Music Review | verfasst 06.06.2013
The Jazzinvaders ft. Dr. Lonnie Smith
That's What You Say
Unique, 0001
Text Frédéric Hartmann
Deine Bewertung:
/
Nutzer
5.5
Redaktion
Cover The Jazzinvaders ft. Dr. Lonnie Smith - That's What You Say

Die Jazzinvaders sind für den Jazz was Vivaldi für die Klassische Musik war: Der einfachste Zugang zu einer für die meisten unverständlichen Welt. Zum Feierabend die „Klassik-Hits aus der Werbung“ aufgelegt, und schon glaubt man das Genre zu mögen. Man schätzt, dass sich gerade mal 3% der Bevölkerung leidenschaftlich mit E-Musik beschäftigen. Und ich wage zu behaupten, dass die Ziffer für den Jazz wenn überhaupt nur unbedeutend grösser ist. Daraus ergibt sich allerdings eine weitaus breitgefächertere Zielgruppe für die abgespeckten, leicht verdaulicheren Abarten beider Genres. Und somit liegt mir auch nichts ferner als ihnen ihre Verdienste abzuerkennen. Nun haben Sie sich mit Dr. Lonnie Smith einen der hochkarätigsten Soulklempner der letzten 50 Jahre ins Haus geholt. Aber auch der vermag es nicht die Jungs dazu zu bewegen, mal aus sich raus zu gehen und etwas zu riskieren. Man verstehe mich nicht falsch. Das Ding klingt rund und schnurrt die meiste Zeit wie ein Kätzchen. Das ihm innewohnende Potential zur Raubkatze scheint aber gänzlich wegdomestiziert. Klingt fast durchgehend wie eine »How to play Jazz«-Anleitung. Unspektakulär indifferent. Na und dann gibt‘s da noch den Song »Buzzin«. Schon komisch das man ein Zerkochbuch für rustikale Kost rausbringt, und dann so ein exotisches Rezept mit einbezieht. Da ordentlich Wumms drunter, M.I.A. oder Roisin Murphy drüber und das Ding würde mitten ins schwarze Loch der nimmersatten Hipstercommunity gesogen.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 31.10.2016
Reiner Witzel & Datfunk
Steppin' Up
Mannheim trifft Athen: Reiner Witzel & Datfunk erfinden zwar auf »Steppin‘ Up« das Rad nicht neu, drehen aber gewaltig dran.
Music Review | verfasst 19.05.2009
The Sweet Vandals
Lovelite
Die spanischen Vandalen um die unglaubliche Stimme von Mayka Edjole zeigen mit Lovelite, wo Funk steht und wie er gemacht werden sollte.
Music Review | verfasst 31.05.2011
The Sweet Vandals
So Clear
Zeitlose, warme und raue Klänge, die jeglicher Effekthascherei trotzen: Die Sweet Vandals legen ein tolles Album vor.
Music Review | verfasst 18.08.2011
Laura Vane & The Vipertones
Sugar Fix
Der zweite Streich der britisch-niederländischen Kombo wird mit einem Lächeln serviert und liefert feinsten zeitgenössischen Soulpop.
Music Review | verfasst 05.04.2013
Xaver Fischer Trio
Dumdidum
Xaver Fischer ist noch immer derselbe fusionverliebte Spacejazzer, der schnappatmend durch unser beider Klangkosmos schwebt.
Music Review | verfasst 18.02.2016
Andy Cooper
Room To Breathe
Es geht nur ums zwanglose Am-Ball-Bleiben: Ugly Duckling’s Andy Cooper hat mit »Room To Breathe« ein gut gelauntes Soloalbum aufgenommen.
Music Porträt | verfasst 25.05.2011
The Sweet Vandals
Der Funk ist fertig
Wer in heutigen Funk-Releases nur eine Kopie einer Musik aus vergangenen Tagen sieht, der wird sich von The Sweet Vandals nicht bestätigt fühlen. Mit harter Arbeit und viel Schweiß entsteht ihr eigenständiger »Dirty Club Sound«.
Music Review
Black Lips
Sing In A World That's Falling Apart
Auf »Sing In A World That’s Falling Apart« vermischen die Black Lips Country mit einer cleveren Hinterwäldler-Rhetorik.
Music Review
Callisto
Guidance Is Eternal 2
Mit »Guidance Is Eternal 2« wird die Musik des 2013 verstorbenen Bostoner House-Produzenten Callisto neu aufgelegt.
Music Review
Alessandro Alessandroni
Afro Discoteca Reworked & Reloved
Der vor drei Jahren veröffentlichte Überraschungshit »Afro Discoteca« von Alessandro Alessandroni wurde nun mit Remixen versehen.
Music Review
TNGHT
II
Über sieben Jahren nach ihrem überraschenden Debüt legen Hudson Mohawke und Lunice als TNGHT nun »II« nach.
Music Review
Jeff Parker
Suite For Max Brown
»Suite For Max Brown« ist das erst vierte Soloalbum des tollen Jazzgitarristen Jeff Parker. Makaya McCraven war hier nicht unbeiteiligt.
Music Review
Argonautiks
Trauben über Gold
Scharf gelayerte Sozialkritik auf minimalen Beats gibt es auf »Trauben über Gold« , dem neuen Album der Argonautiks.
Music Review
Steve Roach
Quiet Music 1-3
Telephone Explosion hat die zuerst 1986 und nur auf Kassette erschienene »Quiet Music 1-3« von Steve Roach wiederveröffentlicht.
Music Review
Saåda Bonaire
Saåda Bonaire
Captured Tracks legt eine Neuauflage der gesammelten Werke der 1982 gegründeten Bremer Kapelle Saåda Bonaire vor.
Music Review
Oval
Scis
Mit dem Album »Scis« macht Oval das, was Markus Popps Arbeit schon immer auszeichnete – und nebenbei gesagt noch einen Heidenspaß.
Music Review
Various Artists
Locus Error
Nina Kraviz hat mit »Locus Error« einen weiteren Sampler für ihr Label Trip/трип zusammengestellt. Es ist der bislang beste.
Music Review
Aoife Nessa Frances
Land of No Junction
Mit ihrem Debüt »Land of No Junction« zeigt sich Aoife Nessa Frances als stilbewusste und erkundungsfreudige Nostalgikerin.
Music Review
Dark Arts
Reflections In A Rear View Mirror
Mit »Reflections In A Rear View Mirror« stellt uns das Label Stroom die in den frühen 1980er Jahren aktive Band Dark Arts vor.
Music Review
James Reese And The Progressions
Wait For Me: The Complete Works 1967-1972
Mit »Wait For Me: The Complete Works 1967-1972« legt Now-Again eine Werkschau von James Reese And The Progressions vor.
Music Review
Lvrin
Lvrin II
Der russischer Produzent Lvrin legt mit »Lvrin II« sein zweites Relese für das Rotterdamer Label Pinkman vor.
Music Review
Hildur Guðnadóttir
OST Joker
Für ihren Soundtrack zu »Chernobyl« hatte Hildur Guðnadóttir einen Emmy erhalten. Der Score zu »Joker« ist nicht weniger fulminant.
Music Review
Bufiman
Albumsi
Jan Schulte, auch bekannt als Wolf Müller, hier unterwegs als Bufiman, hat bei Dekmantel ein ganzes »Albumsi« veröffentlicht. Sommer pur!
Music Review
Metastasio
With You
Disco Segreta hat den Italo-Disco-Knaller »With You« wiederveröffentlicht. Der schlittert bei fünf Grad über die Amalfiküste.
Music Review
Blawan
Many Many Pings
Härte, Tiefe, Swing: Das ist die Grundrezeptur von Blawan, der auf »Many Many Pings« ein effektives und doch vertracktes Update erhält.
Music Review
Bohren & Der Club Of Gore
Patchouli Blue
Mehr als fünf Jahre nach »Dolores« veröffentlichen Bohren & Der Club Of Gore mit »Patchouli Blue« ein neues Album.
Music Review
Various Artists
Mogadisco: Dancing In Mogadishu (Somalia 1972-91)
Analog Africa hat die Archive von Radio Mogadischu gesichtet und mit »Mogadisco« eine vielseitige Compilation zusammengestellt.
Music Review
Alva Noto & Ryuichi Sakamoto
Two (Live At Sydney Opera House)
Das gemeinsame Konzert von Alva Noto und Ryuichi Sakamoto im Sydney Opera House im Jahr 2018 ist jetzt unter dem Titel »Two« erschienen.
Music Review
Ossia
The Marzahn Versions
Das Pochen schaltet einen Gang nach oben: Ossia legt mit »The Marzahn Versions« weitere teuflische Tänze vor.
Music Review
Giant Swan
Giant Swan
Was der Kollege auf dem Cover da macht? Sich mit einer Kippe entschuldigen, nachdem er dir beim Abspacken die Faust ins Gesicht gerammt hat.
Music Review
Milton Nascimento
Maria Maria
Ein Ballett aus dem Jahr 1976: Milton Nascimentos »Maria Maria« ist nunr erstmals auf Vinyl erschienen.
Music Review
Stenny
Upsurge
Konzentriertes Hören lohnt bei »Upsurge«, dem Debüt des aus Italien stammenden Produzenten Stenny.
Music Review
Giraffe
Desert Haze
Die Einflüsse sind vielseitig auf »Desert Haze«, dem neuen Album des Hamburger Trios Giraffe, das soeben bei Marionette erschienen ist.
Music Review
DJ Shadow
Our Pathetic Age
»Our Pathetic Age« ist das sechste Album von DJ Shadow. Das Revolutionäre, das Spannende ist aus der Musik komplett verschwunden.
Music Review
Man Jumping
Jumpcut
Brian Eno soll sie einst »die wichtigste Band der Welt« genannt haben: Man Jumping. Ihr Debüt »Jumcut« wurde jetzt veröffentlicht.
Music Review
Shina Williams & His African Percussions
Shina Williams
»Shina Williams«, 1980 erstmals veröffentlichte LP von Shina Williams & His African Percussions, wurde erstmals wiederveröffentlicht.
Music Review
Pan American
A Son
Nach sechsjähriger Pause veröffentlicht Mark Nelson mit »A Son« ein neues Album als Pan American.
Music Review
Yoshio Ojima
Une Collection Des Chainons I: Music For Spiral
Mit »Une Collection Des Chainons I: Music For Spiral« wird das Frühwerk von Yoshio Ojima jetzt neu erschlossen.
Music Review
Various Artists
Space Funk
Die Retro-Ästhetik von alten Science-Fiction-Filmen überträgt die Compiplation »Space Funk« auf den Funk der Siebziger und Achtziger.
Music Review
Ryuichi Sakamoto
Thousand Knives Of
Schon 1978 mit seinem Debüt »Thousand Knives Of« bewies Ryuichi Sakamoto sein Gesprü für unkonventionelle Arrangements.
Music Review
RAMZi
Multiquest Niveau 1: Camouflé
Das alljährliche RAMZi-Album ist da. Auf »Multiquest Niveau 1: Camouflé« wirkt die musikalische Formel der Kanadierin etwas aufgebraucht.
Music Review
Various Artists
French Disco Boogie Sounds Vol.4
Die Compilation »French Disco Boogie Sounds« liefert standesgemäß Perlen für den Tanzflur. Das ist bei »Volume 4« nicht anders.
Music Review
Function
Existenz
»Existenz« liefert mit 17 Tracks auf Vinyl 4LP einen fulminaten Querschnitt über die 25 Jahre währende Arbeit von Function.
Music Review
François N'Gwa
Ogooue
Auf »Ogooue« finden sich die besten, der zwischen 1985 und 2004 entstandenen Stücke des gabunischen Musikers François N’Gwa wieder.
Music Review
Mike Selesia
Flavor
1976 haben Mike Selesia und seine Mitstreiter »Flavor« aufgenommen, 100 Stück pressen lassen. Jetzt ist das Jazzjuwel wieder erhältlich.
Music Review
Sokratis Votskos Quartet
Sketching The Unknown
Jazzman veröffentlicht mit »Sketching The Unknown« das tolle Debüt der griechischen Jazzer vom Sokratis Votskos Quartet.
Music Review
Eye
Metamujer
Die Französin Laurène Exposito legt als Eye ihre neue LP »Metamujer« vor und macht deutlich, dass sie sich musikalisch weiterentwickelt hat.
Music Review
Issam Hajali
Mouasalat Ila Jacad El Ard
»Mouasalat Ila Jacad El Ard«, das erstmals 1977 veröffentlichte Album des libanesischen Musikers Issam Hajali, wurde wiederveröffentlicht.