Music Review | verfasst 06.08.2012
Fennesz
AUN - The Beginning and the End of all Things
Ash International, 2012
Text Patrick Cavaleiro
Deine Bewertung:
/
Nutzer
8.0
Redaktion
Cover Fennesz - AUN - The Beginning and the End of all Things

Nach der Zusammenarbeit mit dem japanischen Alleskönner Ryuichi Sakamoto auf dem Album »Flumina«, veröffentlicht der Österreicher nun einmal mehr einen Soundtrack – seinen sechsten, womit er nun die Anzahl seiner Studioalben egalisiert hätte. Mit minimalistischen Kompositionen untermalt Fennesz »AUN«, das neueste Werk des österreichischen Filmemachers Edgar Honetschläger. Der Film ist in japanischer Sprache gehalten und größtenteils ebendort angesiedelt und behandelt nichts weniger als »the beginning and the end of all things«. Inspiriert von traditionell japanischen Klängen und der gesellschaftlichen Kühle im Reich der aufgehenden Sonne lässt Fennesz diesmal lieber den Verstärker aus und zieht eine akustische Gitarre vor. Manchmal klingt aber auch ein Koto durch. Mit vielen Flächen und weniger elektronischer Effekthascherei gelingt Fennesz ein außergewöhnlich atmosphärisches und gleichzeitig emotional berührendes Album. Trotz einer bei Ambientplatten immer mitschwingenden Gefahr, austauschbar klingen zu können, schafft er nicht etwas besonderes, sondern lässt nebenbei einen auch ganz sanft vergessen, dass das hier immer noch funktionale Musik ist, die er uns vorsetzt – groß.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 15.02.2012
Fennesz + Sakamoto
Flumina
Fünf Jahre nach ihrer letzten Zusammenarbeit, spinnen Fennesz und Ryuichi Sakamoto erneut gemeinsam wundersame Fäden.
Music Review | verfasst 28.04.2014
Fennesz
Bécs
»Bécs«m Fennesz’ Rückkehr zum Label Editions Mego nach 13 Jahren, knüpft wieder stärker an den abstrakten Pop seiner früheren Platten an.
Music Review | verfasst 04.07.2013
Geir Jenssen
Stromboli 12"
Als Musiker wird Geir Jenssen dem Fotografen ein wenig ähnlicher; er bildet die Schönheit der Natur nicht mehr nach, nein, er bildet sie ab.
Music Review | verfasst 29.10.2012
Hildur Guðnadóttir
Leyfdu ljosinu (Aware The Light)
Wer keine Geduld hat, verliert bereits im Prelude die Orientierung. Wo es hingehen soll, das erfährt man erst ganz zum Schluss.
Music Review | verfasst 04.10.2012
Mika Vainio
Magnetite
Auch auf »Fe3O4 Magnetite« extrahiert Vainio wieder einmal Radiosignale, Klanghölzer und Sinuswellengenerator, Atomreaktor und Klangschale.
Music Review | verfasst 21.07.2011
Biosphere
N-Plants
Die Entstehungsgeschichte ist noch das Spannendste am neuen Album von Biosphere, findet unser Kritiker Jens Pacholsky.
Music Review | verfasst 14.02.2014
BJ Nilsen
Eye Of The Microphone
Auf »Eye Of The Microphone« durchstreift BJ Nilsen verschiedene Orte Londons und anstatt sie nur zu rezitieren, bettet er sie in Stimmungen.
Music Review
Aphex Twin
Syro
Aphex Twin ist zurück und zeigt uns mit »Syro« zeigt, dass jeglicher Enthusiasmus für diese Veröffentlichung absolut gerechtfertigt ist.
Music Review
Allah-Las
Worship The Sun
Allah-Las sind auf der Suche nach dem perfekten Sound: »Worship The Sun« ist dabei so Vintage, wie es nur geht.
Music Review
alt-J (∆)
This Is All Yours
Der eklektizistische Kunst-Pop von alt-J (∆) ist mit »This Is All Yours« noch ausladender, noch versponnener und spezieller geworden.
Music Review
King Crimson
Islands
Die Unbekümmertheit in der Wahl der Mittel ist die besondere Stärke des vierten Studioalbums »Islands« der Band King Crimson.
Music Review
Bonnie ›Prince‹ Billy
Singer's Grave A Sea Of Tongues
Bonnie ›Prince‹ Billy vertont auf »Singer’s Grave A Sea Of Tongues« Lieder vom Album »Wolfroy Goes To Town« neu.
Music Review
Marshall Allen pres. Sun Ra And His Arkestra
In The Orbit Of Ra
Zum 100. Geburtstag von Sun Ra veröffentlich Marshall Allen ein Album mit Material aus den 60er bis 80er Jahren.
Music Review
Groundislava
Frozen Throne
Emotionen sollen’s sein, es bleibt aber bei Emojis. Und für das Album macht genau das Sinn.
Music Review
Prince Fatty meets Nostalgia 77
In The Kingdom Of Dub
Prince Fatty und Nostalgia 77 treffen aufeinander und liefern ein elegantes Album, musikalisch irgendwo zwischen Souljazz, Dub und Trip Hop.
Music Review
Einar Stray Orchestra
Politricks
Mit viel Wut und ein klein wenig Verzweiflung jauchzt, leidet und croont sich Einar Stray durch »Politricks«, ohne jemals recht anzuecken.
Music Review
Rapoon
Cultural Forgeries
Auf seinem erstem Unplugged-Album »Cultural Forgeries« schichtet Robin Storey rohes und abstraktes Klangmaterial zu einem komplexen Sound.
Music Review
Clap! Clap!
Tayi Bebba
Traditionelle afrikanische Musik trifft moderne westliche Club-Musik. Macht Spass, fühlt sich aber scheisse an.
Music Review
Guts
Hip Hop After All
Guts’ neue Platte »Hip Hop After All« wird durch namhafte Größen und verheißungsvolle Newcomer zu einem Album interdisziplinärer Klasse.
Music Review
Orlando Julius With The Heliocentrics
Jaiyede Afro
Orlando Julius und die Heliocentrics haben mit »Jaiyede Afro« gemeinsam ein äußerst dynamisches und zeitgemäßes Afro Beat Album aufgenommen.
Music Review
Midland
Duster EP
Die »Duster EP« ist nicht weniger tanzbar als die anderen Aufnahmen Midlands, zeigt ihn aber von seiner experimentierfreudigsten Seite.
Music Review
Daisuke Tanabe
Floating Underwater
Daisuke Tanabes »Floating Underwater« ist ein eigenes kleines Wesen: fremdartig, faszinierend und freundlich.
Music Review
Knowsum
Sichtexotica I
Knowsum bestreitet den Auftakt der Instrumentalreihe »Sichtexotica« des Mainzer Labels Sichtexot.
Music Review
Call Super
Suzi Ecto
Auf »Suzi Ecto« arbeitet Joe Seaton mit Fieldrecordings, akustischen Elementen und digitalen Sounds. Spannend!
Music Review
Anjou
Anjou
Das Übermaß an klanglicher Dichte der Platte »Anjou« von Mark Nelsen und Robert Donne trifft auf ein unentschlossenes Songwriting.
Music Review
Lee Gamble
KOCH
Mehr als ein würdiger Nachfolger. Lee Gambles neue Platte »KOCH« führt die Stärken seiner Durchbruch-Platten aus dem Jahr 2012 zusammen.
Music Review
Seekae
The Worry
Die Australier Seekae legen ihr Album »The Worry« direkt unter die Erde. Wunderschön, filigran und einfach anders.
Music Review
The Juan MacLean
In A Dream
Juan MacLean steuert mit der Platte »In A Dream« konsequent die Mitte des Dancefloors an.
Music Review
Angus & Julia Stone
Angus & Julia Stone
Produzentenlegende Rick Rubin hat das Geschwisterpaar Angus & Julia Stone wieder zusammen in ein Studio bekommen.
Music Review
Odesza
In Return
Das Duo Odesza macht auf seinem zweiten Album »In Return« ein paar Sachen richtig, vergisst aber Ecken und Kanten.
Music Review
Karen O
Crush Songs
Abgestandene Produktion für gute Songs: »Crush Songs« von Yeah Yeah Yeahs-Sängerin Karen O macht es niemandem leicht.
Music Review
Filter Dread
MIDI Space RAMP
Ganz großer Spaß! Filter Dreads EP »MIDI Space« klingt rudimentär, rappelig und garantiert nicht hip und glatt oder etwa elegant.
Music Review
Interpol
El Pintor
Ein dunkles, aber kein tiefschwarzes Album ist »El Pintor« von Interpol geworden. Trotzdem knüpft ihre fünfte Platte an ihre Anfänge an.
Music Review
DZ Deathrays
Black Rat
Das Album »Black Rat« des Duos DZ Deathrays ist nicht spektakulär, hat aber durchaus seine Highlights.
Music Review
Banks
Goddess
Texte über disfunktionale Beziehungen und verbitterte Zweisamkeit. Jillian Banks’ Debüt »Goddess«lässt noch einiges erwarten.
Music Review
SHXCXCHCXSH
Linear S Decoded
»Linear S Decoded« von SHXCXCHCXSH reiht die 13 Stücke auf einen roten Faden und intensiviert den dunkelbunten Techno damit umso mehr.
Music Review
Ahzumjot
Nix Mehr Egal
Selten passte der Casper-Vergleich so gut: Ahzumjot gibt auf »Nix Mehr Egal« den deutschen Kid Cudi und fordert den Aufstand im Paradies.
Music Review
My Panda Shall Fly & Maul'lin
Push
»Push«, die Zusammenarbeit von My Panda Shall Fly & Mau’lin, ist ein atmosphärischer Spagat zwischen abstrakten Klängen und Tanzmusik.
Music Review
Christopher Willits
Opening
»Opening«, die Platte des Chillwavers Christopher Willits, kränkelt leider an einer gehörigen Portion Instagram-Schwulst.
Music Review
Various Artists
No Seattle
Die Compilation »No Seattle« beleuchtet die Musikszene des Bundesstaates Washington zwischen 1986 bis 1997. Grunge wird dabei nur gestreift.
Music Review
Pyramid Vritra
Palace EP
Pyramid Vritra lädt auf seiner zweiten Veröffentlichung für Stones Throw in seinen »Palace« ein.
Music Review
Ital
Endgame
Der House-Anarchist Ital verfeinert auf seinem dritten, bei Planet µ erschienen Album »Endgame« seine Methoden.
Music Review
Trance Farmers
Dixie Crystals
»Dixie Crystals« von den Trance Farmers klingt wie 60s Pop und Rockabilly direkt aus dem Kofferradio. Dia Aufnahmen sind aber frisch.
Music Review
Dieter Reith
Die Kette. »Der Straßenfeger der 70er.«
Erstmals in voller Länge: Dieter Reiths Soundtrack zur 2-teiligen Krimiserie »Die Kette« aus dem Jahre 1977.
Music Review
Tricky
Adrian Thaws
»Adrian Thaws« soll sein Club-Album sein, sagt Tricky vorab. Warum trotzdem alles beim Alten bleibt.
Music Review
Recondite
Caldera
Recondite kehrt für seine Single »Caldera« auf Hotflush Recordings zurück. Nur ist die zittrige Euphorie dem Dancefloor-Diktat gewichen.
Music Review
Various Artists
Low Fidelity
Der Plattenladen »Hanseplatte« präsentiert mit »Low Fidelity« ein Album mit unveröffentlichter Hamburger Musik.
Music Review
The Bug
Angels & Devils
Sollte jemand mal einen Soundtrack für die Bücher von Philip K. Dick brauchen: »Angels & Devils« von The Bug trifft die Dystopie perfekt.