Music Review | verfasst 30.07.2010
Lloyd Miller & the Heliocentrics
Lloyd Miller & the Heliocentrics
Strut, 2010
Text Simon Segieth
Deine Bewertung:
/
Nutzer
7.9
Redaktion
Cover Lloyd Miller & the Heliocentrics - Lloyd Miller & the Heliocentrics

Nach dem äthiopischen Jazz-Gott Mulatu Astatke holen sich The Heliocentrics die nächste Koryphäe der so genannten Weltmusik an Bord: Lloyd Miller. Während »Mulatu Steps Ahead« noch eher funky war, dennoch weltmusikalische Tendenzen nicht verbergen wollte, so verwandeln sich die Musiker auf »Lloyd Miller & The Heliocentrics« in Jazzer, die neben Größen wie Thelonius Monk oder Charlie Parker in die Analen dieses Genres eingehen und sogar eine neue Schublade eröffnen könnten. An der Schublade, die im Namen irgendwas mit Jazz und Iran tragen müsste, hat Lloyd Miller einen großen Anteil. Der Multi-Instrumentalist entwickelte in seiner Kindheit die Liebe zur Musik seiner Heimat Iran. Diese Veröffentlichung klingt nach ehrlichem Jazz. Kontrabass trifft filigranes Schlagzeug und wird getragen von einem Percussion-Teppich. Lloyd Miller sorgt mit urtümlichen, ethnischen Instrumenten für eine fast psychedelische Ruhe in den Stücken. Neben der traditionellen persischen Ney-Flöte greift Miller unter anderem auch zu einer Oud, zur Hackbrett ähnlichen indischen Santur und einigen anderen exotischen Instrumenten. Ein insgesamt ruhiges, sehr gefühlvolles und dennoch starkes Ethno-Jazz Release auf Strut Records.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 16.09.2014
Orlando Julius With The Heliocentrics
Jaiyede Afro
Orlando Julius und die Heliocentrics haben mit »Jaiyede Afro« gemeinsam ein äußerst dynamisches und zeitgemäßes Afro Beat Album aufgenommen.
Music Review | verfasst 25.03.2010
Mulatu Astatke
Mulatu Steps Ahead
Mit »Mulatu Steps Ahead« ist Strut einmal mehr ein echter Wurf gelungen. Traditionell mit weitem Ausblick und sehr inspirierend.
Music Liste | verfasst 06.06.2017
The Heliocentrics
10 Mulatu Astatke Favs
The Heliocentrics und Mulatu Astatke gehören zusammen. Für uns hat Malcom Catto, Mastermind der Londoner Kombo, die für ihn besten Songs des Ethio-Jazz Großmeisters herausgepickt.
Music Review | verfasst 28.02.2008
Jef Gilson
Avec Lloyd Miller & Hal Singer
Der »Free Spirit« der sieben Musiker um Arrrangeur Jef Gilson lädt zum Traumwandeln an mediterranen Promenaden ein.
Music Review | verfasst 04.04.2018
Lloyd Miller and the Mike Johnson Quartett
Jazz At The University Of Utah
»Jazz At The University Of Utah« von Lloyd Miller and the Mike Johnson Quartett erscheint jetzt erstmals seit 1967 auf Vinyl.
Music Review | verfasst 14.02.2020
The Heliocentrics
Infinity Of Now
Mit »Infinity Of Now«, das soeben bei Madlib Invazions erschienen ist, sollte sich das Genie der Heliocentrics nun wirklich rumsprechen.
Music Review
The Soft Pink Truth
Shall We Go On Sinning So That Grace May Increase
Mit »Shall We Go On Sinning So That Grace May Increase« bietet The Soft Pink Truth wohlige Wabersounds für wonnige Weltfluchten. Gut so!
Music Review
Run The Jewels
RTJ4
Diese Woche haben Killer Mike und El-P ihr viertest Run The Jewels-Album »RTJ4« digital veröffentlicht. Vinyl folgt im September.
Music Review
Ak'Chamel, The Giver Of Illness
The Totemist
Musik für die Zeit nach der Endzeit: Mit »The Totemist« ist das zehnte Studioalbum von Ak’chamel, The Giver Of Illness erschienen.
Music Review
Freddie Gibbs & The Alchemist
Alfredo
c»Alfredo« heißt das letzte Woche veröffentlichte Album von Freddie Gibbs und The Alchemist. Vinyl steht aus, reingehört haben wir aber.
Music Review
Giuseppe Ielasi
Aix
Giuseppe Ielasis »Aix« klingt über ein Jahrzehnt nach seiner Erstveröffentlichung so frisch wie eh und je. Nicht nur klanglich.
Music Review
Michele Mercure
Pictures of Echoes
Mehr synthetisches Zauberwerk der Kassettenmeisterin: mit »Pictures Of Echoes« ist die nächste Werkschau von Michele Mercure erschienen.
Music Review
JackBoys
JackBoys
»JackBoys«, die erste Labelschau von Travis Scott’s Label Cactus Jack, ist nun auch auf Schallplatte erschienen.
Music Review
Greg Fox
Contact
Größe durch Zurücknahme: Auf »Contact« setzt der Schlagzeuger Greg Fox sein Instrument noch gezielter ein.
Music Review
Nídia
Não Fales Nela Que A Mentes
Auf »Não Fales Nela Que A Mentes« braucht Nídia nicht als einen Rhythmus und einen Loop, um ein riesiges Koordinatensystem zu eröffnen.
Music Review
Your Old Droog
Jewelry
Hier wird auf die Punchlines Wert gelegt, nicht auf die Replay Value: »Jewelry« von Your Old Droog wurde jetzt auf Vinyl veröffentlicht.
Music Review
Hessel Veldman
Eigen Boezem
In den Achtzigern entstandene DIY-Aufnahmen aus der holländischen Hafenstadt IJmuiden: »Eigen Boezem« stellt Musik von Hessel Veldman aus.
Music Review
Kanye West
Jesus Is King
»Jesus Is King« von Kanye West ist jetzt auf Vinyl erschienen. Und wir haben die pädagogisch wertvollste 7.0er Review aller Zeiten für dich.
Music Review
Irreversible Entanglements
Who Sent You?
Historisch relevanter wird Jazz dieses Jahr nicht mehr: zur zweiten Album »Who Sent You?« von Irreversible Entanglements.
Music Review
Various Artists
Artificial Dancers – Waves Of Synth
»Artificial Dancers – Waves Of Synth« offenbart weitere schrullige Raritäten in Sachen Synthesizermusik aus den Achtzigern.
Music Review
Auscultation
III
Auf »III« lauscht Auscultation, wie der Name glauben macht, nach innen. Das Hineinhorchen beruht hier auch auf einen tragischen Vorfall.
Music Review
Y-Bayani And Baby Naa & The Band Of Enlightenment, Reason & Love
Nsie Nsie
Brutal sauber ausproduzierter und abgemischter Reggae aus Ghana: Philophon hat »Nsie Nsie« von Y-Bayani veröffentlicht
Music Review
Various Artists
Pacific Breeze 2: Japanese City Pop, AOR & Boogie 1972-1986
An City-Pop-Compilations mangelte es zuletzt nicht. Jetzt erscheint ein zweiter Teil von »Pacific Breeze« auf Light In The Attic.
Music Review
Cucina Povera & Haron
Plafond 6
Cucina Povera und Haron teilen sich die Rillen auf »Plafond 6«. Das Dilettantische wird dabei mitunter so überhöht, dass es wehtut.
Music Review
Soft Power
Brink Of Extinction
Soft Power, das Helsinkier Sextett um den Multiinstrumentalisten Mikael Jurmu, hat ihr drittes Album »Brink Of Extinction« veröffentlicht.
Music Review
Heerlens Percussie Ensemble
Biologic Music
Wer jetzt »Trommelgruppe« sagt, fliegt raus: Hot Mule veröffentlicht »Biologic Music« des Heerlens Percussie Ensembles.
Music Review
Grischa Lichtenberger
kamilhan; il y a péril en la demeure
Grischa Lichtenberger bleibt auch mit »kamilhan; il y a péril en la demeure« der große falsche Fährtenleger der elektronischen Musik.
Music Review
Red Axes
Red Axes
Red Axes haben »Red Axes« veröffentlicht. Auf ihrem zweiten Album haben die Israelis anscheinend wieder zu sich selbst gefunden.
Music Review
Kaitlyn Aurelia Smith
The Mosaic Of Transformation
Kaitlyn Aurelia Smith hat für »The Mosaic Of Transformation« ihren Buchla-Synthesizer neu verkabelt.
Music Review
Jensen Interceptor
Strings Of Fear
Ohne Jensen Interceptor wäre der Electro-Hype in den letzten Jahren wohl kaum zu rechtfertigen gewesen. Jetzt gibt’s was neues.
Music Review
Einstürzende Neubauten
Alles In Allem
»Alles In Allem« fühlt sich hier nicht wie das Ende der Einstürzenden Neubauten an, sondern wie eine erneute Metamorphose.
Music Review
Phillip Sollmann
Monophonie
Philipp Sollmann setzt sich auf »Monophonie« mit Hermann von Helmholtz, Harry Partch und Harry Bertoia auseinander.
Music Review
Jonny Nash & Suzanne Kraft
A Heart So White
Auf »A Heart So White« treffen Johnny Nash und Suzanne Kraft zum zweiten Mal aufeinander. Kommunikation fand dabei nur über die Musik statt.
Music Review
Daily Fauli
Fauli Til Dauli
Minimal Wave veröffentlicht mit »Fauli Til Dauli« Fundstücke des dänischen Schauspielers Søren Fauli, der sich hier Daily Fauli nennt.
Music Review
Caspar Brötzmann Massaker
Home
Southern Lord veröffentlicht die Alben des Caspar Brötzmann Massaker neu. Darunter das abschließende »Home« aus dem Jahre 1995.
Music Review
Ron Boots, Jo Bogaert & Morten Søndergaard
Lachrymation / Ambient Kinsky / Sahara I Mine Hænder / Far Boundaries
Das neueste Release versammelt Stücke von Ron Boots, Jo Bogaert und Morten Søndergaard, einem Niederländer, einem Belgier und einem Dänen.
Music Review
Various Artists
Spiritual Jazz Vol.11: SteepleChase
Mit dem neuesten Teil ihre »Spiritual Jazz«-Reihe werfen Jazzman einen Blick auf das dänische Jazzlabel SteepleChase.
Music Review
Imagination
I'm Always Right (The WDR Tapes 1977)
Im Archivschrank des WDR schlummert so mancher Schatz. Mit »I’m Always Right« von Imagination wurde jetzt einer geborgen.
Music Review
El Michels Affair
Adult Themes
Mit »Adult Themes« haben El Michels Affair einen Soundtrack aufgenommen, für den es keinen Film gibt.
Music Review
Fire-Toolz
Rainbow Bridge
Weirdere, wundervollere Musik als auf »Rainbow Bridge« war bisher weder von Fire-Toolz noch bei Hausu Mountain zu hören.
Music Review
Shan
Tanzstuecke
Die Tanzstücke auf »Tanzstuecke« haben sich nie von den Achtziger gelöst. Stört aber keinen! Shan lässt das Jahrzehnt frisch aufleben.
Music Review
Pierre Tchana
Super-Disco
Come on baby, dance! Das Amsterdamer Label Royer veröffentlicht das ursprünglich 1978 veröffentlichtet »Super-Disco« von Pierre Tchana neu.
Music Review
Vladislav Delay
Mutila
Das gesamte Spektrum von Höhen und Tiefen: »Mutila« von Vladislav Delay wurde von Rashid Becker neu gemastert und wiederaufgelegt.
Music Review
Klara Lewis
Ingrid
Klara Lewis legt mit »Ingrid« eine gespenstisch gute Veröffentlichung vor, die weder als Album noch als EP bezeichnet werden kann.
Music Review
Earth Trax
LP1
Wenn Euphorie und Schwermut ineinanderfallen: Bartosz Kruczyński hat sein erstes Album »LP 1« unter dem Pseudonym Earth Trax veröffentlicht.
Music Review
Nkem Njoku & Ozzobia Brothers
Ozobia Special
»Ozobia Special«, das einzige Album von Nkem Njoku & Ozzobia Brothers, erscheint nun erstmals außerhalb von Nigeria.
Music Review
Jamie xx
Idontknow
Mit »Idontknow« meldet sich Jamie xx nach fünf Jahren auf dem Dancefloor zurück. Doof nur, dass der geschlossen ist.