Music Review | verfasst 23.01.2013
The Doppelgangaz
Beats For Brothels Vol. 2
Groggy Pack/hhv.de, 2012
Text Georg Rackow
Deine Bewertung:
7.8
Nutzer (5)
8.5
Redaktion
Cover The Doppelgangaz - Beats For Brothels Vol. 2

The Doppelgangaz hatten bereits auf ihrer ersten EP »The Ghastly Duo« aus dem Jahre 2008 einen unverwechselbaren Trademark-Sound. Von so einem Umstand träumt jeder Business-Debütant. Ihre Beats sind geprägt von rohen Samples, weichen Bässen, minimalistischen Arrangements und langsamem Tempo. Wenn man so will, perfekte Vinyl-Musik. Darauf können EP und Matter Ov Fact mega chillaxed ganz und gar abgefahrenen Kram rappen, was man auf den beiden sehr guten Alben »2012: The New Beginning« und »Lone Sharks« hören kann. Aber sie können die Beats auch einfach unberappt für sich stehen lassen und als LP veröffentlichen. Das hat mit »Beats for Brothels Vol. 1« im Jahre 2011 schon gut funktioniert und passt auch mit »Beats for Brothels Vol. 2« in jede gut sortierte Boom Bap-Sammlung. Wenn man die Beats nicht nur auf Bandcamp, sondern tatsächlich mal auf Vinyl hört, kommt man nicht umhin, zu preisen, wie satt und breit der Sound hier ausgerollt wird. Die Bässe sind so tief und rund wie es das ungeschriebene Regelwerk seit mehr als 20 Jahren verlangt, wenn nicht sogar noch etwas tiefer und runder. Das ganze Beat-Album kommt sogar so abgerundet und stimmig und eingängig daher, dass man oberflächlich sagen könnte, ihm fehlen die Kanten. Doch es sind die Details, die die Beats auch auf Dauerrotation nie langweilig werden lassen. Es sind kleine Feinheiten: ein Klappern alle 8 Takte, ein leises Zirpen im Hintergrund, eine scheinbar abgebrochene Westcoast-Synthiemelodie alle 12 Takte, oder in kurzes, witziges Vocalsample im Intro, wo er sagt: »I go to bed«, und sie antwortet: »Don’t expect me to join you!« Auf drei von 18 Songs rappen die beiden Rapper/Producer dann doch noch, aber so sehr in den Hintergrund gemixt, dass die Parts fast wie eigene Vocal-Samples wirken und sich so in den Album-Kontext einreihen. Diese Platte ist was für Boom Bap-Connaisseure und geduldige Hinhörer. Aber die Geduld lohnt sich.

Das Album »Beats For Brothels Vol.2« von The Doppelgangaz findest du bei hhv.de: LP
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 23.01.2013
The Doppelgangaz
2012: The New Beginning
Das Debüt von The Doppelgangaz wurde wiederveröffentlicht. Es ist das Ineinandergreifen der Wu Tang-Roughness und der Jazzmatazz-Smoothness.
Music Porträt | verfasst 11.10.2012
The Doppelgangaz
Spread the Doppel Gospel
»The Doppelgangaz«, »The Ghastly Duo«, »The Groggy Pack« so kreativ wie ihre Namensgebung ist auch der humorvolle Kult, den die beiden Jungs aus NYC um sich selbst aufziehen. Doch dabei sollte man auf gar keinen Fall ihre Musik vergessen!
Music Review | verfasst 23.09.2011
The Doppelgangaz
Lone Sharks
Die Doppelgangaz bieten auf ihrem Album HipHop der guten, alten Schule. Dabei mangelt es allerdings an Überraschungen.
Music Review | verfasst 11.04.2013
The Doppelgangaz
HARK
Auch auf ihrem neuen Machwerk »HARK« führen The Doppelgangaz ihre bisherige musikalische und lyrische Ausrichtung konsequent weiter.
Music Review | verfasst 14.03.2014
The Doppelgangaz
Peace Kehd
Auf »Peace Kehd« ist The Doppelgangaz eine vernünftige Balance aus bisher Bewährtem und experimentelleren Elementen gelungen.
Music Bericht | verfasst 03.04.2013
The Doppelgangaz
Live am 30.3. im Crash in Freiburg
Nicht nur in ihren Texten leben The Doppelgangaz den Kult um ihre grotesken Alter Egos und ihren sarkastischen Humor aus, sie setzen ihr wahnwitziges Konzept auch konsequent auf der Bühne durch.
Music Review | verfasst 04.10.2011
Evidence
Cats & Dogs
Nach vier Jahren in der Versenkung kehrt Evidence mit einem Album zurück, das zeigt, wie einfach und wie gut Hip Hop sein kann.
Music Review
Various Artists
Kearney Barton: Architect Of The Northwest Sound
Die Compilation »Kearney Barton: Architect Of The Northwest Sound« feiert einen Produzenten, der Seattle geprägt hat wie kaum ein Zweiter.
Music Review
Priscilla Ermel
Origins Da Luz
Das soeben bei Music From Memory erschienene »Origins Da Luz« versammelt die besten Stücke der brasilianischen Musikern Priscilla Ermel.
Music Review
Subtle Houzze
Controversy
Gary D. und Boris Dlugosch die EP »Controversy« vor, die damals wie heute Tracks für alle Tages- und Nachtzeiten bietet.
Music Review
Various Artists
Napoli Segreta Vol.2
Der Sommer beginnt in diesem Jahr schon im Februar: NG Records legt mit »Napoli Segreta Vol.2« eine weitere Compilation vor.
Music Review
Various Artists
Transition Vol.1
»Transition Vol.1« vereint Tracks von vier Bands, zwischen 1992 und 1994 entstanden. Die Gemeinsamkeit: Post-Industrial als Ursprung.
Music Review
Nicola Cruz
Hybridism
Auf »Hybridism« mixt Nicola Cruz einmal mehr die verschiedensten Musiken aus den entlegensten Ecken der Welt.
Music Review
Various Artists
Cadence Revolution: Disques Debs International 2
Strut diggen weiter tief in Guadeloupe: die tolle Compilation »Cadence Revolution: Disques Debs International 2« ist erschienen.
Music Review
Tame Impala
The Slow Rush
Mit »The Slow Rush« sind die Gitarren bei Tame Impala, dem Projekt des Australiers Kevin Parker, endgültig passé.
Music Review
Sasaki Hideto & Sekine Toshiyuki Quartet +1
Stop Over
1976 in Kleinstauflage erschienen, bekommt das tolle »Stop Over« von Sasaki Hideto & Sekine Toshiyuki Quartet +1 jetzt eine zweite Chance.
Music Review
Against All Logic
2017-2019
Für sein Projekt Against All Logic hat Nicolas Jaar nun die Jahre »2017-2019« zusammengefasst.
Music Review
The Heliocentrics
Infinity Of Now
Mit »Infinity Of Now«, das soeben bei Madlib Invazions erschienen ist, sollte sich das Genie der Heliocentrics nun wirklich rumsprechen.
Music Review
Schacke
Kisloty Forever EP
Der Däne Schacke hat mit seiner »Kisloty Forever EP« dem St. Petersburger Клуб ein kleines Denkmal gesetzt.
Music Review
Kollington Ayinla And His Fuji '78 Organisation
Blessing
Wecker für Muslime: Soul Jazz legt das 1988er Album »Blessing« von Kollington Ayinla And His Fuji ’78 Organisation neu auf.
Music Review
Borusiade
Fortunate Isolation
Auf »Fortunate Isolation« macht Borusiade auch dem letzten klar: wir sind am Arsch, es gibt kein zurück mehr.
Music Review
Sandoz
Sandoz
Meister des Weglassens: 4 Tracks aus Richard H- Kirks bester Phase als Sandoz hat Second Circle nun auf eine neue Schallplatte gepackt.
Music Review
Midori Hirano
Invisible Island
Die Pianistin Midori Hirano entwirft auf dem bei Sonic Pieces erschienenen »Invisible Hands« ihre ganz eigene Form klassischer Musik.
Music Review
Flamingo Pier
Indigo EP
Die Neuseeländer Flamingo Pier veröffentlichen ein Jahr nach ihrem Debüt mit »Indigo« eine weitere EP auf Soundway.
Music Review
Mac Miller
Circles
Mac Miller ist seit anderthalb Jahren tot und bringt trotzdem bessere Platten raus als Eminem. Siehe »Circles«.
Music Review
Squarepusher
Be Up A Hello
Mit »Be Up A Hello« ist soeben das 15. Studioalbum von Squarepusher erschienen. Er knüpft hier sehr nah an seinen früheren Sound an.
Music Review
Men With Secrets
Psycho Romance And Other Spooky Ballads
Donato Dozzy und Retina.it schließen sich als Men With Secrets zu machen, um unterkühlte Wave-Musik zu machen. Wie bitte?
Music Review
Destroyer
Have We Met
»Have We Met«, das neue Album von Destroyer, ist so unzeitgemäß und widersprüchlich, wie sich die Gegenwart anfühlt.
Music Review
I.A.O.
Phase 3
Left Ear veröffentlicht mit »Phase 3« zwischen 1988 und 1995 entstandene Musik der zu unrecht wenig bekannten Berliner Band I.A.O.
Music Review
Ihsan Al-Munzer
Belly Dance Disco
“»Belly Dance Disco«, die erste Veröffentlichung des Libanesen Ihsan Al-Munzer, wurde nun erstmals in voller Länge wiederveröffentlicht.
Music Review
Roc Marciano
Marcielago
Auf seinem achten Album »Marcielago« schert sich Roc Marciano nicht um zeitgenössische Soundentwürfe. Klingt aber dennoch erfrischen roh.
Music Review
Thony Shorby Nyenwi
Sweet Funk Music
Jet hat jetzt das zuerst 1978 veröffentlichte Album »Sweet Funk Music« von Thony Shorby Nyenwi ausgegraben.
Music Review
Okay Kaya
Watch This Liquid Pour Itself
Auf Okay Kayas zweitem Album hätte alles schiefgehen können. Doch bietet »Watch This Liquid Pour Itself« mehr Substanz als Schabernack.
Music Review
Pet Shop Boys
Hotspot
»Hotspot«, das neue Album der Pet Shop Boys, ist soetwas wie ihre Berlin-Platte geworden.
Music Review
Black Lips
Sing In A World That's Falling Apart
Auf »Sing In A World That’s Falling Apart« vermischen die Black Lips Country mit einer cleveren Hinterwäldler-Rhetorik.
Music Review
Callisto
Guidance Is Eternal 2
Mit »Guidance Is Eternal 2« wird die Musik des 2013 verstorbenen Bostoner House-Produzenten Callisto neu aufgelegt.
Music Review
Alessandro Alessandroni
Afro Discoteca Reworked & Reloved
Der vor drei Jahren veröffentlichte Überraschungshit »Afro Discoteca« von Alessandro Alessandroni wurde nun mit Remixen versehen.
Music Review
TNGHT
II
Über sieben Jahren nach ihrem überraschenden Debüt legen Hudson Mohawke und Lunice als TNGHT nun »II« nach.
Music Review
Jeff Parker
Suite For Max Brown
»Suite For Max Brown« ist das erst vierte Soloalbum des tollen Jazzgitarristen Jeff Parker. Makaya McCraven war hier nicht unbeiteiligt.
Music Review
Argonautiks
Trauben über Gold
Scharf gelayerte Sozialkritik auf minimalen Beats gibt es auf »Trauben über Gold« , dem neuen Album der Argonautiks.
Music Review
Steve Roach
Quiet Music 1-3
Telephone Explosion hat die zuerst 1986 und nur auf Kassette erschienene »Quiet Music 1-3« von Steve Roach wiederveröffentlicht.
Music Review
Saåda Bonaire
Saåda Bonaire
Captured Tracks legt eine Neuauflage der gesammelten Werke der 1982 gegründeten Bremer Kapelle Saåda Bonaire vor.
Music Review
Oval
Scis
Mit dem Album »Scis« macht Oval das, was Markus Popps Arbeit schon immer auszeichnete – und nebenbei gesagt noch einen Heidenspaß.
Music Review
Various Artists
Locus Error
Nina Kraviz hat mit »Locus Error« einen weiteren Sampler für ihr Label Trip/трип zusammengestellt. Es ist der bislang beste.
Music Review
Aoife Nessa Frances
Land of No Junction
Mit ihrem Debüt »Land of No Junction« zeigt sich Aoife Nessa Frances als stilbewusste und erkundungsfreudige Nostalgikerin.
Music Review
Dark Arts
Reflections In A Rear View Mirror
Mit »Reflections In A Rear View Mirror« stellt uns das Label Stroom die in den frühen 1980er Jahren aktive Band Dark Arts vor.
Music Review
James Reese And The Progressions
Wait For Me: The Complete Works 1967-1972
Mit »Wait For Me: The Complete Works 1967-1972« legt Now-Again eine Werkschau von James Reese And The Progressions vor.
Music Review
Lvrin
Lvrin II
Der russischer Produzent Lvrin legt mit »Lvrin II« sein zweites Relese für das Rotterdamer Label Pinkman vor.