Music Review | verfasst 01.08.2014
HHY & The Macumbas
Throat Permission Cut
Trost/Silo, 2014
Text Peter Gebert
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Redaktion
Cover HHY & The Macumbas - Throat Permission Cut

Projekte des portugiesischen Produzenten Jonathan Uliel Saldanha lassen immer aufhorchen – ob solo, mit Raz Mesinai (aka Badawi, mit dem er hiermit sein Soopa-Universum um ein neues Label erweitert), dem Hiphop-Projekt Fujako (das demnächst nachlegt). Unter seinem Alias HHY etwa ist er seit sechs Jahren immer wieder auf der Bühne mit The Macumbas, einem bis zu zehnköpfigen Ensemble aus Bläsern, Percussion und E-Bass, die er erweitert um elektronische Einwürfe diversen Live-Dubverfahren unterzieht. Wer hier an Adrian Sherwood und On-U Sound denkt, liegt nicht ganz falsch (man arbeitete auch schon zusammen), ist allerdings nicht hinreichend auf den Trip vorbereitet, auf den uns dieses Debütalbum schickt. Jonathan Uliel Saldanhas elektroakustisches Soundverständnis verschafft dem postkolonialen Fiebertraum, den die überhitzten, gezackten Bläserfiguren und trappelnden Voodoo-Mikrorhythmen entfachen, eine glasklare, unheimliche Schärfe. Hellwach verlaufen wir uns in den auseinanderdriftenden Spuren, schließlich gibt auch der Bassloop nach, und während wir uns noch an der Durchsichtigkeit manches Elefantenkarawanen- und Dschungelritual-Klischees hochziehen wollen, haben wir schon die Waden im Treibsand und die Klinge am Hals. Ja, manch dazwischenstechenden Synth könnte sich auch Michael Beinhorn ausgedacht haben, und so fällt uns in Anlehnung an den alten Free Funk der OAO-Studios um Bill Laswell noch ein, diese desorientierende, knackige, finstere Exotika könne man vielleicht Free Tribal nennen. Aber da hat uns das übereinanderpurzelnde Handtrommel-Kerbgetier schon halb verfrühstückt.

Das Album »Throat Permission Cut« von HHY & The Macumbas findest du bei hhv.de: LP
Tags:
Dub
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