Books Review | verfasst 25.01.2013
Gerry »Cutmaster GB« Bachmann
The Hip Hop Cookbook: Four Elements Cooking
From Here To Fame, 2012
Text Fionn Birr
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Redaktion
Cover Gerry »Cutmaster GB« Bachmann - The Hip Hop Cookbook: Four Elements Cooking

Das 352. Element von Hip Hop ist Kochen. Toni L weiß das, Action Bronson weiß das und Gerry Bachmann weiß es auch und hat aus diesem Grund das Buch »The Hip Hop Cookbook: Four Elements Cooking« veröffentlicht. Als Cutmaster GB gestaltete Bachmann nicht nur den deutschen Hip Hop entschieden mit, sondern lernte auch einige internationale Szene-Größen kennen und bekam über die Jahre immer wieder Gelegenheit in ihre heimischen Kochtöpfe zu luken. Dabei fand er beispielsweise heraus, dass Can Two seine geschmorte Lammstelzen auch zur Resteverwertung am Folgetag empfiehlt, Crazy Legs auf den gebackenen Lachs seiner Freundin schwört und Katmando seinen Gästen gerne Hummer in Bier serviert. All diese Rezepte hat Bachmann gesammelt und präsentiert sie nun in einem aufwendig illustrierten Kochbuch, das weitaus mehr zu bieten hat, als ein gewöhnlicher Chefkoch.de-Artikel. So erhielt jede interviewte Person eine Doppelseite mit kleinem Porträt, ausgewählten Fotos (teilweise aus Privatarchiven) und genug Platz, das jeweilige Lieblingsrezept ausführlich vorzustellen. Manche Legenden aus Graffiti, Breakdance und Rap stellen sich dabei als wahre Gourmets heraus, andere bevorzugen überraschend Unkompliziertes. Bemerkenswert ist, dass sich auf den 112 Seiten kaum offensichtliche Soul Food-Bekanntheiten wie die berüchtigten »Chicken Wings« oder gar übertriebene Exoten-Speisen mit unerschwinglichen Zutaten im Verzeichnis finden. Stattdessen ist die kulinarische HipHop-Erkundungstour von der japanischen Lunchbox bis zur dänischen Hausmannskost zwischen Festtags- und Alltagstauglichkeit gut ausbalanciert worden. So kann man als HipHop-Küchenchef jedes Rezept ohne Probleme nachkochen und seinen Homies wahlweise geröstete Realness, frittierte Freshness oder gedünstete Dopeness auftischen. Dass sich unter den 40 Hobbyköchen fast nur Old-Schooler befinden, gibt dem Buch zwar einen etwas angestaubten Charme, doch wäre es vergleichsweise eigenartig Tyler, The Creator die Zubereitung seiner Mikrowellen-Tortillas beschreiben zu lassen. So beschwört diese Rezeptsammlung jenen familiären Geist der Tage herauf, als die Ghettoblaster noch Batterienfresser und Hip Hop eine Rebellenkultur war. »The Hip Hop Cookbook« ist als Geschichtsdokument, als Fotoband und als nützliche Küchenhilfe endlich mal ein HipHop-Buch, das nach der Lektüre nicht als Dekoration im Regal verschwinden muss.

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