Music Review | verfasst 26.09.2012
Flying Lotus
Until The Quiet Comes
Warp, 2012
Text Fionn Birr , Übersetzung Julia Frohn
Deine Bewertung:
8.7
Nutzer (13)
8.5
Redaktion
Cover Flying Lotus - Until The Quiet Comes

Dass das WorldWideWeb Musikern neue Wege im Umgang mit alter, neuer und/oder unbekannter Musik aufzeigt, erstaunt mittlerweile niemanden mehr so richtig. Flying Lotus, seines Zeichens so etwas wie der Jack Kerouac der Wonky-Irgendwas-Beat-Generation, hat seine Pole-Position an der Front des digitalen Diggings mit seiner neuen LP nun weiter ausgebaut. Das einfache wie effiziente Konzept: Ideenreichtum. Taumelndes Drumplay, glitzernde Synthies und wabernde Basslines sind immer noch jene Zutaten, aus denen die wummernden FlyLo-Träume geschnitzt sind und ihn seit »Los Angeles« wohl zum Synonym für den Brückenschlag aus J Dilla, Burial und Miles Davis kürten. Mit »Until The Quiet Comes« ist Steve Ellison an einem Punkt in seiner Karriere angekommen, wo er scheinbar alles zu großartiger Musik verwandeln kann. Egal ob sumpfiger Synth-Soul mit seinen Lieblingsfeatures Niki Randa und Laura Darlington oder elektrischen Jazz&B mit der ewig entrückten Erykah Badu auf dem bereits bekannten »See Thru To U«. Radioheads Thom Yorke gibt den »Eletric Candyman«, Thundercat singt seinen »DTM Song« und FlyLo streut free-jazzige Raumschiff-Opern wie »me Yesterday // Corded« ins Kleinhirn, wenn er nicht gerade wieder überlappende Synth-Fusion-Collagen wie »The Nightcaller« in seine Midi-Files quetscht. Wie viele Skizzen, Muster und Visionen der kalifornische Produzent auf seinen Platten verbrät, reicht anderen für eine ganze Diskografie. Unterirdisch, überirdisch, außerirdisch. »Until The Quiet Comes« ist die computerisierte Jazz-Improvisation. Ein freigeistiger Flug über 18 Songs, nach denen man sich ziemlich sicher sein kann, dass auf dem Planeten Flying Lotus noch lange keine Ruhe einkehrt.

Das Album »Until the Quiet Comes« von Flying Lotus findest du bei hhv.de: 2LP CD 2LP
Dein Kommentar
1 Kommentare
20.01.2013 02:31
flowie1:
Auch dieses Release wieder mal genial, ruhiger und leichter zugänglich als Comsmogramma, verträumter und verspielter als LA, ich bin mir noch nicht sicher ob sich der Kauf der Deluxe-Version sich wirklich rentiert hat, auch wenn natürlich die Aufmachung schon geil ist. In jedem Fall aber für mich ein absoluter Pflichtkauf, Daumen auf für FlyLo...
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