Music Review | verfasst 02.11.2012
Prins Thomas
Prins Thomas II
Full Pupp, 2012
Text Patrick Cavaleiro
Deine Bewertung:
/
Nutzer
6.5
Redaktion
Cover Prins Thomas - Prins Thomas II

Prins Thomas ist echt ein mutiger Typ, mit so einer Platte wie seinem neuen Album »Prins Thomas II« um die Ecke zu kommen. Der Musiker ist etwas zur Seite gewichen und stattdessen tritt der Frickler in Thomas Moen Hermansen zu Tage. Musikalisch macht sich das auf interessante Weise bemerkbar: Bevor man auf seinem ersten Album schnurstracks in die Tracks fand, sie verstand und Highlights und Schwächen schnell dechiffrierte, hat man nun damit erstmal Probleme. Das sich über acht Tracks erstreckende Album – von dem fünf die sechseinhalb Minuten-Grenze zum Teil weit überschreiten – ist perkussiv angelegt und geht schnell ins Bein, aber das Besondere daran festzumachen ist diesmal die Hauptaufgabe des Hörers. Um einem das Leben noch schwerer zu machen, nutzt Prins Thomas das Album-Konzept vollends aus und macht aus den eigentlich für sich stehenden Tracks ein großes Ganzes. So wird aus einem regulären Song-Album ein langer, hypnotischer Mix mit immer wieder rekurrierenden Themen, der die Grenzen dieser beiden Kategorien sehr verwischt. Zudem ist das Album viel weniger Cosmic und viel weniger Kraut und stattdessen ein Acid-Trip sondergleichen mit eingeschränktem analogem Instrumentarium. So etwas ist kompromisslos und das ist riskant. Diejenigen, die das Debüt liebten, werden Schwierigkeiten bekommen. Doch es spricht auch nur für die Progressivität eines Prins Thomas, Regeln zu brechen und nie stehenzubleiben. Das werden auch seine Anhänger vielleicht spät, aber ganz sicher verstehen.

Das Album »Prins Thomas II« von Prins Thomas findest du bei hhv.de 2LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 22.11.2012
Prins Thomas Orkester
Øving EP
Die EP zitiert mit viel Fingerspitzengefühl die Zeiten, als Jam-Platten wie diese im Musikmarkt noch eine Relevanz hatten.
Music Review | verfasst 08.04.2013
Cyclopean
Cyclopean
Fast schon wie eine Meditation wirkt diese Musik, die so vielschichtig und tiefgängig wie sie auch sein mag, doch v.a. Ruhe verströmt.
Music Review | verfasst 14.05.2014
Prins Thomas
III
Prins Thomas’ Musik ist auf dem neuen Album »III« wieder äußerst freundlich, positiv, uplifting und tanzbar geraten.
Music Bericht | verfasst 19.03.2012
Aeroplane und Prins Thomas
Live am 16.3. im Gretchen in Berlin
Mit Vorschusslorbeeren bedacht, machte sich der als DJ gefragte und beliebte Aeroplane am Freitag in Berlin ans Werk. Mit Prins Thomas hatte der Belgier einen weiteren Könner seines Fachs dabei. Die Publikumsreaktion blieb jedoch verhalten.
Film Review | verfasst 24.11.2011
Various Artists
Backyard - The Movie
Nicht nur für Island-Fans interessant: Der Film begleitet Árni Rúnar Hlöðversson von FM Belfast beim Ausrichten eines Festivals.
Music Review | verfasst 02.11.2011
Gold Panda
DJ Kicks
Dieser Mix ist eher etwas für lange Zugfahrten, Kopfhörer oder die heimische Couch als für euphorisch durchtanzte Nächte.
Music Review | verfasst 09.11.2011
Boom Bip
Zig Zaj
Das neue Album von Boom Bip ist leider nicht mehr als eine flüchtige Bekanntschaft, die bald wieder verflogen ist.
Music Review
Various Artists
Oto No Wa: Selected Sounds Of Japan (1988 - 2018)
Mit »Oto No Wa: Selected Sounds Of Japan (1988 – 2018)« widmet sich das Label Music For Dreams entdeckungswürdigen Klängen aus Japan.
Music Review
Knxwledge
1988
»1988«, das zweite Album von Knxwledge für Stones Throw, zeigt auf 22 Stücken in nur 37 Minuten das ganze Können des Beatmakers.
Music Review
Rosa
Acqua Di Sale
Aus dem Umfeld der Neapolitaner von Mystic Jungle kommt Rosa. Ihre 6-Track-EP »Acqua Di Sale« ist ausnahmslos cocktailtauglich.
Music Review
Space Dimension Controller
Planète Contraire
Mit seiner zweiten Dekmantel-EP nimmt Space Dimension Controller Kurs auf »Planète Contraire« und kommt nur mit einer guten Nummer zurück.
Music Review
Electric Indigo
Ferrum
»Ferrum«, Eisen, ist das Ausgangsmaterial auf dem neuen Album von Electric Indigo, um das sich alles schichtet und zerfasert.
Music Review
Ben Bertrand
Manes
Auf seinem neuen Album »Manes« verbindet der belgische Klarinettist Ben Betrand klassische Musik mit elektronischen Effekten.
Music Review
Ratgrave
Rock
Ratgrave ist das gemeinsame Projekt von Max Graef und Julius Conrad. Ihr neues Album »Rock« ist bei Black Focus erschienen.
Music Review
Tony Allen & Hugh Masekela
Rejoice
Der Nigerianer Tony Allen und der Südafrikaner Hugh Masekela sind Legenden des Jazz. Auf »Rejoice« sind sie gemeinsam zu hören.
Music Review
Matthew Tavares & Leland Whitty
Visions
Die Kanadier Matthew Tavares und Leland Whitty, bekannt als Teil von BadBadNotGood, haben mit »Visions« ein Album veröffentlicht.
Music Review
Hailu Mergia
Yene Mircha
Der äthiopische Musiker Hailu Mergia feiert gerade seinen zweiten Frühling. MIt »Yene Mircha« ist nun sein neues Album erschienen.
Music Review
Shabaka & The Ancestors
We Are Sent Here By History
Der kraftstrotzende Jazz von Shaba Hutchings ist auch auf dem mit The Ancestors eingespieltem Album »We Are Sent Here By History« zu hören.
Music Review
Inoyamaland
Danzindan-Pojidon
Mit »Danzindan-Pojidon« veröffentlichten Inoyamaland 1983 ein nah am Zeitgeist agierendes Album. Nur wie klingt das heute?
Music Review
Alabaster DePlume
To Cy & Lee Instrumentals Vol.1
Eine weitere Entdeckung auf International Anthem: Der britische Saxophonist hat sein Album »To Cy & Lee Instrumentals Vol.1« veröffentlicht.
Music Review
Zebra Katz
Less Is Moor
»Less Is Moor« ist das späte Debütalbum von Zebra Katz. Auf ihm schreibt Ojay Morgan seine Geschichten unter eigenen Bedingungen neu.
Music Review
Jon Hassell
Vernal Equinox
»Vernal Equinox«, das erste Album des amerikanischen Klangpioniers Jon Hassell wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Jura Soundsystem Presents Transmission Two
Die Compilation »Jura Soundsystem Presents Transmission Two« präsentiert einen Kessel Buntes, den weirden Shit, lose Fäden, Unerhörtes.
Music Review
Ranil
Ranil Y Su Conjunto Tropical
Analog Africa stöbert abseits ihres Kerngebietes und veröffentlicht eine Compilation der peruanischen Kombo Ranil Y Su Conjunto Tropical.
Music Review
Roger Eno & Brian Eno
Mixing Colours
Schlappe 37 Jahre nach ihrer Arbeit zu »Dune« gibt’s mit »Mixing Colours« wieder gemeinsames Material der Brüder Roger Eno und Brian Eno.
Music Review
Buck 65
Laundromat Boogie
»Laundromat Boogie« tänzelt im Sixstep in den Waschsalon und wird mit lakonischem Witz in den Trockner gepackt.
Music Review
Tornado Wallace
Midnight Mania
Der Australier Tornado Wallace legt sein zweites Album vor. »Midnight Mania« ist druckvoller, aber weiterhin rätselhaft und entrückt.
Music Review
Various Artists
Black Riot: Early Jungle, Rave And Hardcore
Die Compilation »Black Riot: Early Jungle, Rave And Hardcore« lässt das aufwühlende, energische, rastlose Genre wiederaufleben.
Music Review
World Quake Band
Everything Is On The One
»Everything Is On The One«, das 1981 erschienene, einzige Album der World Quake Band wurde nun bei Mad About Records wiederveröffentlicht.
Music Review
Atmosphere
Whenever
Das Duo Atmosphere aus Minneapolis meldet sich mit einem neuen Album zurück. »Whenever« verzichtet auf Experimente und liefert verlässlich.
Music Review
Delroy Edwards
Slap Happy
Der Zahn musste ihm gezogen werden: »Slap Happy« zeigt, das Delory Edwards mit den gewohnten Mitteln, nicht die gewohnte Qualität erreicht.
Music Review
M.Rux
Vermonische Melodien
Mit »Vermonische Melodien« verneigt sich der Beatbastler M.Rux vor Reinhard Lakomy und benutzt DDR-Hardware. Ostalgie aber? I wo!
Music Review
The James Hunter Six
Nick Of Time
Auch »Nick Of Time«, das vierte Album von The James Hunter Six, ist musikalisch und textlich völlig aus der Zeit gefallen.
Music Review
Stephen Malkmus
Traditional Techniques
Nur ein Jahr nach »Groove Denied« veröffentlicht Stephen Malkmus mit »Traditional Techniques« ein neues, komplett akustisches Album.
Music Review
Pharoah Sanders
Live In Paris 1975
Pharoah Sanders nahm »Live In Paris 1975« in Umbruchszeiten auf. Das schlägt sich in seiner Diversität, nicht aber im Spiel nieder.
Music Review
Kris Baha
Barely Alive Remixes
Der Asutralier Kris Baha ist nicht müde zu kriegen und veröffentlicht mit »Barely Alive Remixes« ein weiteres Release.
Music Review
The Master Musicians Of Jajouka
Apocalypse Across The Sky
Bill Laswell hat 1991 mit The Master Musician Of Jajouka »Apocalypse Across The Sky« aufgenommen. Es wurde jetzt auf Vinyl veröffentlicht.
Music Review
Mateo Stoneman
Mateo
Vom Bankräuber zum »Loner« mit der Engelsstimme: die Geschichte von Mateo Stoneman wurde von ihm in karibische Sandelholz-Balladen gegossen.
Music Review
Houschyar
Temmuz
»Temmuz« von Houschyar ist von der ersten Sekunde warm, richtig schwül, dunstig, berauschend, eine gemütliche Decke, Milch mit Honig.
Music Review
Kassa Overall
I Think I'm Good
»I Think I’m Good« heißt das bei Brownswood erschienene, unberechenbare Album des an bipolarer Störung leidenden Musikers Kassa Overall.
Music Review
Grimes
Miss Anthropocene
Fünf Jahre nach ihrem letzten Album, legt die einzigartige Grimes mit »Miss Anthropocene« ein neues vor.
Music Review
Wildflower
Season 2
»Season 2«, das zweite Album der britschen Jazzer Wildflower, ist eine Meditation in aufgekratzten Zeiten.
Music Review
Caribou
Suddenly
Caribou beschäftigt sich auf »Suddenly« mit persönlichen Themen. Darunter einigen traurigen, wie die Stimmungslage vieler Songs andeutet.
Music Review
King Krule
Man Alive!
Mit »Man Alive!« ist King Krule nun endgültig in der Verweigerung angekommen. Die Vergleiche mit den großen Songwritern ziehen nicht mehr.
Music Review
O Yuki Conjugate
Into Dark Water
Wie feinsinnig O Yuki Conjugate schon 1987 auf »Into Dark Water« die damals neue Technik einzusetzen wussten, kann nur verblüffen.
Music Review
Gil Scott-Heron
We're New Again - A Reimagining By Makaya McCraven
Der in Chicago beheimatete Schlagzeuger Makaya McCraven nimmt sich auf »We’re New Again« die letzten Songs von Gil Scott-Heron zur Brust.
Music Review
Vladislav Delay
Rakka
»Rakka«, das erste Album des finnischen Musikers Vladislav Delay in fünf Jahren, ist einer Dreiviertelstunde Katharsis ohne Ausweg.
Music Review
Web Web
Worshippers
»Worshippers« ist das zugänglichste und vielleicht beste Album der Münchener Jazzformation Web Web.