Music Review | verfasst 19.05.2014
CoH
To Beat
Editions Mego, 2014
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover CoH - To Beat

Gerade mal ein Jahr nach seinem zärtlich-verspielten retrofuturistischen Album »Retro-2038« lässt Ivan Pavlov aka CoH mit »To Beat« eine Art Fortsetzung folgen. Der Titel gibt die Richtung vor: Wo »Retro-2038« lediglich im letzten Track einen dezenten Beat verwendet, ist er diesmal stetig präsent. Dabei setzt sich CoH in seiner verfeinerten Laptop-Produktionsweise nicht mit traditioneller DrumComputer-Ästhetik auseinander, sondern inszeniert den Beat als Störgeräusch, als Click, Zirpen oder Pluckern, manchmal so unauffällig, dass man ihn kaum erkennt. Fast schon didaktisch macht er im Eröffnungstrack »Wave to Beat« ebendiesen Übergang hörbar – eine schwingende Welle wird nach und nach zerstückelt, bis am Ende bloß der rhythmische Impuls bleibt. Nach dieser methodischen Einleitung lässt Igor Pavlov seinem digitalen Spieltrieb wieder mehr Lauf, eine gewisse asketische Strenge jedoch, die der Rhythmusstruktur geschuldet sein mag, dominiert auch den Rest der Stücke. Hier und da wagt er – nach langer Pause – wieder ein paar Sprachexperimente mit atomisierten Phrasen, die der Musik zu besonderer Leichtigkeit verhelfen. Am Ende schließt CoH den Kreis mit »Beat to Wave«, in dem er die Bewegungsrichtung des Anfangsstücks umkehrt und bei einem fließenden Ton endet.

Das Album »TO BEAT« von COH findest du demnächst bei hhv.de.
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