Music Review | verfasst 30.05.2013
Koreless
Yugen EP
Young Turks, 2013
Text Philipp Kunze
Deine Bewertung:
9.0
Nutzer (4)
8.2
Redaktion
Cover Koreless - Yugen EP

Koreless scheint es nicht wichtig zu sein, wohin der Song geht, sondern das er geht. Auf seiner neuesten EP verabschiedet sich der Schotte endgültig vom Beat und entscheidet sich für Melodien – solche die nicht im Kopf der Hörers bleiben wollen, sondern gemeinsam mit ihm ins Unbestimmbare driften. Synthies und Vocal-Schnipsel flattern über die Songs; Dadurch, dass Drums, Snares und Hi-Hats fast komplett fehlen, fehlt auch ein Fundament, an das sie sich heften könnten. Dass etwas fehlt, heißt hier nichts schlechtes. Im Gegenteil: So können die Songs zu allen Richtungen ausströmen. Es gibt nichts, das die Schwerkraft verstärkt. Von Ambient ist »Yugen« trotzdem weit entfernt. Die Musik bildet hier keine Fläche, sondern einen Faden, der sich immer weiter zieht, um sich selbst windet, bis er sich auflöst. Koreless pusht seine Songs nicht zur Explosion, sondern erlaubt jedem einzelnen bis zum letzten Funken auszuglühen. Diese erhabenen Synthies haben schließlich auch den Pathos in mir geweckt: Beim Hören fühlte ich mich, als würde ich durch ein Flur ohne Wände wandeln, immer diesen Melodien hinterher, die sich ausdehnen aber nie entfalten. Dann gluckert es kurz, gurgelt es im Untergrund, man scheint endlich ein Ende erreicht haben. Aber es ist nur der nächste Song, der ohne Übergang weiter fließt.

Verlosung
Shigeto - 1 x 2 Tickets für das Konzert in Berlin zu gewinnen
Wir verlosen 1×2 Freikarten für die Shigeto Show in Berlin. Du musst nichts weiter tun als dich einzuloggen und an der Verlosung teilnehmen. Die Gewinner werden ausgelost.

Die Verlosung läuft bis zum 02.10.2017.
Du musst eingeloggt sein um an einer Verlosung teilzunehmen. ― Login
»Yugen« von Korless findest Du bei hhv.de auf 12inch
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Interview | verfasst 17.05.2011
Koreless
Auf das Mindeste reduziert
Er ist 19 Jahre alt, Student der Marinearchitektur und lebt in Glasgow. Das ist Koreless. Auf das Mindeste reduziert. In dem Jungen steckt einiges. Wir haben ihn für Euch getroffen und befragt.
Music Review | verfasst 29.06.2011
SBTRKT
SBTRKT
SBTRKT entdeckt auf seinem Debüt treibende Rhythmen, die er in hypnotische und euphorische Sujets packt.
Music Review | verfasst 20.09.2012
The xx
Coexist
Mit »Coexist« etablieren sich The xx mit großer Sanftheit als einer der größten Bands unserer Zeit.
Music Review | verfasst 04.10.2013
FKA Twigs
EP2
Oben Sex unten Bass-Musik. FKA Twigs zelebriert auf ihrer zweiten EP ein fragiles Liebesspiel zwischen ihrer Stimme und den Instrumentals.
Music Review | verfasst 22.09.2014
SBTRKT
Wonder Where We Land
SBTRKT alias Aaron Jerome setzt mit »Wonder Where We Land« die Herangehensweise seines selbstbetitelten Debüts fort.
Music Review | verfasst 10.06.2015
Jamie xx
In Colours
Jamie xx macht auf seinem Debütalbum alles richtig. Ein unglaublich geschmackssicheres Album. Man darf angewidert sein.
Music Review | verfasst 03.02.2017
Sampha
Process
Im Debüt-Album »Process« verarbeitet Sampha den Tod seiner Mutter und changiert gekonnt zwischen Pianoballaden und ungeraden Rhythmen.
Music Review
Orson Wells
Pneumatics
»Pneumatics«, das auf Live at Robert Johnson erscheinende Debütalbum von Orson Wells, ist eine futuristische Techno-Platte par excellence.
Music Review
Hypnobeat
Prototech
Hypnobeat können mit dieser Wiederveröffentlichung – zum Teil auch Erstveröffentlichung – ihrer Vergangenheit gar nicht zeitgemäßer sein.
Music Review
Beard In Dust
BAH038
Für »BAH038«, dem neuesten Release des Labels Bahnsteig 23, darf Leonid Lipelis als Beard In Dust sein Können zeigen.
Books Review
Cogatio-Factum & Jo Preußler (Hrsg.)
The Death Of Graffiti
In The Death Of Graffiti formuliert Oliver Kuhnert eine Fundamentalkritik. Und bittet Kenner und Aktivisten zur Stellungnahme.
Music Review
Lee Ranaldo
Electric Trim
Nichts also mit müdem Alterswerk: »Electric Trim« zeigt Lee Ranaldo so flexibel und spannend, wie selten zuvor.
Music Review
Ninos du Brasil
Vida Eterna
Ninos du Brasil wirken auf ihrem dritten Album »Vida Eterna« verstörender als zuvor. Da gibt es gar kein Vertun. Zumal es klasse ist.
Music Review
Ariel Pink
Dedicated To Bobby Jameson
Nach R. Stevie Moore gräbt Ariel Pink auf »Dedicated To Bobby Jameson« ein weiteres obskures Vorbild aus.
Music Review
Odesza
A Moment Apart
Die Musik von »A Moment Apart«, dem dritten Album von Odesza, ist nicht an Musik-Connaisseure/Kritiker/alte Säcke gerichtet.
Music Review
Fink
Resurgam
Läuft jetzt zwar dem Titel »Resurgam« zuwider, aber das neue Album von Fink ist ist mehr Vollendung als Auferstehung.
Music Review
Trio Da Kali And Kronos Quartet
Ladilikan
Auf »Ladilikan« trifft das Trio Da Kali aus Mali trifft auf das in San Francisco beheimatete, legendäre Streichereinsemble Kronos Quartet.
Music Review
Foo Fighters
Concrete And Gold
»Motörhead’s version of Sgt. Pepper« ist »Concrete And Gold«, das neunte Album der Foo Fighters, dann doch nicht geworden.
Music Review
Tony Allen
The Source
Die beste Platte seines Lebens, sagt er selbst. Tatsächlich klang Tony Allen selten aufregender als auf »The Source«.
Music Review
Alvvays -
Antisocialites
Alvvays finden auf ihrem zweiten Album »Antisocialites« eine gute Balance zwischen den emotionalen Extremen.
Music Review
Pablo Valentino
My Son's Smile EP Ge-ology Remix
Die 12" »My Son’s Smile EP Ge-ology Remix« von Pablo Valentino erinnert uns einmal mehr daran: Deep House never dies.
Music Review
Perm
Shtum 014
Mit »Shtum 014« erfindet Perm das Rad naturgemäß nicht neu. Die Stücke bestechen jedoch mit enormer Funktionalität.
Music Review
Zola Jesus
Okovi
Zola Jesus veröffentlicht ihr sechstes Album »Okovi«. Es ist der blinde Ehrgeiz, mit dem sie sich durch einen Stil nach dem anderen frisst.
Music Review
LCD Soundsystem
American Dream
Mit dem vierten Album »American Dream« gelingt LCD Soundsystem ein fulminantes, ihr Standing untermauerndes Comeback.
Music Review
Mogwai
Every Country's Sun
Mogwai beweisen mit »Every Country’s Sun«, dass auch im Jahr 22 nach Bandgründung weiter mit ihnen zu rechnen ist.
Music Review
Joey Negro & Sean P
The Best Of Disco Spectrum
BBE Records versammelt auf »The Best Of Disco Spectrum« die besten von Joey Negro und Sean P kanonisierte Disco-Stücke auf eienr Vinyl 3LP.
Music Review
Morti Viventear
Lovecraftsmanship
Morti Viventears dritte LP »Lovecraftsmanship« stellt seine Beats in den Dienst des US-amerikanischen Schriftstellers H.P. Lovecraft.
Music Review
Sam Irl & Dusty
Twelve Inch Jams
Sam Irl und Dusty arbeiten an der Schnittstelle von House und Funk. Kein Wunder, dass Gilles Peterson »Twelve Inch Jams« feiert.
Music Review
Raphael Munnings
Opportunity Knockin' - 7"
Alston veröffentlicht »Opportunity Knockin’«, die 1972 veröffentlichten Single von The Beginning Of The End’s Raphael Munnings, neu.
Music Review
Harmonious Thelonious
Abel
Auf »Abel« geht wieder deutlich eingängiger zu. Jedes der vier Stücke von Harmonious Thelonious ist ein Brett.
Music Review
Various Artists
Sweet As Broken Dates: Lost Somali Tapes
»Sweet As Broken Dates: Lost Somali Tapes« versammelt 15 Stücke, die bisher nicht außerhalb Somalias zu hören gewesen waren.
Music Review
EMA
Exile In The Outer Ring
EMA krankt am Zustand der Welt. Auf »Exile In The Outer Ring«** richtet sie den Blick nun auf die die realen Lebensumstände in den USA.
Music Review
DJ Windows XP
Sometimes I Feel Happy, Sometimes Sad
Ganz so wie der Titel »Sometimes I Feel Happy, Sometimes Sad«vermuten lässt, üben sich DJ Windows XP auf ihrer neuen EP in Launenhaftigkeit.
Music Review
Florian Kupfer
Post Present
Ein Jahr nach seiner letzten EP »Unfinished« auf Technicolour kehrt Florian Kupfer mit drei Stücken auf »Post Present« zurück.
Music Review
DMX Krew
Strange Directions
DMX Krew zeigt mit »Strange Directions«, dass es eben nicht immer den dicken Dancefloor-Kracher braucht, um Glamour zu erzeugen.
Music Review
Beatsteaks
Yours
Auf ihrem neuen Album »Yours« lässt sich nicht recht ausmachen, wofür die Beatsteaks heute eigentlich stehen.
Music Review
Youandewan
The Brane
Mehr Tempo, mehr Raum, mehr Klarheit – Youandewan legt seinen neuen Release »The Brane« vor.
Music Review
Hype Williams
Rainbow Edition
Hype Williams melden sich mit »Rainbow Edition« zurück und bringen wieder ein paar Mysterien in unseren entzauberten Alltag.
Music Review
B12
Electro-Soma II
Nicht nur wird das Meisterwerk »Electro-Soma« der Innovatoren B12 auf Warp wiederaufgelegt. Nein, es gibt sogar weiteres Material zu hören.
Music Review
Turnover
Good Nature
Die Gitarren klingen unbekümmerter auf »Good Nature«, dem dritten Album der amerikanischen Indierockband Turnover.
Music Review
Liars
TCFC
Mit »TCFC« macht Angus Andrews die Liars zu seinem Soloprojekt. Abgesehen von Akustikgitarren hat sich der Ansatz aber kaum verändert.
Music Review
Dent May
Across The Multiverse
Auch wenn der Sommer verregnet ist, so gibt es mit »Across the Multiverse« von Dent May doch die Platte für die sonnig-warme Jahreszeit.
Music Review
Grizzly Bear
Painted Ruins
Sie machen Indierock für Leute, die keinen Indierock mögen. So schlicht lautet die Formel für Grizzly Bear und ihr Album »Painted Ruins«.
Music Review
Kutmah
TROBBB!
Vorschusslorbeeren ohne Ende. Und Kutmah liefert. »TROBBB!« ist ein einstündiger Fiebertraum, der nach allen Seiten ausfranst.
Music Review
Oneohtrix Point Never
OST Good Time
Oneohtrix Point Never zeichnet sich verantwortlich für den Score zu »Good Time«. Dafür gab es den Preis für den besten Soundtrack in Cannes.
Music Review
Various Artists
Domestic Sampler UMYU
Punk-Attitüde, Blasinstrumente und Drumcomputer: So klang Barcelonas experimentelle Musikszene 1982
Music Review
Avey Tare
Eucalyptus
Wird Avey Tare auf seine alten Tage etwa melodietrunken und milde? »Eucalyptus« lutscht sich weg wie ein Bonbon.
Music Review
Various Artists
Soul Of A Nation
Zeitgleich zur Eröffnung der Ausstellung »Soul Of A Nation« in der Tate Modern in London erscheint bei Soul Jazz die passende Compilation.