Music Review | verfasst 03.07.2013
Odd Job
Preset
Funkverteidiger/hhv.de, 2013
Text Fionn Birr
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Redaktion
Cover Odd Job - Preset

Dass das Funkverteidiger-Umfeld vermehrt die traditionelle Zubereitungsart von HipHop-Musik auf der Karte führt, ist ein Braten, den deutsche Rap-Feinschmecker mittlerweile gerochen haben sollten. Gepaart mit den omnipräsenten Chicago Bulls-Caps im deutschen ÖPNV-Alltag und XYZ lässt sich damit beinahe die These aufstellen, dass 2013 das neue 1993 ist. Der Haus- und Hof-Produzent Odd Job setzt mit seinem vorliegenden Instrumental-Menü dieser Throwback-Kultur nun die Kochmütze auf, in dem »Preset« einfach mal auf Kassette serviert wird. Schnittige Soul-Samples, rotzige Rumpeldrums und feingestaltige Filmschnipsel sind die Zutaten dieser boom-bappigen Zusammenstellung aus alten und neuen Beats, die sich weder für ausgefeilten Pathos-Hop, noch für Sägeblatt-Hihats und Schrabbel-Synths interessieren. Ein Loop, ein Beat, keine Faxen – auf »Preset« peitscht einem ab der ersten Sekunde eine erfrischende Zeitgeisterweigerung auf den Teller, bei dem manchem Backpacker der Chipmunk-Soul im Halse stecken bleiben würde. Kanye West? Nein, Pete Rock! 9th Wonder? Nein, DJ Premier! »Codename: Soultrain/ Scheiß’ auf Fame und Gold-Chains/ Alles, was ich brauch ist ein dopes Tape mit Instrumentals von OJ«, heißt es auf dem einzig berappten Stück »Codename: Soultrain«. Die 22 Anspielstationen statuieren in ihrem redundanten Charme aus Curtis Mayfield- und James Brown-Zitaten zwar nicht, dass klassische Samplequellen vor Ideenlosigkeit schützen, aber dass das Rad auch nicht neu erfunden werden muss, um etwas ins Rollen zu bringen.

Das Album »Preset« von Odd Job findest du bei hhv.de: LP Tape
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