Music Review | verfasst 10.12.2012
KRTS
The Dread Of An Unknown Evil
Project:Mooncircle, 2012
Text Lea Fickenscher , Übersetzung Julia Frohn
Deine Bewertung:
8.5
Nutzer (2)
6.5
Redaktion
Cover KRTS - The Dread Of An Unknown Evil

»The Dread Of An Unknown Evil« ist ein Album, dass man fühlen muss. Obwohl KRTS ganz klar zu der Art von Beatmakern gehört, die man mit intellektueller Musik verbindet, geht es in diesem Werk primär um Stimmung und Gefühl. Der Longplayer ist ein Konzeptalbum, das in 10 Tracks einen kompletten Gefühlsprozess durchläuft. Wie der Titel schon andeutet, spielt KRTS auf musikalische Weise mit der abstrakten Empfindung von Angst, Ungewissheit, Erleichterung und Zuversicht. Die Reise beginnt mit »Something New«, das KRTS’ Bruder Jon Hairston featured. Konträr zu der positiven Grundstimmung des Songs kündigt Jon bereits durch seine erste Zeile »I know you’re scared, and you should be« das Aufziehen von schwarzen Wolken an. Über »Fire« und »Close The Closet Door« steigt die Spannungskurve des Albums langsam aber kontinuierlich an, bis sie mit »Knuckle Under« und »Strange Boys In Blue« vollkommen in ein Gefühl von Anspannung und Bedrückung umgeschlagen hat. Dieser Prozess macht sich auch in KRTS’ technischer Stilistik deutlich bemerkbar. Die melodischen Flächen werden mehr und mehr durch kältere, elektronische Parts ersetzt. »Your Eyes«, das mit der wunderschöne Soulstimme von Stevee Wellons, KRTS’ Mutter, gerade zu verschmilzt, ist die Wende auf dem Höhepunkt. Auch wenn der Titeltrack, »Dread Of The Unknown Evil«, immernoch einen klaren, düsteren Charakter aufweist, lichtet sich die Stimmung langsam wieder auf. »Regret To Retreat« und »She Was Worth It« sind die emotionale Erleichterung, die Entspannung des Albums und entlassen den Hörer mit einem positiven, fast euphorisierten Gefühl.

Das Album »The Dread Of An Unknown Evil« von KRTS findest du bei hhv.de 2LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 01.10.2011
Krts
Hold On E.P.
Nahtlos reiht sich das neueste Signing Krts von Project: Mooncircle in die Labelpolitik ein.
Music Review | verfasst 05.12.2013
KRTS
The Foreigner EP
Einmal die Welt durch andere Augen sehen – KRTS hat seinen Blick auf Berlin als Nicht-Berliner mit der EP »The Foreigner« festgehalten.
Music Review | verfasst 10.11.2010
Various Artists
The Moon Comes Closer
Jinna Morocha hatte den Wunsch zum Mond zu reisen und fand in Project: Mooncircle den geeigneten Partner.
Music Review | verfasst 19.05.2009
Scienz Of Life
Leviathan (Break The Spell)
Seit Coming Fourth By Day, einem der besten Underground-Hip-Hop-Alben, sind neun Jahre vergangen.
Music Review | verfasst 28.08.2013
Fat Jon
Repaint Tomorrow
Fat Jon gehört zu den besten Producern im HipHop. Das weiß nur kaum jemand. Und das ist eine unerklärliche Frechheit.
Music Review
The Feelies
In Between
The Feelies, die Kultband aus New Jersey, legen mit »In Between« ihr zweites Album seit der Reunion im Jahr 2008 vor.
Music Review
Herva
Hyper Flux
»Hyper Flux«, das soeben bei Planet µ erschienene fünfte Album von Herva, lässt den Hörer nach 50 Minuten angenehm erschöpft zurück.
Music Review
Children Of Alice
Children Of Alice LP
In die Musik von James Cargill’S neuem Projekt »Children Of Alice« kannst du dich verlieren, das Interesse daran verlieren, kannst du nicht.
Music Review
Various Artists
A Decade Of Ilian Tape
Zehn Jahre Ilian Tape, eine satte Compilation. Selbst auf die hauseigenen Konventionen gibt die Clique um die Zenker Brothers wenig Wert.
Music Review
Dear Reader
Day Fever
Es ist der Verzicht auf Perfektion, der »Day Fever«, das vierte Album von Dear Reader letztlich so lebendig und unmittelbar macht.
Music Review
Dirty Projectors
Dirty Projectors
Der Alien-R’n’B oder Future-Hybrid-Pop auf Dirty Projectors’ neuem Album wird für Fans als auch für Novizen eine Herausforderung darstellen.
Music Review
Inga Mauer
Shtum 012
Wer sich hier nicht festhält, der wird weggetrieben: die in Den Haag ansässige Inga Mauer reüssiert auf »Shtum 012«.
Music Review
Mind Over Mirrors
Undying Colors
Jede neue Platte zeigt eine neue Phase des Künstlerdaseins von Mind Over Mirrors. So auch »Undying Colors«.
Music Review
KaS Product
Black & Noir
»Black & Noir« ist eine Zusammenstellung mit elf Songs des Anfang der 1980er Jahre in Nancy gegründeten Synthpopduos Kas Product.
Music Review
The Necks
Unfold
Bei The Necks entfalten sich die Klänge. Auf auf den vier zwischen 15 und 22 Minuten langen Stücken von »Unfold«.
Music Review
Jens Lekman
Life Will See You Now
Auch auf »Life Will See You Now« arbeitet der schwedische Songwriter Jens Lekman nach wie vor daran, das perfekte Liebeslied zu schreiben.
Music Review
Earthen Sea
An Act Of Love
Jacob Long war Bassist bei Mi Ami und Black Eyes. Als Earthen Sea macht er düster-drohende Electronica, zwische Unruhe und Entspannung.
Music Review
Bing & Ruth
No Home Of The Mind
Im Kosmos der klavierbasierten Post-Klassik nimmt Bing & Ruth mit »No Home Of The Mind« bis heute eine Sonderstellung ein.
Music Review
Moiré
No Future
Auf »No Future« von Moiré wird der Hörer angetrieben, auch mal zu reflektieren. Wenn Tanzmusik das schafft, dann ist sie große Kunst.
Music Review
Brenk Sinatra & Morlockk Dilemma
Hexenkessel 1 & 2
Zwei Giganten des deutschen Hip Hop liefern auf zwei EPs ein »Großstadthörspiel«, eine Hommage an früher, einen Karrierehöhepunkt.
Music Review
Microtub
Bite Of The Orange
Microtub ist das erste mikrotonale Tubaensemble der Welt. Häh? Was das bedeuten soll, kannst du jetzt auf »Bite Of The Orange« nachhören.
Music Review
Various Artists
Sammlung Elektronische Kassettenmusik Düsseldorf 1982-1989
Die »Sammlung Elektronische Kassettenmusik Düsseldorf 1982-1989« ist eine Fundgrube visionärer Außenseitermusik.
Music Review
Various Artists
Magnetband - Experimenteller Elektronik Underground DDR 1984-1989
»Magnetband – Experimenteller Elektronik Underground DDR 1984-1989« bildet ein historisch wie musikalisch Stück der DDR-Vergangenheit ab.
Music Review
Baricentro
Tittle Tattle - 12"
Best Record Italy veröffentlicht die erstmals 1983 erschienene 12-inch »Tittle Tattle« der italienischen Kombo Baricentro erneut.
Music Review
Thievery Corporation
The Temple Of I & I
Vor 20 Jahren sind Thievery Corporation angetreten, die Welt an ihre Musik teilhaben zu lassen. Nächste Etappe: »The Temple Of I & I«.
Music Review
Gepy & Gepy
Body To Body - 12"
Giampiero Scalamogna nannte man einst den italienischen Barry White. Gepy & Gepy’s 12" »Body To Body« von 1979 wurde nun wiederaufgelegt.
Music Review
Visible Cloaks
Reassamblage
Visible Oaks schwebte mit »Reassamblage« eine Art am Sampler erschaffene »Weltmusik« 4.0 vor.
Music Review
Simon Fisher Turner
Giraffe
Um den Gegensatz von akustischen Spuren der belebten Welt und den elektronischen Maschinen geht es Simon Fisher Turner auf »Giraffe«.
Music Review
Tinariwen
ELWAN
In Wüsten nichts Neues: Vom traditionellen Ganga-Songs bis zu tanzbarem Wüsten-Funk: wer Tinariwen mag, wird »ELWAN« lieben.
Music Review
MecsTreem & Doe Diggla
Hydrofunk
Ist das noch Hip-Hop? MecsTreem und Doe Diggla wollen sich auf der Split-LP »Hydrofunk« nicht festlegen.
Music Review
Vermont
II
Ein zweites Mal graben Danilo Plessow und Marcus Worgull in den Plattenkisten. »II« ist auf der Indica-Seite des Lebens angesiedelt.
Music Review
Conrad Schnitzler
Filmmusik 2
Bureau B setzt die Reihe mit Conrad Schnitzlers bisher unveröffentlichten Filmmusiken fort.
Music Review
Sinkane
Life & Livin' It
Mit »Life & Livin’ It« ist Sinkane ein weltoffenes, tanzbares und melodiedralles fünftes Album gelungen.
Music Review
B.E.F.
Mallumo
B.E.F. erhebt auf seiner Debüt-EP für Parallel Berlin die Serviceleistung zur eigentlichen Kunst. Zumindest ist »Mallumo« dann am stärksten.
Music Review
Lucky Brown & the S.G.'s
Mesquite Beat
70er-Funk ist zu perfekt, als dass es noch etwas zu verbessern gäbe. »Mesquite Beat« von Lucky Brown bleibt deshalb ganz bodenständig raw.
Music Review
Alessandro Bosetti
Planet/Talea
Der italienische Künstler und Komponist Alessandro Bosetti manipuliert und kombiniert sich durch »Planet/Talea«.
Music Review
Matteo Vallicelli
Primo
Der italienische Schlagzeuger Matteo Vallicelli hat sich auf »Primo« mit Synthesizers und Drumcomputers beschäftigt.
Music Review
Laaraji
Celestial Vibration
Das erstmals 1978 erschienene Debütalbum »Celestial Vibration« des New Yorker Zitherspielers Laaraji erfährt eine Neuauflage.
Music Review
Lift To Experience
The Texas-Jerusalem Crossroads
»The Texas-Jerusalem Crossroads«, das einzige Album von Lift To Experience, bekommt zu seinem fünfzehnten Geburtstag eine Neuauflage.
Music Review
Moon Duo
Occult Architecture Vol.1
Obwohl Moon Duo mit ihrer Musik im Maskulinitäts-Genre verwurzelt sind, gibt es auf »Occult Architecture Vol.1« keinerlei Macho-Gehabe.
Music Review
Sampha
Process
Im Debüt-Album »Process« verarbeitet Sampha den Tod seiner Mutter und changiert gekonnt zwischen Pianoballaden und ungeraden Rhythmen.
Music Review
Various Artists
Saz Beat Vol.3
Zwischen Konformität und Dissidenz blühte Istanbul auf, wie die tolle Compilation »Saz Beat Vol.3« zeigt.
Music Review
Lula Pena
Archivo Pittoresco
Eine Gitarre, eine Stimme und halbes Dutzend Sprachen: Lula Penas drittes Album »Archivo Pittoresco« ist ein kleines Kuriosum.
Music Review
UnicaZürn
Transpandorem
Das verbindende Element bei UnicaZürn ist das Wasser. Auf »Transpandorem« lässt es das Duo mal tropen und mal rauschen.
Music Review
Brad Mehldau & Chris Thile
Brad Mehldau & Chris Thile
Die Jazzlegende Brad Mehldau und der talentierte Mandolist Chris Thile ergänzen sich auf ihrem gemeinsamen Debüt ganz famos.
Music Review
CVBox
So ist es im Nadelwald
Zuhausehör-Techno ohne die Posen? Gibt’s nur bei CVBox. Von dem wissen wir nix, er aber erzählt uns: »So ist es im Nadelwald«!