unterschiedlichen musikalischen Ansätzen.
Music Review
Rustie
Green Language
In einem Essay würde man dieses Album als Meisterwerk bezeichnen. In einer Facebook-Nachricht an einen Freund als nervig.
Music Review
Mono/Poly
Golden Skies
Auf »Golden Skies« malt uns Mono/Poly den Ausklang eines als wundersam perfekt erlebten Tages mit Goldstaub ins Ohr.
Music Review
White Hills
Glitter Glamour Atrocity
Wow, was für eine Reise! »Glitter Glamour Atrocity« der White Hills wird jetzt wiederveröffentlicht!
Music Review
Arve Henriksen
The Nature Of Connections
Arve Henriksens »The Nature Of Connections« ist eine intime Widmung an die Kraft, die die Welt im Innersten zusammenhält.
Music Review
Mndsgn
Yawn Zen
Die üblichen Namen dienen für dieses Album als Vergleichsmaße. Nur, dass sie für »Yawn Zen« tatsächlich mal wieder Sinn machen.
Music Review
Dexter
Palmen und Freunde
Auf »Palmen und Freunde« entspannt sich Dexter zwischen 808s und Samples aus der Cheesy-Listening-Sparte auch mal mit einem Rap-Part.
Music Review
Ikonika
Position EP
Ikonika will es auf der »Position EP« wissen – mit knackigen, wirbelnden Beats und melodisch perlenden, hymnischen Keyboardsounds.
Music Review
Sam Cooke
The Wonderful World Of Sam Cooke
Wundervoller Langspieler! 500 limitierte Vinyl-Pressungen von »The Wonderful World Of Sam Cooke« aus dem Jahre 1960…
Music Review
Madlib
Rock Konducta Part 2
Rock around the world und clock zum Zweiten. Madlib bleibt auf Rock Konducta Part genauso vorhersehbar wie gut.
Music Review
Mogwai
Come On Die Young
Die Musik der frühen Mogwai durchläuft auf »Come On Die Young« stille Täler und brüllende Höhen. »Old songs stay ’til the end«!
Music Review
Deer
String Theory
Martin Hirschs »String Theory«-EP markiert das erste Release des in Weimar, Leipzig und Berlin ansässigen Vinyl-only-Labels Marionette.
Music Review
Aria Rostami
Czarat EP
Aria Rostami hat mit »Czarat« eine ungewöhnliche Tanz-Weltmusik-EP erschaffen und auf Spring Theory veröffentlicht.
Music Review
µ-Ziq
Rediffusion
Mike Paradinas hat als µ-Ziq eine neue 12" veröffentlicht: »Rediffusion« ist konzentrierter Ruhepunkt und konservativer als früher mal.
Music Review
Sieren
The Convoluted Truth
Matthias Fricks neues Album »The Convoluted Truth« geht klar in Richtung Dancefloor und Techno.
Music Review
Harald Großkopf
Oceanheart
Probierlustige Neugier. Auf seinem zweiten Album von 1986 »Oceanheart« präsentiert Harald Großkopf ein deutlich erweitertes Vokabular.
Music Review
Harald Großkopf
Synthesist
Verschmelzen von Mensch und Maschine. Harald Großkopfs Debütalbum »Synthesist« aus dem Jahre 1981 ist jetzt wieder zu haben.
Music Review
Mirel Wagner
When The Cellar Children See The Light Of Day
Mirel Wagner kämpft gegen Ängste und Erinnerungen auf ihrem zweiten Album. Sie verpackt das in zehn flüchtige kleine Songs.
Music Review
Devonté Hynes
Palo Alto: Original Motion Picture Score
Devonté Hynes hat den Soundtrack zu Gia Coppolas »Palo Alto« geschrieben: Freunde von Blood Orange und Lightspeed Champion wird es freuen.
Music Review
Dilated Peoples
Directors Of Photography
»DirectorsOF Photography« ist das erste Album der Deilated Peoples um Evidence, DJ Babu und Rakaa Iriscience seit 8 Jahren.
Music Review
D.I.T.C.
The Remix Project
Während einige Jünger immer noch auf neues Material der D.I.T.C. Crew warten, haben diese einstweilen »The Remix Project« veröffentlicht.
Music Review
Tre Mission
Stigmata
An den großen Vorbilder den der Grime-Musik kommt dieses Album nicht vorbei. Das alleine wäre auch nicht weiter schlimm gewesen..
Music Review
Imre Kiss
Raw Energy EP
Ein Flüstern, ein Knacken und ein Rascheln: der ungarische Producer hat ein ganz schön raffiniertes Debüt für Lobster Theremin produziert.
Music Review
Airhead
Believe
Airhead mischt die Genres und bringt die Endprodukte zur Koexistenz. Auch auf seiner neuen 12" »Believe« für 1-800 Dinosaur.
Music Review
Lost Midas
Off The Course
Jason Trikakis widmet sich auf seinem zweiten Album »Off The Course« den Spielarten moderner elektronischer Tanzmusik.
Music Review
Comet Gain
Paperback Ghosts
Grau und kalt wirkt dieses Album zu erst. Dch wenn man genau hinhört, dann hört man noch etwas anders.
Music Review
Alvvays
Alvvays
Die kanadische Indierockband Alvvays um Molly Rnakins und Alec O’Haley macht auf ihrem Debütalbum gutgelaunten Powerpop.