Music Review | verfasst 20.06.2012
Die Kraszesten
Die Kraszesten/ Jetzt noch kraszer
hhv.de, 2012
Text Lea Fickenscher
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7.5
Redaktion
Cover Die Kraszesten  - Die Kraszesten/ Jetzt noch kraszer

Also, das die Funkverteidiger krass sind, ist für den bewanderten Deutschrapgourmet nichts neues. Dass man, seitdem doZ9 und Pierre Sonality im Doppel unterwegs sind, »krass« mit »sz« schreibt, haben wir auch schon irgendwie mitbekommen und in unserem Duden sofort korrigiert. Und jetzt soll noch mal einer drauf gesetzt werden. Quasi ist alles jetzt noch kraszer? In der Tat. Die selbstbetitelte Leibstandarte legendärer Funkmusik, hat ihre beiden ersten EPs zusammen gepackt und in Vinyl gegossen. In gewohnter Manier, heisst das nicht mehr und nicht weniger als geschmeidige »Boom Jazz« Beats kombiniert mit sarkastischem Sprechgesang in deutscher Sprache. Schon beim ersten Blick auf die Tracklist fällt auf: Doz und Pierre lieben Kommazahlen. Alle Titel tragen ausschliesslich Namen wie »fünfKOMMAvier« oder »achtKOMMAeins«, nix halbes und nix ganzes, sondern irgendwie dazwischen. Das sieht dankenswerterweise aus musikalischer Sichtweise anders aus. Wobei die stark Jazz-lastigen Beats, bei denen kaum einer mehr als 90 bpm pusht, stark an den Kollegen Hulk Hodn erinnern. Sie selbst betiteln sich im ersten Track als »scharfzüngige Publizisten« und »meisterhafte Lyriker«. Kann man mehr oder weniger unterschreiben, denn an süffisanten Sozialkritikanspielungen und provokativem Zynismus mangelt es nicht, wobei auch oft eine sarkastische Note mitschwingt. Man hat also beim Zuhören auch was zum Schmunzeln. Es wird sich in eloquenten Reimschemata mit Politik und Gesellschaft auseinandergesetzt und man merkt, dass es den Jungs um Qualität geht und sie sich wirklich Gedanken um ihre Musik machen, besonders bei den Beats, die erste Sahne sind.

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