Music Review | verfasst 07.05.2012
DVA
Pretty Ugly
Hyperdub, 2012
Text Björn Bischoff , Übersetzung Julia Frohn
Deine Bewertung:
7.0
Nutzer (2)
6.0
Redaktion
Cover DVA - Pretty Ugly

Landet ein Album von Hyperdub auf dem Tisch, setzt im Hirn sofort eine dunkle Vision ein, die hauptsächlich Burial und Kode9 geprägt haben. Das Label liefert als Qualitätsschmiede für Dubstep seit acht Jahren zuverlässig anständige bis herausragende Veröffentlichungen. Leon Smart, der unter dem Namen DVA nun sein Debüt »Pretty Ugly« bringt, reiht sich da locker ein, auch wenn schon auf den ersten Blick auffällt, dass die Jalousien nicht ganz am Anschlag steht. Die monotone Struktur von »Polyphonic Dream« drückt einem zwar relativ schnell ein wenig Melancholie rein, doch trotzdem liegt die Grundstimmung von »Pretty Ugly« eher in der Realität als bei »Blade Runner«. Was zum einen daran liegt, dass Smart Dubstep mit Garage, Funk, Pop und Soul anreichert, allerdings dabei nie seine Linie verliert. Zum anderen hat er sich die richtigen Features ausgesucht, um seinen Tracks mehr als ein weiteres Detail hinzuzufügen. Sängerin Zaki Ibrahim gibt dem Gegrummel von »Fire Fly« überhaupt erst seinen Charme. Und Stimmen sind sowieso keine schlechte Wahl, fransen manche Tracks wie »Bare Fuzz« alleine durch ihre Länge unglaublich aus. Ein Sample reingemischt und für den Club eignet sich das dann wieder gut. In den knapp fünfzig Minuten baut sich aber sonst kaum Spannung auf, sodass »Pretty Ugly« mehr Stückwerk als Gesamtkunst bleibt. In einzelnen Teilen lässt sich die Platte immerhin entspannt weghören. Die Portionsgröße kann man zur Not ja einfach anpassen.

Das Album »Pretty Ugly« von DVA findest du bei hhv.de: CD LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 07.10.2016
DVA [Hi:Emotions]
NOTU_URONLINEU
Bei seinem Projekt [Hi:Emotions] scheint Scratcha DVA seinen Spaß vordergründig verloren zu haben. Dafür hat »NOTU_URONLINEU« Punch.
Music Review | verfasst 12.08.2015
DVA
Allyallrecords
Nach längerer Wartezeit dreht DVA mit der 10" »Allyarecords« mächtig auf. Allein der Titeltrack mit Addison Groove entschädigt fürs Warten.
Music Review | verfasst 17.05.2016
DVA
Take It All
DVA aka Scratcha DVA hat sich in das 10"-Format verliebt. Mit »Take It All« erscheint ein weiterer Release auf Hyperdub.
Music Review | verfasst 09.12.2016
Jessy Lanza
Oh No No No
Die Eckpfeiler von Jessy Lanzas Sound? Disco und Footwork. Auf »Oh No No No« sind Morgan Geist, DJ Spinn & Taso und DVA als Remixer an Bord.
Music Review | verfasst 29.11.2011
King Midas Sound
Without You
King Midas Sound veröffentlichen Remise ihres Debüts u.a. von Flying Lotus, Kuedo, Kode9 and the Spaceape und Mala.
Music Review | verfasst 08.05.2012
Burial
Kindred EP
Burial bricht mit der »Kindred EP« zu neuen Horizonten auf, ohne »Untrue« dabei allzu weit zurückzulassen.
Music Review | verfasst 09.07.2012
Cooly G
Playin' Me
Minimalismus für Fortgeschrittene: Nach kurzen Ausflügen im Tonträgergeschäft von Hyperdub kommt nun endlich das Debüt von Cooly G.
Music Review | verfasst 27.08.2012
LV
Sebenza
Das Londoner Produzententeam LV hat ein komplettes Album mit südafrikanischen Rave-Referenzen synthetisiert.
Music Review
Roman Flügel
Garden Party
Die Dancefloors? Dicht! Roman Flügel lädt für sein Running-Back-Debüt zu einer »Garden Party«, die vier überragende Hits bietet.
Music Review
Four Tet
Sixteen Oceans
Selbst da, wo er sentimental zu werden droht, berührt Four Tet einen auf »Sixteen Oceans« am Ende doch.
Books Review
Nick Cave
Stranger Than Kindness
Es ist seine Biografie, sein Leben – zusammengehalten von zwei Buchdeckeln und 270 Seiten. Über »Stranger Than Kindness« von Nick Cave.
Music Review
Phi-Psonics
The Cradle
Der Jazz auf Phi-Psonics’ »The Cradle« begeistert mit fast schon erotischem Charme. Dieser Band steht die Zukunft offen.
Music Review
Various Artists
Oto No Wa: Selected Sounds Of Japan (1988 - 2018)
Mit »Oto No Wa: Selected Sounds Of Japan (1988 – 2018)« widmet sich das Label Music For Dreams entdeckungswürdigen Klängen aus Japan.
Music Review
Knxwledge
1988
»1988«, das zweite Album von Knxwledge für Stones Throw, zeigt auf 22 Stücken in nur 37 Minuten das ganze Können des Beatmakers.
Music Review
Rosa
Acqua Di Sale
Aus dem Umfeld der Neapolitaner von Mystic Jungle kommt Rosa. Ihre 6-Track-EP »Acqua Di Sale« ist ausnahmslos cocktailtauglich.
Music Review
Space Dimension Controller
Planète Contraire
Mit seiner zweiten Dekmantel-EP nimmt Space Dimension Controller Kurs auf »Planète Contraire« und kommt nur mit einer guten Nummer zurück.
Music Review
Electric Indigo
Ferrum
»Ferrum«, Eisen, ist das Ausgangsmaterial auf dem neuen Album von Electric Indigo, um das sich alles schichtet und zerfasert.
Music Review
Ben Bertrand
Manes
Auf seinem neuen Album »Manes« verbindet der belgische Klarinettist Ben Betrand klassische Musik mit elektronischen Effekten.
Music Review
Ratgrave
Rock
Ratgrave ist das gemeinsame Projekt von Max Graef und Julius Conrad. Ihr neues Album »Rock« ist bei Black Focus erschienen.
Music Review
Tony Allen & Hugh Masekela
Rejoice
Der Nigerianer Tony Allen und der Südafrikaner Hugh Masekela sind Legenden des Jazz. Auf »Rejoice« sind sie gemeinsam zu hören.
Music Review
Matthew Tavares & Leland Whitty
Visions
Die Kanadier Matthew Tavares und Leland Whitty, bekannt als Teil von BadBadNotGood, haben mit »Visions« ein Album veröffentlicht.
Music Review
Hailu Mergia
Yene Mircha
Der äthiopische Musiker Hailu Mergia feiert gerade seinen zweiten Frühling. MIt »Yene Mircha« ist nun sein neues Album erschienen.
Music Review
Shabaka & The Ancestors
We Are Sent Here By History
Der kraftstrotzende Jazz von Shaba Hutchings ist auch auf dem mit The Ancestors eingespieltem Album »We Are Sent Here By History« zu hören.
Music Review
Inoyamaland
Danzindan-Pojidon
Mit »Danzindan-Pojidon« veröffentlichten Inoyamaland 1983 ein nah am Zeitgeist agierendes Album. Nur wie klingt das heute?
Music Review
Alabaster DePlume
To Cy & Lee Instrumentals Vol.1
Eine weitere Entdeckung auf International Anthem: Der britische Saxophonist hat sein Album »To Cy & Lee Instrumentals Vol.1« veröffentlicht.
Music Review
Zebra Katz
Less Is Moor
»Less Is Moor« ist das späte Debütalbum von Zebra Katz. Auf ihm schreibt Ojay Morgan seine Geschichten unter eigenen Bedingungen neu.
Music Review
Jon Hassell
Vernal Equinox
»Vernal Equinox«, das erste Album des amerikanischen Klangpioniers Jon Hassell wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Jura Soundsystem Presents Transmission Two
Die Compilation »Jura Soundsystem Presents Transmission Two« präsentiert einen Kessel Buntes, den weirden Shit, lose Fäden, Unerhörtes.
Music Review
Ranil
Ranil Y Su Conjunto Tropical
Analog Africa stöbert abseits ihres Kerngebietes und veröffentlicht eine Compilation der peruanischen Kombo Ranil Y Su Conjunto Tropical.
Music Review
Roger Eno & Brian Eno
Mixing Colours
Schlappe 37 Jahre nach ihrer Arbeit zu »Dune« gibt’s mit »Mixing Colours« wieder gemeinsames Material der Brüder Roger Eno und Brian Eno.
Music Review
Buck 65
Laundromat Boogie
»Laundromat Boogie« tänzelt im Sixstep in den Waschsalon und wird mit lakonischem Witz in den Trockner gepackt.
Music Review
Tornado Wallace
Midnight Mania
Der Australier Tornado Wallace legt sein zweites Album vor. »Midnight Mania« ist druckvoller, aber weiterhin rätselhaft und entrückt.
Music Review
Various Artists
Black Riot: Early Jungle, Rave And Hardcore
Die Compilation »Black Riot: Early Jungle, Rave And Hardcore« lässt das aufwühlende, energische, rastlose Genre wiederaufleben.
Music Review
World Quake Band
Everything Is On The One
»Everything Is On The One«, das 1981 erschienene, einzige Album der World Quake Band wurde nun bei Mad About Records wiederveröffentlicht.
Music Review
Atmosphere
Whenever
Das Duo Atmosphere aus Minneapolis meldet sich mit einem neuen Album zurück. »Whenever« verzichtet auf Experimente und liefert verlässlich.
Music Review
Delroy Edwards
Slap Happy
Der Zahn musste ihm gezogen werden: »Slap Happy« zeigt, das Delory Edwards mit den gewohnten Mitteln, nicht die gewohnte Qualität erreicht.
Music Review
M.Rux
Vermonische Melodien
Mit »Vermonische Melodien« verneigt sich der Beatbastler M.Rux vor Reinhard Lakomy und benutzt DDR-Hardware. Ostalgie aber? I wo!
Music Review
The James Hunter Six
Nick Of Time
Auch »Nick Of Time«, das vierte Album von The James Hunter Six, ist musikalisch und textlich völlig aus der Zeit gefallen.
Music Review
Stephen Malkmus
Traditional Techniques
Nur ein Jahr nach »Groove Denied« veröffentlicht Stephen Malkmus mit »Traditional Techniques« ein neues, komplett akustisches Album.
Music Review
Pharoah Sanders
Live In Paris 1975
Pharoah Sanders nahm »Live In Paris 1975« in Umbruchszeiten auf. Das schlägt sich in seiner Diversität, nicht aber im Spiel nieder.
Music Review
Kris Baha
Barely Alive Remixes
Der Asutralier Kris Baha ist nicht müde zu kriegen und veröffentlicht mit »Barely Alive Remixes« ein weiteres Release.
Music Review
The Master Musicians Of Jajouka
Apocalypse Across The Sky
Bill Laswell hat 1991 mit The Master Musician Of Jajouka »Apocalypse Across The Sky« aufgenommen. Es wurde jetzt auf Vinyl veröffentlicht.
Music Review
Mateo Stoneman
Mateo
Vom Bankräuber zum »Loner« mit der Engelsstimme: die Geschichte von Mateo Stoneman wurde von ihm in karibische Sandelholz-Balladen gegossen.
Music Review
Houschyar
Temmuz
»Temmuz« von Houschyar ist von der ersten Sekunde warm, richtig schwül, dunstig, berauschend, eine gemütliche Decke, Milch mit Honig.
Music Review
Kassa Overall
I Think I'm Good
»I Think I’m Good« heißt das bei Brownswood erschienene, unberechenbare Album des an bipolarer Störung leidenden Musikers Kassa Overall.
Music Review
Grimes
Miss Anthropocene
Fünf Jahre nach ihrem letzten Album, legt die einzigartige Grimes mit »Miss Anthropocene« ein neues vor.
Music Review
Wildflower
Season 2
»Season 2«, das zweite Album der britschen Jazzer Wildflower, ist eine Meditation in aufgekratzten Zeiten.
Music Review
Caribou
Suddenly
Caribou beschäftigt sich auf »Suddenly« mit persönlichen Themen. Darunter einigen traurigen, wie die Stimmungslage vieler Songs andeutet.
Music Review
King Krule
Man Alive!
Mit »Man Alive!« ist King Krule nun endgültig in der Verweigerung angekommen. Die Vergleiche mit den großen Songwritern ziehen nicht mehr.