Music Review | verfasst 30.07.2014
Moebius/Story/Leidecker
Snowghost Pieces
Bureau B , 2014
Text Andreas Brüning
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7.8
Redaktion
Cover Moebius/Story/Leidecker - Snowghost Pieces

»Sproink!« – eine schlapp aufgezogene Gitarrensaite erklingt, eine Diele knarrt, ein fetter Bass dröhnt, ein anscheinend durchs Telefon aufgenommenes funky Stevie Wonder-Keyboard kommt dazu, Kesselpauke, hölzern klöppelnde Percussions und digitale Beats mischen sich ein. Diese ungewöhnliche Zusammenstellung von Klangereignissen eröffnet das musikalische Zusammentreffen der drei ziemlich unterschiedlichen Elektroniker Dieter Moebius, Tim Story und Jon Leidecker. Es dauert kaum zwei Minuten und der mit populärer elektronischer Tanzmusik der letzten vierzig Jahre vertraute Hörer erkennt den einen oder anderen Soundeindruck, denn einige Klangmuster erinnern an Cluster, jenes Duo, dass mit damals gänzlich neuartigen Sounds und Rhythmen die treibende Kraft des elektronischen Krautrocks der 70er Jahre war. Mit Hans Joachim Roedelius zeigte Dieter Moebius damals, dass experimentelle elektronische Musik durchaus entspannt, organisch und melodiös sein durfte. In jedem der aktuellen Tracks legen Moebius / Story / Leidecker Klang-Schicht um Klang-Schicht übereinander und erzeugen damit eine sanft groovende, heterogen interessante und dennoch warme Klangwoge. Tim Story veröffentlicht seit Anfang der 80er elektronische und piano-getragene Soundscapes und Jon Leidecker arbeitet als Wobbly mit Künstlern wie Lesser, Matmos, Kevin Blechdom und People Like Us u.a. für das Label Tigerbeat6. Das gemeinsame »Snowghost Pieces« wartet in jedem Track mit neuen, interessanten Klängen auf und macht dadurch auch unter dem Kopfhörer jede Menge Spaß.

Das Album »Snowghost Pieces« von Moebius / Story / Leidecker findest du bei hhv.de: LP
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