Music Review | verfasst 02.06.2014
The Black Keys
Turn Blue
Nonesuch, 2014
Text Björn Bischoff
Deine Bewertung:
/
Nutzer
5.9
Redaktion
Cover The Black Keys - Turn Blue

Okay, noch einmal braucht es ihn, den Vergleich mit The White Stripes, um sich »Turn Blue« anzunähern, dem achten Studioalbum von The Black Keys. Denn Jack White äußerte sich kürzlich in einem Interview dazu, warum sich The White Stripes trennten: Während Jack White an der Gitarre halbgöttliche und ganzgöttliche Sachen vollbrachte, saß Meg White leicht gelangweilt und unbeeindruckt hinter dem Schlagzeug. Keine Anerkennung, kein Gespür, dass da vor ihrer Nase Musikgeschichte entsteht. Bei The Black Keys liegt der Fall ein wenig anders: »Turn Blue« lässt stets das Gefühl aufkommen, dass Dan Auerbach und Patrick Carney sehr fest davon überzeugt sind, hier was richtig Großes abzuliefern. Mit dieser Haltung geht das mal in die Hose (»Weight Of Love«) und mal wird da eine große Nummer raus (»Year In Review«). Durch die Co-Produktionen mit Danger Mouse kommen nun nämlich die Spielereien ein bisschen besser raus als in »10 Lovers«. Da groovt es nett vor sich hin und der Synthesizer darf sich zur Melodie im Refrain dazugesellen. Kannte man in der Penetranz ja auch schon ein bisschen von der Single »Fever«, die mit Abstand das größte Hitpotenzial mitbringt. Indie-Blues-Rock mit ein bisschen Psychedelic in Sepiatönen, der auch im Formatradio nicht wehtut. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Letztendlich passiert auf diesem Album wenig Herausragendes, dafür viel Solides. Und die große Musikgeschichte schreibt mit »Turn Blue« niemand.

Das Album »Turn Blue« von The Black Keys findest du bei hhv.de: LP+CD
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 01.07.2019
The Black Keys
›Let's Rock‹
Fünf Jahre haben sich The Black Keys Zeit gelassen, um mit »›Let’s Rock‹« Musik vorzulegen, dass wieder so roh wie ihre ersten Alben klingt.
Music Review | verfasst 02.06.2014
Toumani Diabaté & Sidiki Diabaté
Toumani & Sidiki
Toumani Diabaté und Sidiki Diabaté sind nicht nur Vater und Sohn, sie sind auch beide Meister auf der Kora.
Music Review | verfasst 08.01.2015
Wilco
Alpha Mike Foxtrot: Rare Tracks 1994-2014
»Alpha Mike Foxtrot« ist ein absolutes Schmankerl, das Wilcos Schaffen der letzten 20 Jahre umfassend abrundet.
Music Review | verfasst 11.11.2015
Brad Mehldau
10 Years Solo Live
Brad Mehldau hat sich die Zeitgenommen und »10 Years Solo Live« Revue passieren zu lassen. Herausgekommen ist eine 8 LP starke Vinylbox.
Music Review | verfasst 10.03.2016
Rokia Traoré
Né So
Weniger rockig als auf dem Vorgänger klingt die malische Sängerin Rokia Traoré auf ihrem neuen Album »Ne So«.
Music Review | verfasst 14.06.2016
Brad Mehldau Trio
Blues And Ballads
Das Brad Mehldau Trio bedient sich für »Blues And Ballads« aus dem Great American Songbook und interpretiert das Material auf elegante Art.
Music Review | verfasst 07.07.2016
Allen Toussaint
American Tunes
Im vergangenen November ist überraschend der Pianist Allen Toussaint verstorben. Sein Album »American Tunes« war gerade fertiggestellt.
Music Review | verfasst 31.01.2017
Brad Mehldau & Chris Thile
Brad Mehldau & Chris Thile
Die Jazzlegende Brad Mehldau und der talentierte Mandolist Chris Thile ergänzen sich auf ihrem gemeinsamen Debüt ganz famos.
Music Review
Various Artists
Kearney Barton: Architect Of The Northwest Sound
Die Compilation »Kearney Barton: Architect Of The Northwest Sound« feiert einen Produzenten, der Seattle geprägt hat wie kaum ein Zweiter.
Music Review
Priscilla Ermel
Origins Da Luz
Das soeben bei Music From Memory erschienene »Origins Da Luz« versammelt die besten Stücke der brasilianischen Musikern Priscilla Ermel.
Music Review
Subtle Houzze
Controversy
Gary D. und Boris Dlugosch die EP »Controversy« vor, die damals wie heute Tracks für alle Tages- und Nachtzeiten bietet.
Music Review
Various Artists
Napoli Segreta Vol.2
Der Sommer beginnt in diesem Jahr schon im Februar: NG Records legt mit »Napoli Segreta Vol.2« eine weitere Compilation vor.
Music Review
Various Artists
Transition Vol.1
»Transition Vol.1« vereint Tracks von vier Bands, zwischen 1992 und 1994 entstanden. Die Gemeinsamkeit: Post-Industrial als Ursprung.
Music Review
Nicola Cruz
Hybridism
Auf »Hybridism« mixt Nicola Cruz einmal mehr die verschiedensten Musiken aus den entlegensten Ecken der Welt.
Music Review
Various Artists
Cadence Revolution: Disques Debs International 2
Strut diggen weiter tief in Guadeloupe: die tolle Compilation »Cadence Revolution: Disques Debs International 2« ist erschienen.
Music Review
Tame Impala
The Slow Rush
Mit »The Slow Rush« sind die Gitarren bei Tame Impala, dem Projekt des Australiers Kevin Parker, endgültig passé.
Music Review
Sasaki Hideto & Sekine Toshiyuki Quartet +1
Stop Over
1976 in Kleinstauflage erschienen, bekommt das tolle »Stop Over« von Sasaki Hideto & Sekine Toshiyuki Quartet +1 jetzt eine zweite Chance.
Music Review
Against All Logic
2017-2019
Für sein Projekt Against All Logic hat Nicolas Jaar nun die Jahre »2017-2019« zusammengefasst.
Music Review
The Heliocentrics
Infinity Of Now
Mit »Infinity Of Now«, das soeben bei Madlib Invazions erschienen ist, sollte sich das Genie der Heliocentrics nun wirklich rumsprechen.
Music Review
Schacke
Kisloty Forever EP
Der Däne Schacke hat mit seiner »Kisloty Forever EP« dem St. Petersburger Клуб ein kleines Denkmal gesetzt.
Music Review
Kollington Ayinla And His Fuji '78 Organisation
Blessing
Wecker für Muslime: Soul Jazz legt das 1988er Album »Blessing« von Kollington Ayinla And His Fuji ’78 Organisation neu auf.
Music Review
Borusiade
Fortunate Isolation
Auf »Fortunate Isolation« macht Borusiade auch dem letzten klar: wir sind am Arsch, es gibt kein zurück mehr.
Music Review
Sandoz
Sandoz
Meister des Weglassens: 4 Tracks aus Richard H- Kirks bester Phase als Sandoz hat Second Circle nun auf eine neue Schallplatte gepackt.
Music Review
Midori Hirano
Invisible Island
Die Pianistin Midori Hirano entwirft auf dem bei Sonic Pieces erschienenen »Invisible Hands« ihre ganz eigene Form klassischer Musik.
Music Review
Flamingo Pier
Indigo EP
Die Neuseeländer Flamingo Pier veröffentlichen ein Jahr nach ihrem Debüt mit »Indigo« eine weitere EP auf Soundway.
Music Review
Mac Miller
Circles
Mac Miller ist seit anderthalb Jahren tot und bringt trotzdem bessere Platten raus als Eminem. Siehe »Circles«.
Music Review
Squarepusher
Be Up A Hello
Mit »Be Up A Hello« ist soeben das 15. Studioalbum von Squarepusher erschienen. Er knüpft hier sehr nah an seinen früheren Sound an.
Music Review
Men With Secrets
Psycho Romance And Other Spooky Ballads
Donato Dozzy und Retina.it schließen sich als Men With Secrets zu machen, um unterkühlte Wave-Musik zu machen. Wie bitte?
Music Review
Destroyer
Have We Met
»Have We Met«, das neue Album von Destroyer, ist so unzeitgemäß und widersprüchlich, wie sich die Gegenwart anfühlt.
Music Review
I.A.O.
Phase 3
Left Ear veröffentlicht mit »Phase 3« zwischen 1988 und 1995 entstandene Musik der zu unrecht wenig bekannten Berliner Band I.A.O.
Music Review
Ihsan Al-Munzer
Belly Dance Disco
“»Belly Dance Disco«, die erste Veröffentlichung des Libanesen Ihsan Al-Munzer, wurde nun erstmals in voller Länge wiederveröffentlicht.
Music Review
Roc Marciano
Marcielago
Auf seinem achten Album »Marcielago« schert sich Roc Marciano nicht um zeitgenössische Soundentwürfe. Klingt aber dennoch erfrischen roh.
Music Review
Thony Shorby Nyenwi
Sweet Funk Music
Jet hat jetzt das zuerst 1978 veröffentlichte Album »Sweet Funk Music« von Thony Shorby Nyenwi ausgegraben.
Music Review
Okay Kaya
Watch This Liquid Pour Itself
Auf Okay Kayas zweitem Album hätte alles schiefgehen können. Doch bietet »Watch This Liquid Pour Itself« mehr Substanz als Schabernack.
Music Review
Pet Shop Boys
Hotspot
»Hotspot«, das neue Album der Pet Shop Boys, ist soetwas wie ihre Berlin-Platte geworden.
Music Review
Black Lips
Sing In A World That's Falling Apart
Auf »Sing In A World That’s Falling Apart« vermischen die Black Lips Country mit einer cleveren Hinterwäldler-Rhetorik.
Music Review
Callisto
Guidance Is Eternal 2
Mit »Guidance Is Eternal 2« wird die Musik des 2013 verstorbenen Bostoner House-Produzenten Callisto neu aufgelegt.
Music Review
Alessandro Alessandroni
Afro Discoteca Reworked & Reloved
Der vor drei Jahren veröffentlichte Überraschungshit »Afro Discoteca« von Alessandro Alessandroni wurde nun mit Remixen versehen.
Music Review
TNGHT
II
Über sieben Jahren nach ihrem überraschenden Debüt legen Hudson Mohawke und Lunice als TNGHT nun »II« nach.
Music Review
Jeff Parker
Suite For Max Brown
»Suite For Max Brown« ist das erst vierte Soloalbum des tollen Jazzgitarristen Jeff Parker. Makaya McCraven war hier nicht unbeiteiligt.
Music Review
Argonautiks
Trauben über Gold
Scharf gelayerte Sozialkritik auf minimalen Beats gibt es auf »Trauben über Gold« , dem neuen Album der Argonautiks.
Music Review
Steve Roach
Quiet Music 1-3
Telephone Explosion hat die zuerst 1986 und nur auf Kassette erschienene »Quiet Music 1-3« von Steve Roach wiederveröffentlicht.
Music Review
Saåda Bonaire
Saåda Bonaire
Captured Tracks legt eine Neuauflage der gesammelten Werke der 1982 gegründeten Bremer Kapelle Saåda Bonaire vor.
Music Review
Oval
Scis
Mit dem Album »Scis« macht Oval das, was Markus Popps Arbeit schon immer auszeichnete – und nebenbei gesagt noch einen Heidenspaß.
Music Review
Various Artists
Locus Error
Nina Kraviz hat mit »Locus Error« einen weiteren Sampler für ihr Label Trip/трип zusammengestellt. Es ist der bislang beste.
Music Review
Aoife Nessa Frances
Land of No Junction
Mit ihrem Debüt »Land of No Junction« zeigt sich Aoife Nessa Frances als stilbewusste und erkundungsfreudige Nostalgikerin.
Music Review
Dark Arts
Reflections In A Rear View Mirror
Mit »Reflections In A Rear View Mirror« stellt uns das Label Stroom die in den frühen 1980er Jahren aktive Band Dark Arts vor.
Music Review
James Reese And The Progressions
Wait For Me: The Complete Works 1967-1972
Mit »Wait For Me: The Complete Works 1967-1972« legt Now-Again eine Werkschau von James Reese And The Progressions vor.
Music Review
Lvrin
Lvrin II
Der russischer Produzent Lvrin legt mit »Lvrin II« sein zweites Relese für das Rotterdamer Label Pinkman vor.