Music Review | verfasst 22.07.2014
Tommy Guerrero
No Man’s Land
Grand Palais, 2014
Text Frédéric Hartmann
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7.0
Redaktion
Cover Tommy Guerrero - No Man’s Land

Der Charme der Musik von Tommy Guerrero lässt sich ganz einfach durch ihre Einfachheit begründen. Seit seinem ersten Album »Loose Grooves & Bastard Blues« aus dem Jahre 1997, bedient er immer wieder mit denselben drei Hauptmerkmalen: Einer Snare auf der 2 und der 4, der Klampfe als prädominantes Instrument, und Arrangements, die wie im Hip Hop stets auf ein und demselben Loop basieren. »The Stranger«, »The Man From Califas« und »Sticks Of Fury« beispielsweise sind allesamt gleich aufgebaut. Ein einziger Harmoniewechsel, indem man einen Ganztonschritt herunter bzw. herauf geht, und wahlweise 2 bis 4 Takte später wieder zurück. Klingt langweilig? Nur in der Theorie. Denn so kompositorisch eindimensional dieses Album auch sein mag, so vielschichtig verwendet Tommy Guerrero Effektgeräte, Stille und sein Händchen für Miniaturmotive. So ist auch hier wieder ein formidables Sammelsurium organisch-instrumentaler Hip Hop/Soul-Bonsais entstanden, mit der für ihn so typischen Herkunftsbezeichnung Calexico. Auf Albumlänge wird es mir dann auf die Dauer zu eintönig, das hat aber weniger mit der Qualität als mit dem Charakter der Musik zu tun. Elementar und entspannt wie eh und je, klang er damals wie der durchtriebene junge Skater, der er war. Und jetzt merkt man seiner Musik eine gesetzte, etwas in die Jahre gekommene Bequemlichkeit an. ​

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